Neurodermitis verhindern Basistherapie Basispflege

Prof. Dr. Petra Högger, Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie an der Universität Würzburg zur Frage: Kann man mit einer Neurodermitis Basistherapie die Entstehung von Neurodermitis verhindern?

Mit Neurodermitis Basistherapie die Entstehung von Neurodermitis verhindern?

Konnte man in den beiden Neurodermitis-Primärpräventionsstudien noch weitere Erkenntnisse gewinnen?

In einer der Studien wurde zusätzlich untersucht, inwieweit es bei den Kindern im Untersuchungszeitraum zu Sensibilisierungen gegenüber Hühnereiweiß gekommen war. Dabei stellte sich heraus, dass bei den Kindern, die in der Studie Ekzeme entwickelt hatten, viel häufiger Sensibilisierungen zu finden waren, als bei den symptomfreien Kindern. Offenbar begünstigte eine gestörte Hautbarriere bzw. das Vorhandensein von Ekzemen eine allergische Sensibilisierung. Insofern kann es sein, dass eine gute Basispflege über eine Prävention von Ekzemen bzw. Neurodermitis auch eine allergische Sensibilisierung vermindern könnte.

Auch im Hinblick darauf, dass die Basistherapie keine Nebenwirkungen hat, ist sie eine sehr effektive und vor allem sichere Maßnahme zur Primärprävention.

Das bedeutet also, die Basistherapie kann den genetischen Faktor bei der Neurodermitis unterdrücken?

Vererbt wird bei der Neurodermitis die Veranlagung für eine Erkrankung des atopischen Formenkreises. Dabei kreisen die Diskussionen um die Frage: Was steht am Anfang, der Defekt der Hautbarriere oder ein immunologisches Geschehen? Das Cremen im Zuge der Basistherapie könnte einen subklinischen Barrieredefekt korrigieren. Die Barrierefunktion wird durch die Hydratation der Haut, d. h. die Anlagerung von Wassermolekülen, und durch den Zusatz von Fetten  gestärkt.

Bedeutet das, dass die Barrierestörung nach wie vor da ist?

Die genetische Veranlagung für Neurodermitis kann man nicht beeinflussen, aber der Ausbruch der Erkrankung kann offenbar bei vielen Patienten dadurch hinausgezögert oder vielleicht sogar verhindert werden, dass man eine gute Basispflege anwendet, obwohl sich noch keine Neurodermitis-Symptome gezeigt haben. Es spricht also wahrscheinlich nichts gegen eine frühe dauerhafte Basispflege für Kinder atopischer Familien.

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Sie hatten erwähnt, dass aktuell weitere Studien zur Primärprävention von Neurodermitis laufen, deren Ergebnisse noch ausstehen. Was empfehlen Sie atopisch vorbelasteten Eltern aktuell?

Eine hinreichende Basispflege, die einmal täglich angewendet wird, ist aus meiner Sicht sinnvoll. Die bisherigen Studien konnten ja zeigen, dass der Effekt durchaus beachtlich sein kann.

In den nächsten Jahren wird man hierzu mit Sicherheit noch einige spannende Erkenntnisse gewinnen.

Frau Prof. Högger, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Quellen:

1)    Simpson EL, Chalmers JR, Hanifin JM, et al, Emollient enhancement of the skin barrier from birth offers effective atopic dermatitis preventio. J Allergy Clin Immunol. 2014; 134: 818‐23, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4180007/

2)    Horimukai K, Morita K, Narita M, et al. Application of moisturizer to neonates prevents development of atopic dermatitis. J Allergy Clin Immunol. 2014; 134: 824‐U414. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25282564

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