Lichttherapie Neurodermitis Psoriasis Ekzem

Prof. Hjalmar Kurzen, Dermatologe in Freising

Lichttherapie bei Neurodermitis, Schuppenflechte und Kontaktekzemen

Wie lange sollte die Lichttherapie durchgeführt werden?

Über einige Monate hinweg sollte man die Lichttherapie schon anwenden.

Allerdings: Auf Dauer, d.h. über Jahre hinweg und zu häufig eingesetzt, kann die Lichttherapie auch negative Effekte haben. UV-Licht hat auch eine Schattenseite und kann die Entstehung von Hautkrebs fördern.   

Bei einer Kurzzeitbehandlung von zwei bis drei Monaten und in den geringen Dosen, wie sie modernste Geräte üblicherweise verwenden, bestehen jedoch nur geringe Risiken – eine vollständige Behandlung  von 20-30 Bestrahlungen ist ungefähr vergleichbar mit einem Nachmittag an der Isar.

Die Wirkung der Lichttherapie tritt meist relativ schnell ein – oft verschwindet der Juckreiz bereits nach zwei bis drei Bestrahlungen. Bis das Ekzem abgeheilt ist, kann es bis zu drei Wochen dauern und nach ca. sechs Wochen sind meist die sichtbaren Symptome an der Haut verschwunden.

Auch die Urtikaria gehört zu den juckenden Hauterkrankungen – setzt man die Lichttherapie hier auch ein?

Bei der Urtikaria stehen auch andere Therapieformen zur Verfügung. Bestimmte Formen der Urtikaria, z.B. die Form, die durch Wasser ausgelöst wird, kann auch mit der Lichttherapie behandelt werden. Oft reicht eine Behandlung von 2 bis 3 Minuten in der Woche, um den Juckreiz zu stillen. Auch bei der cholinergen Urtikaria ist eine Lichttherapie möglich.

Gibt es denn verschiedene Lichttherapien?

Die Lichttherapien unterscheiden sich nach der Wellenlänge des Lichtes. Früher hat man im UVA/UVB- Bereich relativ breite, gemischte Spektren von ca. 300 bis 350 verwendet. Damit hat man zwar eine deutliche Wirkung erzielt, aber auch schädliche Nebenwirkungen, heute nutzt man diese Geräte nicht mehr.

Die modernen Schmalspektrum UVB-Lampen, die man heute z.B. für die Behandlung von Psoriasis und Neurodermitis einsetzt, haben ca. 311 nm und haben nur wenig Nebenwirkungen – bei 308 nm erzielt man die maximale biologische Wirkung der Bestrahlung. Diese Wellenlänge wird vom sogenannten Excimer Laser verwendet, der in der gleichen Indikation verwendet wird, jedoch höhere (Laser)-Lichtintensität auf kleineren Arealen verwendet.

Für die PUVA-Therapie, die wir gerade besprochen haben, setzt man UVA Strahlen ein.

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Langwellige UVA1-Strahlen, das ist ein Licht kurz vor dem Blaulicht, setzt man ebenfalls für die Therapie von Neurodermitis ein. UVA1-Licht hat nur eine sehr schwache Wirkung und muss hoch dosiert werden - man nennt die deshalb auch Hochdosis UVA-Lichttherapie.  UVA1-Licht hat den Vorteil, dass man tief in das Gewebe hineinkommt, entsprechende Geräte stehen allerdings nur in speziellen Zentren zur Verfügung.

Herr Prof. Kurzen, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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