ePIN Pollenflugvorhersage Bayern

Prof. Dr. Jeroen Buters zum Thema: ePIN – Präzise Pollenflugvorhersage für Bayern!

ePIN – Präzise Pollenflugvorhersage für Bayern!

Bayerische Pollenallergiker können sich freuen: Mit ePIN ging in Bayern das weltweit erste voll automatisierte Polleninformationsnetzwerk an den Start, das die Pollenflugvorhersage deutlich beschleunigt und präzisiert. MeinAllergiePortal sprach mit dem „Vater“ von ePIN, Prof. Dr. Jeroen Buters, Toxikolge am Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM), Technische Universität/Helmholtz Zentrum München über ePIN, die präzise Pollenflugvorhersage für Bayern.

Herr Prof. Buters, was ist ePIN?

ePIN steht für „Elektronisches Polleninformationsnetzwerk“, und es besteht aus acht elektronischen Pollenmonitoren, die eine komplett automatisierte und treffsichere Pollenbestimmung vornehmen. Hinzu kommen vier manuelle Pollenfallen mit dem Schwerpunkt Klimaforschung.

ePIN ist Teil der bayerischen Klimaanpassungsstrategie und wird im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) federführend durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit Unterstützung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) umgesetzt.

Wo genau befindet sich das elektronische Polleninformationsnetzwerk?

Die Pollenflug-Daten sind hier abrufbar. Die Pollenmonitore wurden in acht bayerischen Landkreisen aufgestellt und laufen nun im Dauerbetrieb. Konkret befinden sich die Pollenmonitore in:

  • Altötting
  • Garmisch-Partenkirchen
  • Feucht
  • Hof
  • Marktheidenfeld
  • Mindelheim
  • München
  • Viechtach

Die 4 "klassischen" Pollenfallen, die wichtige Daten zur Erfassung des Klimawandels generieren, stehen in:

  • Bamberg
  • Münnerstadt
  • Oberjoch
  • UFS

Wenn man einen automatischen Standort auswählt, kann man den aktuellen Pollenflug in 3-Stunden-Intervallen abrufen. Dann wird die Anzahl der Pollen pro Kubikmeter (m³) am Messstandort angezeigt.

Welches Ziel verfolgt man mit ePIN?

ePIN ermittelt die Pollenbelastung fast in Echtzeit. So wird es möglich, die aktuell in der Luft befindlichen Pollen automatisiert und korrekt zu bestimmen und zu zählen. Mit den öffentlichen Daten aus ePIN können dann zum Beispiel Wetterdienste ihre Pollenflugvorhersage optimieren.

Wie profitieren die Pollenallergiker von ePIN?

Pollenallergiker haben durch ePIN Zugriff auf eine qualitativ hochwertigere Pollenflugvorhersage. Durch ePIN wissen sie genau, wann die für sie relevanten Pollen fliegen und wie stark die Belastung ist. So können sie ihren Alltag besser „symptomfrei“ planen, entweder indem sie eine Pollenexposition vermeiden, oder indem sie entsprechende Medikamente einnehmen. Dies kann zu einer deutlich besseren Symptomkontrolle führen, die Lebensqualität verbessern und die Leistungsfähigkeit optimieren.

Einen weiteren Nutzen soll ePIN für die Klimaforschung darstellen. Zusätzlich zu der bereits genannten Webseite sind detailliertere Daten über diesen Link abrufbar.

Welche Rolle spielt ePIN für die Klimaforschung?

Zum einen soll ePIN eine Verbesserung der Datenlage für die allergie- und gesundheitsbezogene Klimaforschung ermöglichen. Zum anderen wollen wir durch ePIN eine langfristige Verbesserung der bayernweiten Datengrundlage zum Klima-Monitoring erreichen. Das könnte hilfreich sein für die Entwicklung von Klimaanpassungsmaßnahmen. Zum Beispiel kann man quantifizieren, ob und um wieviel die Pollenmenge durch den Klimawandel steigt, das heißt, wie weit der Klimawandel fortgeschritten ist.

Wie können Pollenallergiker ePIN nutzen?

Um den Pollenflug an allen acht ePIN-Standorten in Bayern abzurufen, kann man zuerst den gewünschten Standort und dann eine Pollenart auswählen. Anhand eines Diagramms sieht man dann zum Beispiel genau, zu welcher Tageszeit in München Gräserpollen in der Luft sind und in welcher Intensität.

Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen den häufigsten Pollenallergenen:

Weitere Pollenarten sind hier abrufbar!

Herr Prof. Buters, herzlichen Dank für dieses Interview!

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