SCIT Kind: Lokale systemische Reaktionen

Prof. Dr. med. Albrecht Bufe, Kinderarzt, Allergologe, Immunologe, Molekularbiologe und Leiter der Abteilung experimentelle Pneumologie an der Ruhr-Universität zu seiner Studie zu lokalen und systemischen Reaktionen der SCIT beim Kind!

SCIT beim Kind: Lokale und systemische Reaktionen

Bei der subkutanen Immuntherapie (SCIT) beim Kind kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Dabei kann es sich um lokale, aber auch um systemische Reaktionen handeln. In einer aktuellen Studie1)  wurde untersucht, wie häufig es bei Kindern im Rahmen der subkutanen Immuntherapie zu Reaktionen kommt, wann sie auftreten und wie schwer sie ausfallen können. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. Albrecht Bufe, Kinderarzt, Allergologe, Immunologe, Molekularbiologe und Leiter der Abteilung experimentelle Pneumologie an der Ruhr-Universität und Initiator der Studie.

Herr Prof. Bufe, mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen, wenn bei Kindern eine SCIT durchgeführt wird?

Zur Fragestellung, welche Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer subkutanen Immuntherapie bei Kindern auftreten können, haben wir in Deutschland gerade eine Beobachtungsstudie mit 18 kinderallergologischen Praxen, die Hyposensibilisierungen vornehmen, durchgeführt. An der Studie waren 580 Kinder beteiligt, die zusammengenommen 10.000 Injektionen erhielten. In dieser Untersuchung zeigte sich, dass einerseits lokale und andererseits systemische Reaktionen auftreten können.


Advertorial

Advertorial

Wie äußern sich lokale Reaktionen auf eine subkutane Immuntherapie?

Lokale Reaktionen können sich durch eine Rötung der Haut, eine Verdickung an der Einstichstelle und Juckreiz äußern. Sie können in unterschiedlichem Ausmaß auftreten, d.h. unterschiedlich groß ausfallen.

Lokale Reaktionen auf die SCIT können kurz nach der Injektion auftreten und schnell wieder verschwinden. Es kann jedoch auch vorkommen, dass es erst wenn das Kind die Praxis bereits verlassen hat, zu lokalen Reaktionen kommt.

 

Wie äußern sich systemische Reaktionen auf eine subkutane Immuntherapie?

Systemischen Reaktionen auf die subkutane Immuntherapie können an verschiedenen Organen auftreten und dabei gibt es vier Stufen. Die erste Stufe ist in der Regel eine Hauterscheinung – die Urtikaria. Urtikaria-Quaddeln verbreiten sich dabei am gesamten Körper, nicht nur an der Einstichstelle, wie bei der lokalen Reaktion. Diese erste Stufe der systemischen Reaktion bezeichnet man auch als eine „Grad I-Reaktion“.

Im Unterschied dazu sind bei einer „Grad II“-Reaktion zwei verschiedene Organsysteme am allergischen Geschehen beteiligt. Dabei kann es z.B. zu einer Urtikaria und gleichzeitig zu Asthma bronchiale kommen, oder zu Urtikaria und Erbrechen, wenn der Magen-Darm-Trakt beteiligt ist.

Bei der systemischen Reaktion Grad III ist das Herz-Kreislauf-System beteiligt, vor allem durch Herzschlagbeschleunigung.Es kann zu einem Blutdruckabfall kommen – man spricht hier bereits von einer Anaphylaxie.

Bei der systemischen Reaktion Grad IV kommt es dann zum anaphylaktischen Schock, das heisst zu einer lebensbedrohlichen Reaktion mit Blutdruckabfall, Gerinnungsstörung und Schädigung von verschiedenen inneren Organen, wobei der Übergang von Grad III auf Grad IV fließend sein kann.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.