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Orales Allergiesyndrom Birkenpollenallergie

Stefanie Metty zum Thema: Orales Allergiesyndrom: Was heißt das bei Birkenpollenallergie?

Orales Allergiesyndrom: Was heißt das bei Birkenpollenallergie?

Die Birkenpollen fliegen und viele Pollenallergiker leiden dann unter Nießanfällen und Augenjucken. Es gibt aber auch Birkenpollenallergiker, die dann auch viele Nahrungsmittel nicht vertragen. Ihnen macht dann ein orales Allergiesyndrom zu schaffen. Was aber heißt das bei einer Birkenpollenallergie? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Stefanie Metty, Diätassistentin und Fachberaterin Allergologie (DAAB) und akkreditierte Fettstoffwechseltherapeutin sowie Beraterin mit den Schwerpunkten Gastroenterologie und Onkologie/Nephrologie in Schwabach.

Frau Metty, was bedeutet ein orales Allergiesyndrom für Birkenpollenallergiker?

Birkenpollenallergiker können eine Kreuzreaktion auf verschiedene Lebensmittel haben. Dazu gehört zum Beispiel der Apfel, vor allem roh. Aber auch die naturbelassene Haselnuss, Sellerie, Selleriegewürz, rohe Birne etc. können bei einer Allergie auf Birkenpollen ein orales Allergiesyndrom auslösen. Das heißt, ein Birkenpollenallergiker reagiert primär allergisch auf die Birkenpolle mit dem Hauptallergen das Bet v 1, das Immunsystem kann aber auch zum Beispiel auf den Apfel reagieren, denn dieser enthält ein Allergen mit einer ähnlichen Proteinstruktur.

 

Wie zeigt sich ein orales Allergiesyndrom bei Menschen mit einer Allergie auf Birkenpollen?

Bei einer Birkenpollenallergie können die Reaktionen eines oralen Allergiesyndroms wie folgt aussehen: Kribbeln auf der Zunge und Lippe, Schwellung im Gesicht (Angioödem), Schwellung des Kehlkopfs, Lippenschwellung.

Welche Nahrungsmittel können bei Birkenpollenallergikern ein orales Allergiesyndrom auslösen?

Ich möchte an der Stelle betonen, dass dies individuell sehr unterschiedlich ist.

Für Birkenpollenallergiker gehört der Apfel zu den Nahrungsmitteln, die ein orales Allergiesyndrom auslösen können, meist in rohem Zustand. Das pollenassoziierte Allergen des Apfels ist hitzeempfindlich. Daher wird von den Birkenpollenallergikern der Apfel, im Kuchen verbacken oder als Apfelmus, oft vertragen. Das Allergen des Apfels ist dem der Birke sehr ähnlich, daher ist es sehr wahrscheinlich, dass man bei einer Birkenpollenallergie auf rohen Apfel mit einem oralen Allergiesysndrom reagiert.

Oft kommt es auch auf die Apfelsorte an. Deswegen ist es wichtig, eine gute Diagnostik zu haben, in Form eines Ernährungs- und Symptomprotokolls in Zusammenarbeit mit der Ernährungsfachkraft. So kann ermittelt werden, ob Apfelsorten, die weniger Allergene enthalten, zum Beispiel der Gloster, eher vertragen werden. Möglicherweise führen andere Apfelsorten, zum Beispiel der Braeburn, der allergener ist, eher zu Beschwerden und sollten deshalb gemieden werden.

Abgesehen von den Äpfeln gibt es ja weitere Nahrungsmittel, die bei einer Allergie auf Birkenpollen zu Beschwerden führen können…

Ja, die gibt es, zum Beispiel Birne und gelbe Kiwi. Bei wenig Pollenflug können diese auch roh vertragen werden. Die grüne Kiwi wird oft weniger gut vertragen, daher kann ein Austausch der grünen Kiwi durch gelbe Kiwi hier für den Patienten hilfreich sein. Dies muss man individuell mit dem Betroffenen besprechen.

Haselnuss roh, Sellerie roh und gekocht, rohe Karotte gehören auch zu den pollenassoziierten Lebensmitteln und können ebenfalls Beschwerden auslösen.

Hinzu kommt Soja, wobei es hier auch in wenig verarbeiteter Form zu schweren Reaktionen kommen kann, z.B. nach dem Verzehr von Sojadrink, Sojajoghurt oder Sojapulver.

Man sieht schon, dass es für Birkenpollenallergiker, die auf Nahrungsmittel mit einem oralen Allergiesyndrom reagieren, gar nicht so einfach ist, die richtigen Nahrungsmittel auszuwählen. Ein Pauschalverbot wäre aber auch nicht der richtige Weg. Vielmehr sollten verträgliche und nicht verträgliche Nahrungsmittel für Birkenpollenallergiker immer individuell erarbeitet werden.

Deswegen mag ich nochmals betonen: Es bedarf einer guten Diagnostik und einer gut geführten Ernährungstherapie. Hierzu sollte eine enge Zusammenarbeit mit dem Arzt, der allergologisch geschulten Ernährungsfachkraft und dem Patienten Grundvoraussetzung sein. Nur wenn wir die in-vivo Diagnostik, im Falle des Apfel das spezifische IgE Mal d 1 im Apfel, den Hauttest, das Ernährungs-und Symptomprotokoll haben und dies im Zusammenhang bewerten können, kann eine gute Ernährungstherapie durchgeführt werden, ohne Listen und Pauschalverbote!

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