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Heuschnupfen Pollenallergie

Matthias Werchan, Pollenanalyst bei der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID)! Quelle: Barbora Werchan

Frühling im Winter? Heuschnupfen? Welche Pollen fliegen schon?

Was macht die frühe Blühzeit der Purpurerle für Allergiker so problematisch?

Die Purpurerle blüht vor der heimischen Erle. Das bedeutet für Erlenpollenallergiker, dass die Pollenflugzeit für ihr Allergen sehr früh beginnt. Ist die Blühphase der Purpurerle vorüber, gibt es für die Heuschnupfengeplagten nur eine kurze Erlenpollen-freie Phase und dann beginnt die Schwarzerle zu blühen. Die Allergiker müssen also über einen sehr langen Zeitraum mit Symptomen rechnen. Und: In den Alpenregionen wächst die Grünerle (Alnus viridis), deren Blühphase erst im Mai startet. Das bedeutet, Pollenallergiker, die in alpennahen Gebieten leben, müssen unter Umständen die Pollenflugzeiten von drei Erlenarten erleben.

Dann wäre bei warmen Wintern Regen je vielleicht hilfreich für die Pollenallergiker…

Im Prinzip schon. Den Pollenallergikern kommt jedoch auch zugute, dass zurzeit die Bedingungen für den Pollenflug grundsätzlich suboptimal sind, auch ohne Regen. Zum einen ist die Luftfeuchtigkeit zurzeit oft sehr hoch, so dass sich die Kätzchen des Hasels nicht so leicht öffnen können, um ihre Pollen in die Umwelt zu entlassen. Zum anderen fehlt die Thermik, die die Verbreitung der Pollen unterstützt. Aber: Sobald sich die Wetterbedingungen ändern, und dafür reicht ein sonniger Tag mit einer Temperatur von ca. 10 ° C und ein wenig Wind, startet der Pollenflug durch.

 

Was passiert mit den Pollen und in der Konsequenz mit den Pollenallergikern, wenn es wieder kalt wird?

Wenn die Temperaturen sehr stark sinken und es zu Schneefall und strengen Nachfrösten kommt, kann es passieren, dass, zum Beispiel die Haselkätzchen, die direkt vor oder in der Blüte standen, abfrieren. Dann setzen sie keine Pollen mehr frei und der gesamte Prozess wird für die Dauer dieser Wetterlage unterbrochen. Das bedeutet aber nicht, dass in dieser Saison keine Haselpollen mehr fliegen werden, denn starten andere Haselsträucher, die zum Zeitpunkt des Kälteeinbruchs noch nicht kurz vor der Blüte standen, mit der Pollenproduktion. Es kann sogar sein, dass sich die Pollensaison der Hasel dadurch stark in die Länge zieht. In 2019 hatten wir eine solche Situation bei der Erle. Im Februar war die Entwicklung der Pflanzen bereits sehr weit fortgeschritten und dann kam eine sehr milde Schönwetterperiode. Dies führte zu einer extrem hohen Belastung mit Erlenpollen – die Werte lagen 6fach über dem Normalwert.

Sie erwähnten, dass die Wetterlage im Januar bzw. Februar für den Pollenflug suboptimal ist, was heißt das für Menschen mit Heuschnupfen?

Suboptimale Bedingungen für den Pollenflug bedeuten ja nicht, dass keine Pollen fliegen. Tatsächlich haben Allergiker oft bereits Allergiesymptome, bevor wir den Pollenflug in unseren Pollenfallen messen können. Das könnte auch daran liegen, dass die Pollenfallen stets erhöht, auf Dächern, angebracht werden, damit man einen repräsentativen Eindruck von der Pollensituation bekommt. Die Heuschnupfenpatienten sind an den Hasel- und Erlenbüschen natürlich „näher dran“. Hinzu kommen lokale Belastungen, zum Beispiel durch den Haselstrauch vor dem Haus, oder auch durch Gartenarbeit. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst stellt deshalb jetzt schon wöchentliche Pollenflugvorhersagen zur Verfügung. Wenn man unseren PID Newsletter abonniert bekommt man interessante Informationen und auch immer die neusten Pollenflugvorhersagen.

Wir freuen uns aber auch über jede Pollenflugmeldung, denn das hilft uns bei unserer Vorhersage!

Wie meldet man dem PID seien Pollenflugbeobachtungen?

Informationen und Bilder von pollentragenden Pflanzen kann man uns entweder per Email zukommen lassen, gerne direkt an mich unter Matthias.Werchan@charite.de oder über unsere Facebook-Seite posten. Wir bekommen dann einen noch besseren Überblick über die Pollenflugaktivitäten.

Herr Werchan, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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