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Pollenallergie Heuschnupfen Symptome Klimawandel

Wiesen-Lieschgras-Polle (Phlenum pratense)!

Pollenallergie: Mehr Heuschnupfen-Symptome durch Klimawandel?

Wirkt sich der Klimawandel auf die Gesundheit aus, wenn man Heuschnupfen hat? Viele Pollenallergiker stellen sich die Frage, ob sie mit mehr Symptomen rechnen müssen. Antworten finden Mediziner bei den Düsseldorfer Allergie- und Immunologietagen, die in diesem Jahr stattfinden werden. Für MeinAllergiePortal gibt Prof. Dr. Jeroen Buters, Toxikologe am Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität/Helmholtz Zentrum München, einen Vorab-Einblick auf Ergebnisse seiner Untersuchungen.

Herr Prof. Buters, was haben Ihre Untersuchungen zum Klimawandel gezeigt?

Mit unserer Studie haben wir uns auf den Klimawandel in Bayern konzentriert und Daten der letzten 30 bis 40 Jahre ausgewertet. Und unsere Daten zeigen: Es gibt einen Klimawandel in Bayern, und dies ist auf Zentraleuropa übertragbar.

Sorgt der Klimawandel denn für höhere Temperaturen?

Tendenziell steigen die Temperaturen im Sommer und sinken im Winter – die Winter werden kürzer, die Sommer länger. Ab April und insbesondere im August steigen die Temperaturen in Bayern deutlich. Allerdings werden die Bayerischen Winter nicht wärmer, sondern sogar geringfügig kälter. Auch die Niederschlagsmenge ändert sich, insbesondere im Bayerischen Wald und in den Alpen. Das Klima in Bayern wird kontinentaler.

Und wie beeinflusst der Klimawandel den Pollenflug?

Der Klimawandel wirkt sich auf unterschiedliche Pflanzen auch unterschiedlich aus. Dabei haben die höheren Temperaturen im Frühjahr den größten Einfluss auf die Pollenproduktion. Ebenso beeinflussen Niederschläge und Trockenphasen die Pollenproduktion.

Grundsätzlich kann man für ganz Bayern sagen, dass der Pollenflug der Frühblüher wie Hasel, Erle und Birke früher einsetzt als bisher, ausgelöst durch die tendenziell höheren Frühjahrstemperaturen. Damit erreicht der Pollenflug jedoch auch früher seinen Peak, das heißt, die Phase der höchsten Pollenkonzentration, aber auch das Ende des Pollenflugs.

Bei der Birke zum Beispiel, sind die Temperaturen im April ausschlaggebend für den Pollenflug und die in Bayern zunehmend höheren Temperaturen im April verstärken den Pollenflug der Birke. Bei den Gräsern ist das anders.

Verändert sich durch diese „Klimaverschiebung“ auch die Pollenmenge?

Für die Pollenmenge spielt der Standort der Pflanzen eine Rolle. Das heißt, ja, insgesamt nimmt die in Bayern gemessene Pollenmenge zu. Aber: Nur an einigen Orten ist dies in hohem Maße der Fall, zum Beispiel in höheren Lagen über 800 m.

Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Gräser bzw. die Gräserpollen aus?

Bei den Gräsern nimmt die Pollenmenge deutlich ab, aber auch wiederum nicht an allen Standorten gleichermaßen. In München messen wir zum Beispiel deutlich geringere Pollenmengen, weil der Regen in der Stadt schneller verdunstet. Die Gräser bekommen somit weniger Wasser und dies reduziert die Pollenproduktion und die Pollenmenge.

Haben denn Pollenallergiker auch mehr Heuschnupfen-Symptome durch den Klimawandel?

Für Bayern konnten wir nachweisen, dass sich der Klimawandel deutlich auf die Allergiesymptome der Pollenallergiker auswirkt, wie gesagt, je nach Standort. Wahrscheinlich ist dies auf ganz Deutschland und sogar Gesamteuropa übertragbar.

Herr Prof. Buters, herzlichen Dank für dieses Interview!