Neurodermitisschulung

Dr. med. Annice Heratizadeh, Fachärztin für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in der Abteilung für Immundermatologie und experimentelle Allergologie an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover

AG Neurodermitisschulung (ARNE): Was ist wichtig für die Erwachsenen?

Der Juckreiz und unschöne Hautstellen sind bei Neurodermitis zentrale Themen. Welche Empfehlungen geben Sie diesbezüglich?

Eine wichtige Erkenntnis zum Krankheitsgeschehen ist der sogenannte „Juckreiz-Kratz-Zirkel“. Grundsymptom der Neurodermitis ist der spezielle Juckreiz, welcher zu Kratzverhalten führt. Das Kratzen selbst und Kratzeffekte der Haut können dann wiederum die Entzündung in der Haut anfachen. Die sichtbare Entzündung der Haut wiederum führt zur Verstärkung des Juckreizes. Um diesen Zirkel zu durchbrechen, gibt es, wie erwähnt, eine Reihe an Therapiemaßnahmen.

Neben der medikamentösen Therapie sollte zusätzlich das individuelle Verhalten bei Juckreiz berücksichtigt werden und, wenn erforderlich, eine Verhaltensänderung angestrebt werden. Das ARNE-Schulungskonzept umfasst daher auch die interaktive Erarbeitung von Juckreiz-Bewältigungsstrategien, die Durchführung von Entspannungsübungen und krankheitsrelevante hilfreiche verhaltenstherapeutische Elemente.

Welche sonstigen Faktoren sind bei erwachsenen Neurodermitikern wichtig?

Als ein von den Patienten/innen als ausgesprochen wichtig empfundener Effekt der genannten Schulungen wird das „Wir-Gefühl“ in Bezug auf die Erkrankung angegeben. Die Schulungen werden in Kleingruppen durchgeführt und die Patienten/innen stellen dabei fest, dass sie mit der Erkrankung nicht alleine sind. Daher ist zu auch empfehlen, Kontakt mit Selbsthilfegruppen aufzunehmen.

Von Seiten der Experten ist zu sagen, dass das Krankheitsbild „Neurodermitis“ Thema intensiver internationaler Forschungsvorhaben ist. Ziel ist es, die Entstehung der Erkrankung noch besser zu verstehen und zukünftig neuartige gut verträgliche und möglichst nebenwirkungsarme Therapieverfahren zu entwickeln.

Advertorial

Frau Dr. Heratizadeh, herzlichen Dank für dieses Interview!

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