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Nase juckt, Augen tränen: Ist es ein Heuschnupfen?

Nase juckt, Augen tränen: Ist es ein Heuschnupfen?

Es ist gerade erst Februar, in Teilen Deutschlands herrscht noch tiefer Winter, und plötzlich juckt die Nase und die Augen tränen und der Heuschnupfen beginnt schon! Was seltsam klingt ist Realität: die ersten Pollen von Hasel und Erle fliegen bereits!

Heuschnupfen im Winter: Was blüht denn da?

Bereits im Advent und rund um Weihnachten begann die Hasel (Corylus) wieder zu blühen, wie die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in ihrem Newsletter berichtet. Die ersten Bäume öffneten in den tieferen Lagen des Westens und Südwestens ihre Blüten. Ihre Pollen verbreiteten sich allerdings bisher nur sehr lokal, im Bereich der blühenden Baumbestände. Sobald es dann wärmer und trockener wird, werden aber mehr und mehr Haselbäume blühen und sich der Pollenflug verstärken. Die Hauptblütezeit der Hasel ist im Februar und März.

Ebenso in der Weihnachtszeit starteten die ersten Purpurerlen (Alnus spaethii) mit ihrer Blüte. Die Purpurerle ist eine Kreuzung aus zwei fremdländischen Erlenarten. Sie steht meist in Parks oder an Straßen- und Wegesrändern. In ihrem direkten Umfeld schwirren die meisten Pollen herum. Einige Wochen nach der Purpurerle beginnen dann auch die heimischen Erlen ihre Pollen zu verbreiten. Der März ist ihre Hauptblütezeit.

Heuschnupfen: Welche Symptome treten auf?

Wer gegen die Frühblüher Hasel und Erle allergisch ist, kann auch in dieser Jahreszeit schon an den Symptomen von Heuschnupfen leiden. Tränende, gerötete Augen, Schnupfen oder ein Jucken im Hals sind typische Beschwerden. Bei manchen Menschen lösen die Pollen sogar allergisches Asthma bronchiale aus.

Heuschnupfen: Kreuzreaktionen sind keine Seltenheit

Ist man gegen die Pollen einer Pflanze allergisch, so kann es dadurch zu weiteren Allergien kommen. Das passiert, wenn die vom Immunsystem gebildeten Antikörper gegen das erste Allergen auch an ein anderes, ähnliches Allergen passen, mit dem der Mensch in Kontakt kommt. Dann wird auch durch das zweite Allergen eine Immunreaktion, also eine Allergie, ausgelöst. Man bezeichnet dies als Kreuzreaktion. Dabei kann das zweite Allergen entweder durch die Luft über die Atemwege in den Körper gelangen oder durch die Nahrung über den Magen-Darm-Trakt.

Heuschnupfen: Kreuzreaktionen mit anderen Pollen

Die Pollen einiger Bäume weisen deutliche Ähnlichkeiten in ihrer Struktur auf. Deshalb kommt es relativ häufig vor, dass man eine Allergie gegen mehrere Baumpollen entwickelt. Kreuzreaktionen gibt es zwischen den Pollen von Birke, Erle, Hainbuche, Hasel und Eiche. Ist man also gegen die Blütenpollen einer dieser Bäume allergisch, so können auch Symptome auftreten, wenn die Pollen der anderen Bäume fliegen. Immer ist das aber nicht der Fall, es kann auch bei einer einzigen Pollenart bleiben.

Heuschnupfen: Kreuzreaktionen mit Nahrungsmitteln

Werden Allergene mit der Nahrung aufgenommen, die dem Pollenallergen in ihrer Struktur ähnlich sind, so kann der Heuschnupfen zu einer Allergie gegen Nahrungsmittel führen. Der Körper wird dann durch das eingeatmete Allergen sensibilisiert und reagiert danach auch auf das andere Allergen, das über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird. Ein typisches Zeichen einer solchen Nahrungsmittelallergie ist Juckreiz im Bereich von Lippen, Mund, Rachen und Ohren. In manchen Fällen kommen Schwellungen oder Bläschen an der Mundschleimhaut hinzu. Die Beschwerden treten in der Regel in den ersten zwei Stunden nach der Aufnahme des Allergens auf. Selten kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Kreislaufbeschwerden oder Atemproblemen. Im Extremfall droht eine anaphylaktische Reaktion. Eine Allergie gegen Baumpollen kann mit einer Allergie gegen folgende Lebensmittel einhergehen: Nüsse, Walnüsse, Mandeln, Äpfel, Nektarinen, Pfirsiche, Aprikosen, Pflaumen, Kirschen, Kiwis, Feigen, Sellerie, Kartoffeln, Möhren und Soja. Werden die Nahrungsmittel erhitzt, so verbessert dies oft ihre Verträglichkeit. Der Grund dafür ist, dass sich die Struktur der Allergene durch die Hitze verändert.

 

Eine Allergie gegen Baumpollen geht häufig mit Allergien gegen diese Nahrungsmittel einher:
Schalenobst Steinobst Kernobst Südfrüchte Gemüse
Haselnuss Pfirsich Äpfel Kiwi Sellerie
Walnuss Aprikose   Feige Kartoffel
Mandel Nektarine     Möhre
  Pflaume     Soja
  Kirsche      
Quelle: I. Brandenburg, Ärztin, www.mein-allergie-portal.com

Heuschnupfen: Wie wird die Diagnose gestellt?

Um eine Pollenallergie festzustellen, wird in der Regel ein Hauttest durchgeführt. Beim sogenannten Pricktest wird das Allergen auf die Haut gegeben und diese oberflächlich eingeritzt. Bilden sich nach etwa 15 bis 20 Minuten Quaddeln auf der Haut, so gilt dies als Zeichen einer allergischen Reaktion auf das aufgetragene Allergen. Manchmal kann man durch eine Blutuntersuchung das Vorkommen von Antikörpern (IgE) gegen das Allergen nachweisen. Um die Diagnose einer Allergie zu bestätigen, wird oft ein Provokationstest durchgeführt: Dabei trägt man die verdächtigten Pollen direkt auf die Nasenschleimhaut auf und wartet eine Reaktion ab.

Heuschnupfen: Wie sieht die Therapie aus?

Wie bei allen Allergien ist es am besten, das Allergen zu vermeiden. Bei Heuschnupfen ist das allerdings nicht so einfach, schließlich befinden sich die Pollen in der Atemluft.
Möchte man die Ursache der Beschwerden behandeln, also verhindern das der Körper mit einer allergischen Antwort auf die Pollen reagiert, so kann eine spezifische Immuntherapie helfen. Dabei wird der Körper langsam an das Allergen gewöhnt, bis sich die allergische Reaktion abschwächt. Die Symptome des Heuschnupfens können auch durch Medikamente, wie Antihistaminika oder Kortisonpräparate, behandelt werden. In manchen Fällen können Medikamente, die vorbeugend eingenommen werden, eine starke Ausprägung der Symptome verhindern.

 

Quellen:

Deutscher Allergie- und Asthmabund www.daab.de

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie www.dgaki.de

Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst www.pollenstiftung.de

Worm M, Jappe U, Kleine-Tebbe J, et al. Food allergies resulting from immunological cross-reactivity with inhalant allergens: Guidelines from the German Society for Allergology and Clinical Immunology (DGAKI), the German Dermatology Society (DDG), the Association of German Allergologists (AeDA) and the Society for Pediatric Allergology and Environmental Medicine (GPA). Allergo J Int. 2014;23(1):1-16. doi:10.1007/s40629-014-0004-6