Kneipp'sche Therapieverfahren Neurodermitis

Dr. med. Christian Hentschel, Allergologe, Psychotherapeut, Allgemeinmediziner und Experte für Naturheilverfahren in Düsseldorf über Kneipp'sche Therapieverfahren und wie sie bei Neurodermitis helfen können!

Kneipp'sche Therapieverfahren bei Neurodermitis: Wie können sie helfen?

Gibt es noch andere Kneipp’sche Therapieverfahren, die bei Neurodermitis eingesetzt werden können?

Im Bereich der Heilpflanzen sind bei Neurodermitis Pflegeprodukte mit Nachtkerzenöl, die man topisch, also auf der Haut, anwendet, sehr wirkungsvoll.
Weiter gibt es zur Behandlung von Neurodermitis die Dulcamara, auch Bittersüß oder Bittersüßer Nachtschatten genannt, oder Hamamelis, eine zugelassene und verordnungsfähige Heilpflanze die beruhigt, gerbt und die antientzündlich und adstringierend, d.h. zusammenziehend, wirkt.

Die Kamille würde ich zur Behandlung von neurodermitischer Haut nicht empfehlen, da sie durch ihre Inhaltsstoffe reizen kann. Insbesondere am Auge sollte die Kamille auf keinen Fall angewendet werden.

Ein weiteres Beispiel wäre die Eichenrinde, die Gerbstoffe enthält. Kleingeschnitten und ausgekocht entsteht ein Sud, den man zum Beispiel bei einem allergischen Handekzem zum Baden nutzen kann. Eichenrinde gerbt die Haut und die nässenden, offenen Stellen können sich schließen.

Bis auf die Eichenrinde sind die genannten Heilpflanzen auch in Form von guten Fertigpräparaten erhältlich – man muss also zuhause kein „Pflanzenlabor“ aufbauen.

Wichtig ist, dass es sich um ein Präparat handelt, das in den Arzneimittelbüchern gelistet ist.

Zusätzlich zu diesen klassischen Methoden gehört zu den Kneipp’schen Therapieverfahren  die Bewegungstherapie.

Was versteht man im Zusammenhang mit den Kneipp’schen Therapieverfahren unter der Bewegungstherapie?

Es gibt Studien, die belegen, dass regelmäßiger Sport bei Neurodermitikern hervorragende positive Effekte hat. Dies liegt zum einen an der durch Sport verbesserten Durchblutung und zum anderen an immunologischen Prozessen, die durch die Bewegung ausgelöst werden, Sport kann selbst auf Karzinomerkrankungen einen Einfluss haben, z.B. beim Mammakarzinom.

Zu den Kneipp’schen Therapieverfahren gehören noch Luft und Licht…

Man weiß, dass das Hochgebirgsklima, z.B. in Davos, oder auch das Seeklima  sehr positive Wirkungen bei Allergikern haben, insbesondere bei der Neurodermitis. Im Hochgebirge, ab einer Höhe von 1650 Metern, gibt es z.B. keine Hausstaubmilben mehr. Auch die dort herrschende natürliche UV-Bestrahlung wirkt beiNeurodermitikern hervorragend, solange man es nicht übertreibt.

Am Meer hingegen findet man aufgrund des Windes weniger Hausstaubmilben und Pollen in der Luft. Auch der Salzgehalt der Luft wirkt sich positiv auf neurodermitische Haut aus.

Was wäre denn bei Neurodermitis das richtige Maß für die UV-Bestrahlung?

Das richtige Maß ist auch bei Neurodermitikern eher eine Frage des Hauttyps. Dunkle Hauttypen vertragen grundsätzlich mehr UV-Licht, als helle. Deshalb richtet sich die empfohlene Dauer der UV-Bestrahlung nach dem Hauttyp. Auf jeden Fall sollten Neurodermitis-Patienten das Thema vor einem Aufenthalt im Hochgebirge oder auch am Meer mit ihrem Allergologen besprechen, der anhand von speziellen Tabellen individuell verträgliche Bestrahlungszeiten empfehlen kann.

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Das heißt eine UV-Bestrahlung ist bei Neurodermitis auch ohne Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor sinnvoll?

Wenn man eine Bestrahlungstherapie im Hochgebirge oder am Meer durchführt, sollte man für den täglich empfohlenen Bestrahlungszeitraum tatsächlich keine Cremes mit Lichtschutzfaktor auftragen. Der Lichtschutzfaktor sorgt ja gerade dafür, dass das UV-Licht nicht an die Haut gelangt. Nach den Sonnenzeiten sollte man dann aber wieder Sonnenschutzprodukte oder Sunblocker verwenden.

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