Allergischer Schnupfen Kortison-Nasenspray Rezept

Prof. Martin Wagenmann im Interview zum Thema: Allergischer Schnupfen - Kortison-Nasenspray wieder auf Rezept!

Allergischer Schnupfen: Kortison-Nasenspray wieder auf Rezept!

Für welche Patienten mit allergischem Schnupfen haben die Fachgesellschaften eine Kostenübernahme der kortisonhaltigen Nasensprays empfohlen?

Gerade die Patienten mit einer persistierenden allergischen Rhinitis, die mittel bis schwer betroffen sind, leiden sehr stark unter der Erkrankung und bei der Therapie haben kortisonhaltige Nasensprays einen sehr hohen Stellenwert. Anhand der vorliegenden Daten sieht man sehr deutlich, dass die nasalen Steroide in Bezug auf die Symptomreduktion deutlich wirksamer sind, als Antihistaminika und Leukotrienantagonisten (LTRA).

Die Fachgesellschaften haben deshalb beim Treffen mit dem G-BA sehr deutlich gemacht, dass sie der Ansicht sind, dass die Therapiekosten für diese Patienten wieder von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden sollten.

Die Fachgesellschaften konnten also eine Änderung der AMVV durch den G-BA erreichen?

Die Fachgesellschaften konnten erreichen, dass intranasale Steroide bei Patienten mit einer persistierenden allergischen Rhinitis mit schwerer Symptomatik zu Lasten der Kassen rezeptiert werden dürfen. Das bedeutet, dass die gesetzlichen Krankenkassen für diese Patienten die Kosten für kortisonhaltige Nasensprays zur Behandlung des allergischen Schnupfens übernehmen (https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/3453/).

Durch die schlüssige Argumentation der Fachgesellschaften konnte sogar erreicht werden, dass dies jetzt auch für die Verordnung von Antihistaminika gilt.

Was bedeutet das konkret für Patienten mit allergischem Schnupfen?

Für Antihistaminika zur Behandlung der allergischen Rhinitis war die Rezeptpflicht bereits in der Vergangenheit aufgehoben worden und die Patienten mussten diese Medikamente selbst zahlen. Parallel zur Therapie mit nasalen Steroiden wurde jetzt aber auch für Antihistaminika festgelegt, dass eine Rezeptierung bei Patienten mit einer persistierenden allergischen Rhinitis mit schwerer Symptomatik zu Lasten der Kassen erfolgen kann.

Ab wann hat ein Patient einen schweren allergischen Schnupfen?

Nach der ARIA-Klassifikation ist ein mäßiger bis schwerer allergischer Schnupfen wie folgt definiert:

  •          Störende Symptomatik
  •          Beeinträchtigung des Schlafes
  •          Probleme bei Arbeit oder Schule
  •          Störung von Tagesaktivitäten wie Sport oder Freizeit

Über diese Symptomatik berichten die meisten Patienten mit allergischem Schnupfen.

Herr Prof. Wagenmann, herzlichen Dank für dieses Interview!

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