Hautpilze atopisches Ekzem Neurodermitis Malassezia

Dr. med. Martin Glatz, Allergiestation, Dermatologische Klinik Universitätsspital Zürich

Atopisches Ekzem: Welche Rolle spielen Haut-Pilze bei Neurodermitis? - Welche Untersuchungen führen Sie durch, um die Spezies der Pilze beim atopischen Ekzem...

Welche Untersuchungen führen Sie durch, um die Spezies der Pilze beim atopischen Ekzem zu bestimmen?

Wir untersuchen das Pilzvorkommen der Neurodermitis-Haut durch Anzüchtungen. Dafür wird mittels Wattebausch ein Abstrich der Haut genommen und auf einer Kulturplatte gezüchtet, um zu sehen, welche Malassezia-Spezies daraus erwächst. Außerdem nehmen wir molekularbiologische Analysen, d.h. eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Sequenzierungen vor. Diese Untersuchungen dienen der exakten Bestimmung der Malassezia-Spezies.

 

Kann man sagen, ob der Pilz Malassezia, ähnlich wie Staphylococcus aureus, schon im Vorfeld der Neurodermitis-Läsionen vermehrt auftritt?

Die zentrale Frage, die wir mit unserer Forschung klären wollen, lautet.

Tritt zuerst das atopische Ekzem auf und daraufhin besiedeln bestimmte Pilzspezies die erkrankte Haut, oder kommt es zuerst zu einer Veränderung in der Zusammensetzung des Pilz-Mikrobioms auf der Haut und dadurch erst zu den für Neurodermitis typischen Entzündungen?“

Noch können wir diese Frage nicht beantworten, weder im Hinblick auf Pilze noch in Bezug auf Bakterien. Es ist auch noch gar nicht so lange bekannt, dass Pilze beim atopischen Ekzem überhaupt eine Rolle spielen.   

Insgesamt ist das Thema „Bakterien“ besser erforscht als das Thema „Pilze“ – hier stehen wir noch ganz am Anfang, Der Grund dafür liegt darin, dass Pilze im Labor sehr viel schwerer auf Kulturplatten gezüchtet werden können, als Bakterien.

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Was macht das Anzüchten von Hautpilzen unter Laborbedingungen so schwierig?

Wenn man einen Abstrich auf einer Kulturplatte wachsen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dort Bakterien wachsen und alles andere überwuchern deutlich größer, als dass sich eine Pilzkultur entwickelt. Pilze benötigen meist deutlich mehr Zeit, um zu wachsen und sind deshalb gegenüber Bakterien im Kampf um die „Ressource Kulturplatte“ benachteiligt. Oft ist es deshalb schwierig, die Pilze nachzuweisen.

Dementsprechend sind auch Experimente mit Pilzen weitaus komplexer als mit Bakterien. In der Konsequenz wird an Pilzen seltener geforscht und dementsprechend langsamer geht es voran mit der Gewinnung neuer Erkenntnisse.

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