Neurodermitis, Symptome, Diagnose, Therapie

Prof. Dr. Peter Schmid-Grendelmeier, Leiter der Allergiestation der Dermatologischen Klinik im Universitätsspital Zürich.

Neurodermitis: Symptome, Triggerfaktoren, Diagnose und Therapien

Welche Therapiemöglichkeiten stehen zur Behandlung der Neurodermitis zur Verfügung?

Ganz wichtig für die zu trockene Haut der Neurodermitiker ist eine gute Hautpflege. Neurodermitische Haut kann Feuchtigkeit nicht gut speichern, deshalb sind feuchtigkeitsspendende und rückfettende Maßnahmen das A und O.

Etwaige auftretende Entzündungen kann man mit Cremes lokal behandeln. Hierfür stehen Kortisonsalben oder die kortisonfreien Wirkstoffe Pimecrolimus oder Tacrolimus zur Verfügung.

Eine weitere Therapiemöglichkeit bei Neurodermitis sind Lichttherapien mit UVA und UVB Strahlen, die sich positiv auf Entzündungen der Haut auswirken. Diese Therapie führt man über vier bis sechs Wochen zwei bis drei Mal wöchentlich durch. Die Sitzungen dauern, je nach Lichtqualität, ca. 5 bis 10 Minuten. Die Lichttherapie kann bei Neurodermitis für einige Monate eine gute Linderung der Beschwerden bewirken, bei manchen Patienten sogar dauerhaft. Ansonsten würde man die Therapie entsprechend wiederholen.

Mit Medikamenten zum Einnehmen, die z.B. den Wirkstoff Ciclosporin A enthalten, hat man die Möglichkeit, das Immunsystem etwas zu "drosseln" und so die Heftigkeit der allergischen Reaktion etwas zu vermindern.

Gibt es zur Behandlung der Neurodermitis so etwas wie eine Immuntherapie?

Für Neurodermitiker, die unter einer hochgradigen Hausstaubmilbenallergie oder unter einem Heuschnupfen leiden, steht die Spezifische Immuntherapie (SIT) zur Verfügung. In diesen Fällen behandelt man die jeweilige Allergie und es kann sein, dass auch die Neurodermitis besser wird.

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Wie sehen Sie die selektive Immunadsorption zur Behandlung der Neurodermitis?

Bei sehr schweren Fällen gibt es noch die Möglichkeit der selektiven Immunadsorption an spezialiserten Zentren. Dabei handelt es sich um eine Art "Blutwäsche", die in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden muss. In einem sehr aufwändigen Verfahren werden bestimmte Eiweiße, die im Zusammenhang mit Allergien möglicherweise relevant sind, aus dem Blut des Patienten herausgefiltert. Bei schweren Neurodermitikern kann sich diese Behandlung günstig auswirken.

Welche Therapie eingesetzt wird, bzw. welche Therapiekombinationen, hängt vom Schweregrad der Erkrankung, dem Hautzustand und der Gesamtsituation ab und wird individuell auf jeden Patienten zugeschnitten.

Ergänzend können durch die Schulung von Patienten oder Eltern von betroffenen Kinder im multidisziplinären Ansatz sehr positive Effekte erreicht werden. Solche "Neurodermitis-Schulungen" werden in breitem Rahmen angeboten; sie führen in vielen Fällen zu einer positive Auswirkung auf den Verlauf und den Umgang mit der Krankheit und letzendlich selbst zu einer Reduktion der damit verbundenen Kosten.

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Herr Prof. Schmid-Grendelmeier, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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