Pollenapp 2.0

Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologische Ambulanz, Charité Berlin und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin

Pollenapp 2.0: Individualisierte Symptomvorhersage für Pollenallergiker

Seit Mai dieses Jahres stellt die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Deutschland eine kostenlose Pollenapp zur Verfügung, die Heuschnupfen-Geplagten das Leben erleichtern soll. Mit der App können Pollenallergiker ihr persönliches Symptom-Profil  mit den Daten der Pollenflugvorhersage des Deutschen Wetterdienstes verbinden - Basis ist das elektronische Pollentagebuch, ein internationales Projekt. Mit Hilfe der App lässt sich nachvollziehen, welche individuellen Symptome welchen Schweregrades mit welchen Pollenbelastungen einhergehen. Darüber hinaus bietet die neue App die Möglichkeit einer individualisierten Symptomvorhersage für die nächsten Tage. Pollenallergiker haben so die Möglichkeit „ihr Allergen“ zu meiden, bzw. die Dosierung der Medikamente entsprechend anzupassen. Über die neue App, die auch bei der Veranstaltung "Allergologie im Kloster" in Mai 2013 im Kloster Eberbach vorgestellt wurde, sprach MeinAllergiePortal mit Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologische Ambulanz, Charité Berlin und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin.

Herr Prof. Bergmann, wie generiert die neue App aus der Pollenflugvorhersage des Deutschen Wetter-dienstes und den Symptomen des Patienten mit Heuschnupfen eine verlässliche Symptomprognose?

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass Basis der App das elektronische Pollentagebuch ist, in dem wir die Symptome auf Patientenebene erfassen. Im elektronischen Pollentagebuch legt der Patient seinen Eintrag an und trägt auch seinen Wohnort ein. Dann kann der Patient sein Beschwerdebild mit Hilfe einer visuellen Analogskala eingeben. Eingeteilt in die Bereich Nase, Augen und Bronchien kann der Patient genau auswählen, welche Beschwerden seine Pollenallergie verursacht. Sind z.B. die Augen betroffen, kann der Patient u.a. wählen zwischen Symptomen wie Augenrötung, Augentränen und Augenjucken. Ist die Nase betroffen, kann man Symptome wie angeschwollene Nase, Nießen oder verstopfte Nase anklicken. Auch der Schweregrad der Symptome wird im Pollentagebuch jeweils erfasst und zwar skaliert von 0 bis 4, d.h.  von "keine Symptome", über "leichte Symptome" und "mittelstarke Symptome" bis zu "sehr starke Symptome".

Wenn diese Angaben vom Patienten an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Tagen gemacht werden, kann ein Datenabgleich erfolgen. Konkret werden die Angaben zu den individuellen Symptomen des Heuschnupfen-Patienten mit den Pollen-Daten der dem Nutzer am  nächstgelegenen Pollenfallen korreliert. 

Ein Beispiel: Ein Nutzer am Standort Berlin gibt an, dass er starke Augenbeschwerden hat. Gleichzeitig melden die in Berlin stationierten Pollenfallen für genau diesen Zeitraum eine bestimmte Anzahl von Birkenpollen. Damit kann der Nutzer genau erkennen, welche Pollen für ihn wichtig sind, d.h. in welcher Konzentration welche Pollen welche Beschwerden in welcher Stärke bei ihm persönlich auslösen.

Das System ist sogar in der Lage, die individuelle Reaktionsstärke eines Heuschnupfen-Patienten auf eine bestimmte Pollenkonzentration einzuordnen. Das ist möglich, indem die vom Nutzer angegebene Stärke der Symptome bei einer bestimmten Pollenmenge mit der Symptomstärke anderer Nutzer, bei gleicher Pollenkonzentration verglichen wird. Ausgehend von einer mittleren Reaktionsstärke von 50 Prozent lässt sich so sagen, ob die individuelle Reaktion überdurchschnittlich empfindlich oder unempfindlich ausfällt.

Das elektronische Pollentagebuch ermöglicht so ein sehr individuelles Ursachen-Beschwerde-Profil für den Pollenallergiker und vor allem eine personalisierte Vorhersache bezüglich des zu erwartenden Schweregrades der Symptome. Das ist auch international möglich, denn wir greifen für das elektronische Pollentagebuch auf die Europäische Datenbank für Pollen in Wien zurück.

Auf Knopfdruck kann er diese Information sogar an zwei verschiedene Adressaten senden, z.B. an seine Ärzte, er kann die Information aber auch ausdrucken und archivieren.


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