SIT Subkutane Sublinguale Immuntherapie Heuschnupfen

Prof. Dr. med. Bernhard Homey, Direktor der Hautklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) und Sprecher des UniversitätsAllergieZentrum (UAZ)

SIT: Subkutane oder Sublinguale Immuntherapie bei Heuschnupfen?

Es gibt bei der SCIT die Langzeittherapie, die Kurzzeittherapie, die Cluster-Immuntherapie und die Rush-Immuntherapie. Wann nutzen Sie welche Therapieform und was sind die Vor- und Nachteile?

Bei der Wahl der Therapieform ist zum einen ausschlaggebend, wann mit der Subkutanen Immuntherapie begonnen wird. Wichtig ist, dass sich der Patient in der Pollenflugzeit des für ihn relevanten Allergens bereits im Stadium der Erhaltungsdosis befindet, d.h. in der Maximaldosis. Bei einem klassischen Aufdosierungs-Schema kann es durchaus 15 Wochen dauern, bis der Patient die Erhaltungsdosis erreicht hat. Um die Erhaltungsdosis in kürzerer Zeit zu erreichen, kann eine Kurzzeittherapie oder Cluster-Therapie sinnvoll sein. Man sollte bei dieser Entscheidung jedoch auch die klimatischen Bedingungen und den antizipierten Pollenflug mit einbeziehen.

Ein weiterer Grund für eine Cluster-Immuntherapie kann sein, dass der Patient die Erhaltungsdosis aus Zeitgründen schneller erreichen möchte.

Die Rush oder Ultra Rusch Immuntherapie wird eigentlich hauptsächlich für Menschen genutzt, die auf Bienengift oder Wespengift allergisch reagieren. Diese Immuntherapie erfolgt unter stationären Bedingungen, d.h. in der Klinik und ist für den Patienten aufwändiger. Im Gegensatz zu einem klassischen Aufdosierungs-Schema kann es bei der Rush Immuntherapie in höherem Maße zu Nebenwirkungen kommen.

Gibt es auch Fälle, in denen man von SCIT zu SLIT wechselt?

Sollte eine Sublinguale Immuntherapie keine Wirksamkeit zeigen, kann man den Umstieg auf eine Subkutane Immuntherapie in Erwägung ziehen.

Es gibt mittlerweile auch präsaisonale Kurztherapien mit nur vier Spritzen pro Jahr. Wie schätzen Sie diese ein?

Klinische Studien haben gezeigt, dass die präsaisonale Kurztherapie, die jedes Jahr vor Beginn der Pollenflugsaison abgeschlossen sein muss, eine wirksame Therapie sein kann. Allerdings scheint die Wirksamkeit etwas geringer zu sein, als bei der klassischen Subkutanen Immuntherapie.

Herr Prof. Homey, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Quellen:

1) Leitlinie: Die spezifische Immuntherapie (Hyposensipilisierung) mit Allergenen, Stand: 01.09.2009 (in Überarbeitung) gültig bis 30.09.2014, AWMF online

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