Prof. Hörmann zum Thema: Allergie auf Ambrosia Symptome Diagnose Therapie

Prof. Hörmann zum Thema: Allergie auf Ambrosia: Symptome, Diagnose Therapie!

Allergie auf Ambrosia: Symptome, Diagnose, Therapie

Wie erfolgt die Diagnose einer Allergie auf Ambrosia?

Die Diagnose einer Ambrosia Allergie erfolgt wie bei allen anderen Pollenallergien mithilfe von Haut – oder Bluttests, d.h. einem Pricktest oder RAST, oder aber durch eine nasale Provokationstestung. Die Tests alleine zeigen eine Sensibilisierung an, kommt die klinische Symptomatik hinzu, spricht man von einer Allergie.

Welche Therapieoptionen gibt es bei der Ambrosia-Allergie?

Zuallererst kann eine Karenz bzw. die Vermeidung eine Abhilfe schaffen. Z.B. durch Anbringen von Pollengittern vor den Schlafzimmerfenstern, Pollenfilter fürs Auto, Luftreinigern oder Allergiker Staubsaugern. Nicht zu unterschätzen ist auch die richtige Urlaubsplanung in Gebieten mit niedriger Pollenbelastung.

Leichte Symptome lassen sich mithilfe antiallergischer Medikamente wie Antihistaminika behandeln. Bei nasaler Komponente eignen sich auch topische Kortikosteroide oder topische Kombinationspräparate, aus Kortison und Antihistaminikum, bei allergischer Konjunktivitis antihistaminikahaltige Augentropfen. Eine adäquate Ursachenbekämpfung bietet nur eine allergenspezifische Immuntherapie (AIT), diese kann subkutan aber auch sublingual als SLIT über 3 Jahre erfolgen.

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Müssten von zentraler Stelle Maßnahmen getroffen werden, um die weitere Verbreitung der Ambrosia zu verhindern?

Das aus Nordamerika stammende beifußblättrige Traubenkraut, englisch Ragweed genannt, zählte in Deutschland zu einem eher seltenen Unkraut. Seit etwa Anfang der 1990er Jahre nehmen die Bestände der Pflanze jedoch zu. Mittlerweile kommt Ambrosia in allen Bundesländern vor. Zur Hauptursache der Ausbreitung zählt die Einfuhr von mit Ambrosia verunreinigtem Vogelfutter, Wildacker- oder Blumensaaten. Die Ambrosia ist, was den Boden anbelangt, relativ anspruchslos und wächst selbst auf Ackerflächen, auf Müllhalden und sogar in Kiesgruben. Am häufigsten zu finden, ist sie in Gärten und an Straßenrändern.

In den nächsten Jahrzehnten wird in Europa mit einer Vervierfachung der Konzentration an Ambrosiapollen gerechnet, dies wiederum geht unweigerlich mit einer stark ansteigenden Zahl von Allergikern einher. Somit ist ein Vermeiden der Ausbreitung der Ambrosia aus medizinischer Sicht notwendig und wichtig.

 

Wer wäre hier in der Pflicht?

Hierbei steht die Politik in der Pflicht, bundeslandübergreifende Regelungen zu finden. Einige Bundesländer haben bereits ein Meldesystem eingerichtet, um die Meldungen an das JKI (Julius – Kühn Institut – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen) zu übermitteln. Hier sollte es verpflichtende Regelungen für Grundstückseigentümer geben, Ambrosiapflanzen von ihrer Fläche zu entfernen.

Wünschenswert wäre eine Zusammenarbeit zwischen Behörden in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Umwelt, Naturschutz und Stadtentwicklung, sowie eine gezielte Aufklärung der Bevölkerung. Ferner sollte eine Sensibilisierung der Baubrache und Auftraggeber erfolgen, keine durch Ambrosia belastete Erde zu nutzen.

Aber auch jeder einzelne kann helfen: indem ambrosiafreies Vogelfutter gekauft wird und Ambrosiapflanzen am besten noch vor der Blüte ausgerissen werden, hierzu am besten Handschuhe verwenden. Bei bereits blühenden Pflanzen sollte zusätzlich noch eine Feinstaubmaske getragen werden. Die blühenden Pflanzen samt Wurzel sollten in eine Plastiktüte geworfen und über den Hausmüll entsorgt werden. NICHT ÜBER DEN Biomüll!

Herr Prof. Hörmann, herzlichen Dank für dieses Interview!

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