Allergischer Schnupfen Kortison-Nasenspray Rezept

Prof. Martin Wagenmann im Interview zum Thema: Allergischer Schnupfen - Kortison-Nasenspray wieder auf Rezept!

Allergischer Schnupfen: Kortison-Nasenspray wieder auf Rezept!

Mit welchem Argument konnten Sie den G-BA überzeugen?

Bei unserem Treffen, bei dem je ein Vertreter der genannten Fachgesellschaften anwesend war, konnten wir den G-BA davon überzeugen, dass der allergische Schnupfen keine Bagatellerkrankung ist. Ein starkes Argument war dabei der Hinweis auf die nachgewiesenen Zusammenhänge zwischen allergischem Schnupfen und allergischem Asthma.

Wir konnten zudem den G-BA auch dafür sensibilisieren, wie ausgeprägt die Einschränkungen eines allergischen Schnupfens für die betroffenen Patienten sind. Die Patienten werden ja nicht allein durch die für einen allergischen Schnupfen typischen Symptome stark beeinträchtigt. Auch Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und die Reduktion der geistigen Leistungsfähigkeit können zu den Begleiterscheinungen eines allergischen Schnupfens gehören. All diese Einschränkungen lassen sich durch entsprechende Studien eindeutig nachweisen.

Außerdem haben wir bei diesem Treffen auch sehr deutlich gemacht, dass die in der aktuellen AMVV genannten Voraussetzungen für eine rezeptfreie Abgabe kortisonhaltiger Nasensprays zur Behandlung des allergischen Schnupfens nicht sinnvoll sind und eine bessere Klassifikation vorgeschlagen.


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Wie lautete der Vorschlag der Fachgesellschaften für eine bessere Klassifikation des allergischen Schnupfens?

Der Vorschlag der Fachgesellschaften lautete, die ARIA-Klassifikation der allergischen Rhinitis, also des allergischen Schnupfens,  zugrunde zu legen, denn dazu gibt es gute Daten. „ARIA“ steht für „Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma“ und ist eine Nichtregierungsorganisation (NGO). ARIA verfolgt das Ziel, über die Zusammenhänge zwischen dem allergischen Schnupfen und der Entstehung von Asthma aufzuklären und Leitfäden zur Behandlung und Prävention zu entwickeln. Nach ARIA unterscheidet man den allergischen Schnupfen nicht mehr nach dem auslösenden Allergen. Auch die Frage, ob der allergische Schnupfen saisonal, also nur in der Pollenflugzeit, oder perennial, das heißt ganzjährig auftritt, steht nach ARIA nicht mehr im Fokus. Ausschlaggebend sind vielmehr Dauer und Schwere der allergischen Erkrankung, und man unterscheidet die intermittierende allergische Rhinitis und die persistierende allergische Rhinitis.

Was ist der Unterschied zwischen einer persistierenden und einer intermittierenden allergischen Rhinitis?

Als eine persistierende allergische Rhinitis bezeichnet man einen dauerhaften allergischen Schnupfen. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn eine Hausstaubmilbenallergie vorliegt, denn Hausstaubmilben gibt es überall und das ganze Jahr über. Aber auch ein Pollenallergiker, der auf Frühblüher, wie Birke, Hasel, Erle, sowie gegen Gräser und Kräuter allergisch ist, kann von einer persistierenden allergischen Rhinitis betroffen sein. Da stets eine der für ihn allergenen Pflanzen blüht, kann es über viele Monate zu Beschwerden kommen. Das ist heutzutage sogar eher die Regel als die Ausnahme!

Und wann spricht man von einer intermittierenden allergischen Rhinitis?

Von einer intermittierenden allergischen Rhinitis spricht man dann, wenn der Patient allergisch auf ein Allergen reagiert, mit dem er aber nicht so häufig konfrontiert wird. Ein Beispiel hierfür wäre ein Katzenhaarallergiker, der so gut wie nie mit Katzen oder Katzenbesitzern in Berührung kommt. Der Patient leidet dann an einer intermittierenden allergischen Rhinitis aufgrund eines perennialen Allergens.

Zusätzlich unterscheidet man beim allergischen Schnupfen zwischen zwei Patientengruppen, den Patienten, die leicht betroffen sind und jenen, die mittel bis schwer betroffen sind.

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