Allergie Haut Alter

Dr. Sabine Müller, Funktionsoberärztin Allergologie und Immundermatologie an der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Freiburg

Haut im Alter: Was ist anders? Was ändert sich bei Allergien?

Welche Möglichkeiten der Prävention gibt es für ältere Patienten und was kann der Patient selbst tun?

Es ist sinnvoll dem älteren Menschen oder gegebenenfalls den Familienangehörigen die Wichtigkeit einer konsequenten Hautpflege zu vermitteln. Manche ältere Menschen sind aufgrund eingeschränkter körperlichen oder kognitiven Fähigkeiten nicht mehr in der Lage eine adäquate Hautpflege selbst durchzuführen. Einige dieser Menschen versorgen sich trotzdem selbst ohne Hilfe durch eine Pflege- oder Sozialstation. Diese Patienten sind besonders gefährdet, an Ekzemen unterschiedlicher Genese sowie an diversen Hautinfektionen z.B. durch Bakterien (Wundrose) oder Pilze zu erkranken. Eine gut gepflegte Haut kann das Erkrankungsrisiko diesbezüglich erheblich reduzieren. Optimal geeignet sind blande Emollienzien, d.h. hautglättende Pflegeprodukte, die nach Möglichkeit keine wesentlichen sensibilisierenden Substanzen wie Duftstoffe oder Wollwachsalkohole enthalten.

Hinsichtlich der chronischen Urtikaria können mit Hilfe der Dokumentation in einem Tagebuch auslösende Faktoren (z.B. Analgetika oder physikalische Auslöser) identifiziert und gemieden werden. Im Fall einer chronischen spontanen Urtikaria kann in manchen Fällen die Einnahme einer Kost, die arm an Nahrungsmittelzusatzstoffen ist, die Krankheitsaktivität erheblich reduzieren. Diese Diät ist für ältere Menschen, die noch aktiv sind und keine Hilfe im Alltag benötigen, einfach umzusetzen. Bereits nach ca. 4 Wochen ist eine Besserung zu erwarten und in manchen Fällen kann durch diese Diät auf die Einnahme von Antihistaminika und damit verbundenen möglichen Nebenwirkungen verzichtet werden.

Alte Menschen werden oft von Pflegepersonal betreut. Ist man in der Pflege auf veränderte Anforderungen eingestellt?

Das Pflegepersonal ist in manchen Aspekten auf die veränderten Anforderungen in der Pflege von alten Menschen z.B. die regelmäßige Umlagerung von immobilen Patienten um Dekubiti zu verhindern, gut eingestellt. Die Anwendung einer Hautbarriere-schützende Hautpflege bei Inkontinenz oder sachgerechte Versorgung eines Stomas verhindern das Auftreten von Ekzemen.

Advertorial

In der alltäglichen Hautpflege wird die schädliche Einwirkung von Seifen auf die Hautbarriere der Altershaut oft bagatellisiert. Für das Pflegepersonal sollten Schulungen bzgl. der optimalen Pflege der Altershaut angeboten werden. Wichtige Punkte zum Thema „Basispflege Altershaut“ sind unter anderem das Bevorzugen von seifenfreier Waschsyndets, das regelmäßige Auftragen von ausreichenden Mengen Emollienzien, sowie die Wahl einer hypoallergenen Hautpflege. Dieses ist leicht im Alltag umzusetzen und hat eine große Auswirkung auf die Pflege der Altershaut.

Frau Dr. Müller, herzlichen Dank für dieses Interview!

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