AppleCare Birkenpollenallergiker Äpfel

Dr. Thomas Letschka, Leiter des Fachbereichs angewandte Genomik und Molekularbiologie am Versuchszentrum Laimburg zu AppleCare!

AppleCare: Birkenpollenallergiker mit Äpfeln desensibilisieren?

Wie gehen Sie konkret bei Ihrer AppleCare-Studie vor und wie sieht das Studiendesign aus?

applecare pulverisieren der apfelschale in fluessigstickstoffAppleCare: Pulverisieren der Apfelschale in Flüssigstickstoff, Quelle: Dr. Thomas LetschkaDas Studiendesign sieht einen interdisziplinären Ansatz vor, in dem klinische Studien mit molekularbiologischen und strukturchemischen Analysen verbunden werden. Dafür werden an den Dermatologischen Abteilungen der Kliniken von Bozen (Italien) und Innsbruck (Österreich) aus einer Großzahl an potenziellen Probanden jene 20 ausgewählt, die sich am besten für orale Provokationstest mit verschiedenen Apfelsorten und intensive Prick-Tests eignen. Diese Ergebnisse werden mit Genexpressionsanalysen am Versuchszentrum Laimburg (Italien) und mit chemischen Analysen zur Strukturaufklärung der Apfelallergene an der Universität Innsbruck verglichen.

Hauptziel ist die Beantwortung folgender Frage: Welche Apfelallergene lösen die Immunreaktion aus und haben außerdem große Ähnlichkeit mit dem Birkenpollen-Allergen? Haben wir die besten Kandidaten identifiziert, wird deren Konzentration in verschiedenen Apfelsorten gemessen. Dies erlaubt frühestens 2019 das Design eines möglichen Therapieansatzes, der wie folgt aussehen könnte: Täglich einen Viertel Apfel der Sorte XY samt Schale für drei Jahre.

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Würde diese Form der Immuntherapie ausreichen, um Apfelallergiker bzw. Birkenpollenallergier zu desensibilisieren?  

Ziel dieser natürlichen Immuntherapie durch Apfelgenuss wäre es, die gegenwärtige AIT zu ersetzen und somit in derselben Zeit zu demselben Ergebnis zu gelangen – ohne den Einsatz von Spritzen oder Tabletten. Diese Therapieform könnte auch eine Ergänzung der bestehenden AIT darstellen. Nach einem Jahr sollte bereits eine deutliche Besserung der Symptome erreicht werden, eine Dauer von drei Jahren ist sicher sinnvoll. Da mit einer Heilung der Birkenpollenallergie aller Wahrscheinlichkeit nach auch eine Heilung der Apfelallergie einhergeht, dürfen Äpfel natürlich auch nach der Therapie weiterhin genossen werden.

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Kann man schon abschätzen, inwieweit eine Immuntherapie mit Äpfeln auch für Kinder geeignet sein könnte?

applecare probenvorbereitung im laborAppleCare: Probenvorbereitung im Labor, Quelle: Dr. Thomas LetschkaBei Kleinkindern geht der Trend generell in die Richtung, sie frühestmöglich, d.h. ab dem vierten Lebensmonat, an eventuelle Allergene zu gewöhnen, anstatt den Kontakt mit potenziell allergischen Lebensmitteln – wie Äpfeln oder Hülsenfrüchten – solange wie möglich hinauszuzögern. Dies reduziert die Ausbildung von Allergien signifikant, wie im Falle der Erdnuss bereits eindeutig gezeigt werden konnte.

An wen müssten sich Birkenpollenallergiker mit Kreuzallergie auf das Apfelallergen wenden, wenn Sie gerne bei Ihrer AppleCare-Studie mitmachen würden?

Wir haben bereits spontane Interessensbekundungen freiwilliger Birkenpollenallergiker erhalten, die wir natürlich gerne berücksichtigen. Alle Interessierten können sich an das Versuchszentrum Laimburg oder an die Abteilung für Dermatologie am Krankenhaus Bozen wenden:

Versuchszentrum Laimburg: thomas.letschka@laimburg.it

oder

Abteilung für Dermatologie, Krankenhaus Bozen: dermat.bz@sabes.it

Herr Dr. Letschka, herzlichen Dank für dieses Interview!

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