Spezifische Immuntherapie Kinder

Spezifische Immuntherapie bei Kindern: Wann ist sie sinnvoll?

Spezifische Immuntherapie bei Kindern: Wann ist sie sinnvoll?

Wann ist die Spezifische Immuntherapie (SIT) bei Kindern sinnvoll? Was kann damit erreicht werden? Welche Nebenwirkungen sind möglich? MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. Matthias Kopp, Leiter des Schwerpunktes Pädiatrische Pneumologie und Allergologie an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH Campus Lübeck, über die spezifische Immuntherapie bei Kindern und wann sie sinnvoll ist.

Herr Prof. Kopp, wann ist eine spezifische Immuntherapie bei Kindern sinnvoll?

Sinnvoll ist eine Immuntherapie bei Kindern mit einer Allergie gegen Inhalationsallergene - die wichtigsten Inhalationsallergene sind Gräserpollen, Birkenpollen und Milbe.

Eine Voraussetzung dafür ist, dass eine spezifische allergische Sensibilisierung im Haut-Pricktest oder mit einem spezifischen IgE nachgewiesen wurde. Hinzukommen muss, dass nicht nur eine Sensibilisierung besteht, sondern dass es nach Allergenkontakt auch zu Allergiesymptomen kommt. Das bedeutet, wenn das Kind in der Saison mit Gräserpollen oder Birkenpollen in Berührung kommt, oder wenn es zu Hause mit Hausstaubmilbenallergenen in Kontakt kommt, muss es zu Heuschnupfen-Symptomen oder Asthmasymptomen kommen. Ansonsten besteht zwar eine Sensibilisierung, jedoch keine klinisch relevante Allergie.

Aber: Wenn ein Kind bereits ein allergisches Asthma hat, dessen Symptome nicht kontrolliert sind, ist ein spezifische Immuntherapie erst möglich, wenn das Asthma kontrolliert ist.


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Was kann man mit der spezifischen Immuntherapie bei Kindern erreichen?

Das wichtigste Ziel der Therapie ist es, für die entsprechenden Allergene eine Toleranz zu erreichen. So sollte es möglich sein, die Beschwerden einer Pollenallergie oder eines allergischen Asthmas durch die SIT langfristig deutlich reduzieren. Damit verbunden ist das Ziel, dass das Kind langfristig weniger symptomatische Medikamente einnehmen muss.
Für die Patienten, die noch kein allergisches Asthma haben, ist es ein sekundäres Therapieziel, das Risiko eines Etagenwechsels von der allergischen Rhinitis zum allergischen Asthma zu reduzieren.

 

Welche Risiken bestehen bzw. welche Nebenwirkungen sind bei der SIT bei Kindern zu erwarten?

Normalerweise sind die Nebenwirkungen überwiegend lokaler Natur. Bei der SCIT, der subkutanen Immuntherapie (SCIT) mit der Spritze, kann es an der Einstichstelle zu Hautreaktionen kommen. Bei der sublingualen Immuntherapie (SLIT) mit Tropfen oder Tabletten sind Symptome wie z.B. Jucken im Hals oder Bauchschmerzen möglich. Die Kinder und die Eltern sollten wissen, dass es zu solchen Nebenwirkungen kommen kann. Bei der SCIT sollten die Eltern einplanen, dass die Kinder nach der Spritze noch zur Beobachtung vor Ort bleiben müssen, falls es zu schwereren Reaktionen kommen sollte. Außerdem sollten die Kinder an dem Tag, an dem die SCIT bzw. SLIT verabreicht wurde, keinen Leistungssport betreiben.
Zu schwereren Nebenwirkungen kommt es bei der spezifischen Immuntherapie glücklicherweise sehr, sehr selten.

Herr Prof. Kopp, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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