Neurodermitis Kleidung

Dr. Nadine Mothes-Luksch, Neurodermitistrainerin und Dermatologin in eigener Praxis und bei AllergyCare in Wien.

Neurodermitis und Kleidung: Was anziehen bei neurodermitischer Haut?

Worauf sollte man bei der Kleidung noch achten, wenn man Neurodermitis hat?

Es ist wichtig bei Neurodermitis, dass die Kleidung eher luftig ist und nicht zu eng anliegt oder gar scheuert.

Insbesondere bei Kleinkindern sollte man kratzende Nähte und Etiketten, die in die Wäsche eingenäht sind, vermeiden, denn sie sind ein starker irritiativer Faktor. Die Etiketten abzuschneiden, ist oft wenig hilfreich, denn die Naht bleibt dann trotzdem bestehen. Ein einfacher Trick ist es hingegen, das Kleidungsstück „links“ zu tragen. Die störenden Nähte sind dann außen und können nicht reiben und die Haut neuerlich irritieren.

Bei kleinen Kindern mit Neurodermitis sollte man außerdem dunkle Kleidung, insbesondere dunkle Unterwäsche, meiden, denn auch diese könnten durch die verwendeten Farbstoffe Hautirritationen auslösen. Hellere Farben oder Weiß sind gut geeignet, insbesondere bei der Unterwäsche.

Ebenfalls empfehlenswert: Neue Kleidungsstücke zunächst gut waschen, bevor sie das erste Mal getragen werden, insbesondere farbige Kleidungsstücke. Viele Textilien werden chemisch vorbehandelt und könnten hier zu zusätzlichen Hautreizungen führen.

Was ist in Bezug auf den Wechsel der Jahreszeiten zu beachten?

Ein wesentlicher Faktor bei Neurodermitis ist die Luftfeuchtigkeit. Die Luftfeuchtigkeit ist im Winter in unseren überheizten Innenräumen um einiges geringer als im Sommer -  meist messen wir 19 bis 20 Prozent. Im Sommer kommt man drinnen oder im Freien auf 55 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Man sollte darauf achten, dass die Räume nicht überheizt sind. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich relativ einfach dadurch erhöhen, dass man einen Wäscheständer mit nassen Handtüchern in dem Zimmer aufstellt, in dem man sich aufhält. Auch spezielle Luftbefeuchter für Allergiker sind eine sinnvolle Sache.

Zu viel Wärme und Trockenheit sind besonders bei Kindern und in der Nacht zu vermeiden, weil beides den Juckreiz fördert. Das gilt auch für die Wahl der Bettwäsche. Leichte dünne Bettdecken, die atmungsaktiv sind und keinen Hitzestau verursachen, sind deshalb bei Neurodermitis die bessere Wahl.  

Sind die Kinder unter einem Jahr alt, sollte man zusätzlich darauf achten, dass die Creme für die Nachtpflege nicht zu fetthaltig ist. Kleine Kinder können noch nicht richtig transpirieren und durch die Fettcreme staut sich die Hitze und die Kleinen werden „knallrot“.  

Gerade für die Nacht, wenn der Juckreiz am stärksten ist, ist spezielle Wäsche mit Silber- und Seidenanteil empfehlenswert. Für Kinder gibt es Schlafanzüge, Fäustlinge, Unterwäsche etc. und für Erwachsene Unterwäsche, die antiseptisch, beruhigend sogar kühlend wirken. Diese Spezialwäsche, kombiniert mit weiteren Maßnahmen, kann die Beschwerden deutlich lindern.

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Welche Rolle spielt die richtige Bekleidung beim Schwimmen gehen?

Menschen mit Neurodermitis reagieren sehr unterschiedlich auf das Schwimmen bzw. das Wasser.  Manche reagieren auf Chlorwasser positiv, andere vertragen Chlorwasser nicht. Die Studienlage ist nicht eindeutig, aber aus meiner Sicht ist es gerade für Kinder besser, man lässt sie Baden und nimmt ihnen nicht die Lebenslust.

Nach dem Baden ist es wichtig, die nasse Badekleidung auszuziehen, das Chlorwasser umgehend abzuspülen und sofort wieder eine pflegende Creme aufzutragen, damit die Haut gut feucht gehalten wird. Eine verträgliche Sonnencreme eignet sich genauso gut wie die normale Pflegelotion. Gerade in den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die konsequente Pflege die Therapiesäule Nr. 1 ist und dass durch diese regelmässigen Massnahmen die Schwere und die Häufigkeit der Ekzemschübe herabgesetzt werden können.

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