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Beifuß-Allergie Symptomen Therapie

Beifuß-Allergie: Von Symptomen bis zur Therapie

Beifuß-Allergie: Von Symptomen bis zur Therapie

Allergie-Symptome am Ende des Sommers oder im Herbst? Dafür sind häufig Beifuß-Pollen verantwortlich. Wir erklären, welche Symptome auftreten, worauf es bei der Diagnostik ankommt und welche Therapie-Möglichkeiten es für diese Form des Heuschnupfens gibt.

Autor: Irene Brandenburg, Ärztin

Beifuß: Eine alte Heilpflanze mit vielen Allergenen

Im Mittelalter galt der Beifuß (Artemisia vulgaris) als magische Pflanze, die unterschiedlichste Erkrankungen heilen konnte. Heute macht er - neben dem Einsatz als Gewürzpflanze - vor allem durch Allergien auf sich aufmerksam. Seine unscheinbaren, gelb-braunen Körbchen-Blüten werden durch den Wind bestäubt und produzieren zahlreiche Pollen mit hohem allergenen Potential. Zwischen neun und 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sollen gegen Beifuß-Pollen sensibilisiert sein, aus anderen Ländern werden noch höhere Zahlen berichtet. Sechs unterschiedliche Allergene hat man allein in Pollen des gewöhnlichen Beifuß (Artemisia vulgaris) identifiziert. Das Hauptallergen wird als Art v 1 bezeichnet. Auch die Pollen anderer Beifußarten enthalten verschiedene Allergene. Für manchen Pollenallergiker verlängert Beifuß die Beschwerde-Saison um mehrere Wochen: Seine Blütezeit kann sich, abhängig vom Wetter, von Mitte Mai bis Ende Oktober erstrecken, wobei die Hauptblüte im Juli und August stattfindet.

Beifuß-Allergie: Welche Symptome gibt es?

Die Symptome gleichen denen einer klassischen Pollenallergie: Sie reichen von tränenden, verquollenen, geröteten und juckenden Augen bis zur laufenden Nase mit Niesattacken. Auch die Atemwege können betroffen sein, was sich durch Husten, Atembeschwerden und Asthma bronchiale äußern kann.

Beifuß-Allergie: Kreuzreaktionen sind häufig

Die Allergie auf Beifuß-Pollen kann mit verschiedenen Kreuzreaktionen einhergehen. Dabei sind zunächst die engen botanischen Verwandten zu erwähnen. Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Beifuß-Allergiker reagieren häufig auch auf die Pollen anderer Gattungen aus dieser Familie, zum Beispiel von Kamille oder Löwenzahn. Sehr häufig sind Kreuzreaktionen mit der aus Amerika eingewanderten Beifuß-Ambrosie (Traubenkraut, engl. Ragweed), die im gleichen Zeitraum blüht.

Auch Nahrungsmittelallergien, die durch Kreuzreaktionen entstehen, kommen recht häufig vor. Zu den betroffenen Nahrungsmitteln zählen zum Beispiel:

Kreuzreaktionen Beifuß – Gewürze:

  • Schwarzer Pfeffer
  • Paprika
  • Senf
  • Anis
  • Kümmel
  • Dill
  • Koriander

Kreuzreaktionen Beifuß – Gemüsesorten:

  • Tomate
  • Sellerie
  • Karotte
  • Artischocke
  • Fenchel
  • Kartoffel
  • Kürbis
  • Gurke

Kreuzreaktionen Beifuß - Obstsorten:

  • Äpfel
  • Melonen
  • Litschies
  • Pflaumen
  • Pfirsiche

Aufgrund der am häufigsten vorkommenden Kreuzreaktionen spricht man auch vom Sellerie-Karotten-Beifuß-Gewürzsyndrom, vom Beifuß-Senf-Syndrom, von der Beifuß-Pfirsich- und der Beifuß-Melone-Banane-Assoziation. Die Nahrungsmittelallergie zeigt sich dabei meist in Form eines oralen Allergiesyndroms, also durch Symptome wie Jucken, Kribbeln oder Schwellungen im Bereich von Mund und Rachen. Es kann allerdings auch zu systemischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen.

Beifuß-Allergie: Wie wird die Diagnose gestellt?

Für die Diagnose einer Pollenallergie ist es wichtig, zu beobachten wann die Beschwerden auftreten, und welche Pollen zu diesem Zeitpunkt unterwegs sind. Ausführliche Informationen zum Pollenflug veröffentlichen die Polleninformationsdienste im Internet. Pollentagebücher und Pollen-Apps können die Suche nach dem verantwortlichen Allergen erleichtern.

Zur Standarddiagnostik bei Allergien gehört der Pricktest. Dabei werden Allergene auf und in die Haut eingebracht. Zeigt sich eine Reaktion (Rötung, Quaddel) an der entsprechenden Stelle, so geht man von einer Sensibilisierung aus.

Weitere Hinweise kann eine Blutuntersuchung geben. Dabei werden IgE-Antikörper gegen Beifußpollen-Extrakte bestimmt. Ihr Wert ist erhöht, wenn eine Sensibilisierung vorliegt. Noch genauer ist die komponentenbasierte Diagnostik: Dabei wird nach IgE-Antikörpern gegen einzelne Allergene, zum Beispiel dem Art v 1 des Beifußes gesucht.

Da man durch Laboruntersuchungen aber nicht unbedingt feststellen kann, ob eine Allergie sich im Alltag durch Beschwerden bemerkbar macht, ist ein nasaler Provokationstest häufig sinnvoll.

Beifuß-Allergie: Diese Therapiemöglichkeiten gibt es

Wie bei allen Allergien sollte man dem Allergen möglichst aus dem Wege gehen, um Beschwerden zu vermeiden. Ist die Lebensqualität durch die Symptome stark beeinträchtig, so können Allergie-Medikamente helfen. Sowohl Antihistaminika als auch Kortisonpräparate kommen dabei zum Einsatz.
Um die Ursache der Beschwerden zu behandeln, führt man eine spezifische Immuntherapie durch. Diese Behandlung erstreckt sich über mehrere Monate oder sogar Jahre. Man verabreicht zunächst eine geringe Menge des Allergens und steigert diese langsam in regelmäßigen Abständen. Das Immunsystem soll dabei langsam an das Allergen gewöhnt werden, so lange, bis sich die Immunreaktion gegen das Allergen abschwächt oder ganz ausbleibt.

Quellen:

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  • Deng S, Yin J. Mugwort Pollen-Related Food Allergy: Lipid Transfer Protein Sensitization and Correlation With the Severity of Allergic Reactions in a Chinese Population. Allergy Asthma Immunol Res. 2019;11(1):116-128. doi:10.4168/aair.2019.11.1.116
  • Forkel S, Beutner C, Heetfeld A, et al. Allergic Rhinitis to Weed Pollen in Germany: Dominance by Plantain, Rising Prevalence, and Polysensitization Rates over 20 Years. Int Arch Allergy Immunol. 2020;181(2):128-135. doi:10.1159/000504297
  • Jäger l, Viehts S. Nahrungsmittelallergene. InJäger L, Wüthrich B, Ballmer-Weber B, Viehts S, eds. Nahrungsmittelallergien- und intoleranzen. 3. Auflage, München, Elsevier, 2008: 13
  • Haftenberger M, Laußmann D, Ellert U, et al. Prävalenz von Sensibilisierungen gegen Inhalations- und Nahrungsmittelallergene. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz. 2013;56(5):687-697. doi:10.1007/s00103-012-1658-1
  • Mann C. Der Gewöhnliche Beifuss (Artemisia vulgaris) - eine Pflanze im Wandel der Zeit. Schweiz Z Für Ganzheitsmed Swiss J Integr Med. 2016;28(1):33-44. doi:10.1159/000443298
  • Mein Allergie Portal: Beifuß-Allergie: Diagnose, Symptome Therapie 18. Juni 2018, https://www.mein-allergie-portal.com/pollenallergie-heuschnupfen/1620-beifuss-allergie-symptome-diagnose-therapie.html

Wichtiger Hinweis

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