Allergie Therapie Asthma Prävention

Prof. Dr. Randolf Brehler zum Thema: Allergie-Therapie ist Asthma-Prävention!

Allergie-Therapie ist Asthma-Prävention!

Welche Allergene verursachen in Deutschland die meisten Allergien?

Bei den Pollen sind es in Deutschland vor allem Gräser- und Birkenpollen. Ein weiteres wichtiges Allergen sind die Hausstaubmilben. Seltener sind Patienten gegen Beifuß-, Ambrosiapollen, Tierallergene – vor allem die Katze - und Schimmelpilze sensibilisiert. Während eine Pollenallergie typischerweise saisonal auftritt, können Innenraumallergene prinzipiell ganzjährig Symptome verursachen. Hausstaubmilbenallergiker leiden hauptsächlich im Herbst und Winter - meist morgens - unter verstopfter Nase, Augenbeschwerden und gegebenenfalls auch an Asthma.

Wann ist grundsätzlich eine kausale Allergie-Therapie, also die Spezifische Immuntherapie, möglich bzw. notwendig?

Die Spezifische Immuntherapie ist die einzige kausale Behandlungsmöglichkeit von Allergien. Ziel dieser Therapieform ist es, Patienten wieder gegen individuelle Allergene unempfindlich zu machen. Wir empfehlen die Behandlung vor allem dann, wenn Beschwerden zunehmen, einfache Maßnahmen wie die Verwendung von Allergietabletten und Allergenmeidung nicht ausreichen.

Wenn nahezu jeder Zweite in Deutschland an einer Allergie erkrankt ist – gibt es überhaupt genügend Allergologen für eine flächendeckende Allergie-Therapie?

In Deutschland haben die meisten Dermatologen, HNO-Ärzte, Kinderärzte und Lungenfachärzte die Zusatzbezeichnung Allergologie - das sind gut 5.000 Ärzte, die für die Behandlung von Allergikern zur Verfügung stehen. Damit ist im Vergleich mit anderen Ländern die Zahl der allergologisch ausgebildeten Ärzte noch hoch. Manko ist aber, dass Allergiediagnostik zeitaufwendig und kostenintensiv ist und von den Krankenkassen nicht adäquat vergütet wird. Daher sinkt derzeit in Deutschland das Interesse von Medizinern an einer allergologischen Weiterbildung.

Bei fünf Prozent der Patienten mit allergischem Asthma lässt sich die Behandlung kaum medikamentös kontrollieren. Was raten Sie?

Gerade wenn Asthma nicht ausreichend behandelt wird, verschlimmert sich die Erkrankung und die Symptome treten nicht mehr nur anfallsweise auf, sondern die Patienten leiden kontinuierlich unter Luftnot, pfeifender Atmung und Husten. Körperliche Anstrengung, Kälte-, Allergen- und andere Umweltreize verstärken die Beschwerden zusätzlich. Bei etwa fünf Prozent der Patienten mit Asthma reichen die standardmäßig verwendeten Medikamente wie inhalative Kortikosteroide und lang-wirksame bronchienerweiternde Medikamente, so genannte Betamimetika, nicht aus, um die Symptome ausreichend zu kontrollieren. Früher wurden dann regelhaft Cortison-Tabletten verordnet, die häufig dauerhaft eingenommen werden mussten. Eine dauerhafte Cortisontherapie führt aber zu Nebenwirkungen wie zum Beispiel Osteoporose und oberflächlichen Einblutungen in die Haut. Heute stehen für viele dieser Patienten sogenannte Biologika zur Verfügung, die bei einem Teil der von schwerem Asthma Betroffenen eine dauerhafte Cortisontherapie ersetzen können oder dazu führen, dass zumindest die Dosis oraler Kortikosteroide gesenkt werden kann. Zur Verhinderung teils durchaus schwerer Nebenwirkungen ist es ein wichtiges Ziel, ohne eine dauerhafte orale Cortison-Gabe auszukommen. Daher sollten Patienten mit schweren Symptomen immer den Spezialisten aufsuchen, um überprüfen zu lassen, ob eines der neuen verfügbaren Medikamente Erfolg verspricht

Herr Prof. Brehler, vielen Dank für das Interview!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.