Lichttherapie Neurodermitis Psoriasis Ekzem

Prof. Hjalmar Kurzen, Dermatologe in Freising

Lichttherapie bei Neurodermitis, Schuppenflechte und Kontaktekzemen

Wie oft muss die PUVA-Therapie durchgeführt werden?

Bei der Schuppenflechte, z.B. sollte die PUVA-Therapie drei Mal die Woche durchgeführt werden. Man beginnt die Bestrahlung mit einer sehr geringen Dosis von wenigen Sekunden - ansonsten riskiert man Verbrennungen - die langsam auf 5 bis 10 Minuten hochgesteigert wird. Die Zieldosis ist abhängig von der Leistungsstärke der jeweiligen Lichtkabine.

Dabei wird, wie gesagt, jedes Mal zunächst das Psoralen aufgetragen, meist durch ein Bad. Die Creme wird in der Regel dann eingesetzt, wenn es darum geht, kleine Areale zu behandeln. Beim großflächigen Auftragen der Creme besteht die Gefahr, dass die Verteilung zu ungleichmäßig ist und das könnte wiederum zu Verbrennungen führen. Bei der Neurodermitis erfolgt die Behandlung ähnlich.

Die Geräte, die für die Lichttherapie eingesetzt werden, sind High-Tech-Lichtkabinen, die zwar aussehen wie Solarien, aber nicht damit vergleichbar sind.

Was passiert bei der Lichttherapie in der Haut?

Wenn das UVA-Licht auf die Haut trifft, werden in der Haut bestimmte Botenstoffe freigesetzt. Ein Schlüsselzytokin ist das Interleukin-10  oder kurz IL 10, ein bekannter Entzündungsmodulator. Interleukin-10 wird von den Hautzellen produziert und der Botenstoff wirkt dann auf andere Immunzellen ein und wirkt in erster Linie entzündungshemmend in der Haut. Zusätzlich vertreibt das IL10 bestimmte Zellen aus der Haut, die sogenannten Langerhans-Zellen, die durch die UVA-Einwirkung reduziert werden.

Für die Kontaktallergie hat man zur Lichttherapie interessante Untersuchungen am Mausmodell durchgeführt. Es gibt obligate Kontaktallergene, d.h. Substanzen, die immer Kontaktallergien auslösen, wie z.B. Nickel. Man hat deshalb Mäuse mit diesen Allergenen sensibilisiert und die eine Gruppe gleichzeitig mit UV-Licht behandelt und die andere Gruppe nicht. So konnte man sehen, dass die UV-Therapie die Ekzembildung verhindern kann.  Durch die Lichttherapie „arbeitet man gegen“ den Prozess, d.h. man vertreibt von vornherein die Langerhans- Zellen aus der Haut, die zur Entstehung eines Kontaktekzems nötig sind und die Kontaktallergie kann gar nicht erst entstehen. Nach dem gleichen Prinzip verwendet man die Lichttherapie bei bestehenden Ekzemen zur Behandlung. Das UV-Licht vertreibt die Langerhans-Zellen aus der Haut, der Entzündungsprozess geht zurück und das Ekzem heilt ab.

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Man setzt also die Lichttherapie für das atopische Ekzem, Kontaktekzeme und Schuppenflechte gleichermaßen ein?

Für Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Kontaktekzem und Psoriasis setzt man die Lichttherapie ein. Weitere Einsatzgebiete der Lichttherapie sind bestimmte T-Zell-Lymphome der Haut, sowie juckende Hauterkrankungen – Juckreiz ist ein sehr häufiges Symptom bei Hauterkrankungen.
Juckreiz ist jedoch auch eine häufige Begleiterscheinung bei anderen Erkrankungen, wie z.B. Diabetes oder bei Erkrankungen der Leber  und der Nieren. Für die Betroffenen ist das oft nur schwer erträglich und viele kratzen sich die Haut sehr stark auf. Die Lichttherapie kann in diesen Fällen, d.h. bei starkem Juckreiz, hervorragend helfen.  

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