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Allergie Therapie Asthma Prävention

Prof. Dr. Randolf Brehler zum Thema: Allergie-Therapie ist Asthma-Prävention!

Allergie-Therapie ist Asthma-Prävention!

Die Risiken einer Allergie werden häufig unterschätzt. Es ist wenig bekannt, dass, zum Beispiel aus einem Heuschnupfen, ein Asthma werden kann. Dabei ließe sich dies verhindern. Kerstin Striewe, Deutsche Allergie Liga (DAL), sprach mit Prof. Dr. Randolf Brehler, Oberarzt an der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Münster und Vorstandsmitglied im Ärzteverband Deutscher Allergologen e.V. (AEDA) darüber, warum Allergie-Therapie Asthma-Prävention sein kann.

Herr Professor Brehler – bei rund 70 Prozent der Asthma-Patienten resultiert die Erkrankung aus einer verschleppten Allergie. Wie ist das möglich?

Der allergische Schnupfen ist eine Allergie der oberen Atemwege, bei der allergenspezifische IgE -Antikörper eine Entzündung der Schleimhäute verursachen. Während ein großer Teil der Allergene in den oberen Atemwegen aus der Atemluft ausgefiltert wird, erreichen insbesondere kleinere Allergenpartikel auch die unteren Atemwege und gelangen in die Lunge.

Bei fortschreitender Allergie führen diese Allergene auch zur Entzündung der Schleimhäute an den unteren Atemwegen, was Asthma auslösen kann. Damit beginnt die Allergiekarriere häufig mit allergischem Schnupfen. Bei zumindest 30 Prozent der Patienten kommt später ein allergisches Asthma hinzu. Ziel einer frühzeitigen Behandlung ist, diesen sogenannten Etagenwechsel zu verhindern. Aktuell ist das nur mit der allergenspezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) möglich.

Sollte man jeden Allergieverdacht fachärztlich untersuchen lassen?

Um das Fortschreiten allergischer Erkrankungen zu verhindern, sind eine frühzeitige Diagnose und eine adäquate Therapie notwendig. Sicherlich ist das nicht bei jedem Verdacht auf einen allergischen Schnupfen notwendig. Bestehen Beschwerden aber über längere Zeit und kommen Symptome wie Husten, Luftnot oder pfeifende Atmung hinzu, sollte unbedingt auf Basis einer allergologischen Diagnostik eine Behandlung erfolgen. Der Allergologe kann durch einen Hauttest (Prick-Test), bei dem Allergene in die obere Hautschicht eingebracht werden, Sensibilisierungen gegen Allergene nachweisen. Ferner kann das Blut auf IgE-Antikörper untersucht werden, die gegen entsprechende Allergene gerichtet sind. Ob eine Sensibilisierung tatsächlich für die Beschwerden verantwortlich ist, kann eine nasale Provokation zeigen. Dabei sprüht der Arzt das Allergen in die Nase des Patienten und dokumentiert die Reaktion. Der Allergologe wird dann über die notwendige Therapie entscheiden.

Sie sagen, dass nur zehn Prozent derjenigen Patienten, die von einer Allergie-Impfung profitieren, diese tatsächlich erhalten. Woran liegt das?

Das hat mindestens zwei Gründe: Viele Patienten interpretieren ihre Beschwerden nicht als Allergie, und viele behandeln sich selbst mit frei verkäuflichen Allergiemedikamenten. Diese reichen anfangs oft aus, um die Symptome zu unterdrücken. Aber – und das ist ganz wichtig – sie halten fatalerweise das Fortschreiten der Erkrankung nicht auf. So kommt es mit der Zeit bei den meisten Patienten zu einer Ausbreitung des Allergenspektrums und einer Ausweitung der Symptome, die neben Nase und Auge auch die Lunge betreffen können.

Kann es dann auch zu den gefürchteten Kreuzreaktionen kommen?

Genau! Menschen mit Pollenallergie können durch Kreuzreaktionen zusätzlich an Nahrungsmittelallergien erkranken. Birkenpollenallergiker bekommen meist Mundschleimhautprobleme durch Nüsse, Kernobst und Steinobst. Auch sojamilchbasierte Lebensmittel können schwere allergische Reaktionen auslösen. Häufig gehen die Betroffenen erst dann zum Allergologen, wenn die selbst gekauften Medikamente nicht mehr ausreichen, um die Beschwerden zu lindern. Es ist aber durchaus sinnvoll, schon in einem früheren Behandlungsstadium eine exakte Diagnose zu stellen, um gegebenenfalls frühzeitig eine ursächlich wirkende allergenspezifische Immuntherapie einzuleiten. Patienten mit Allergie sollten spätestens dann zum Spezialisten gehen, wenn die Beschwerden im zweiten Jahr erneut auftreten und kontinuierlich zunehmen.

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