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Corona-Masken Neurodermitis Rosacea Akne

Dr. med. Jürgen Zorn zum Thema Corona-Masken: Was tun bei Neurodermitis, Rosacea & Akne?

Corona-Masken: Was tun bei Neurodermitis, Rosacea, Akne?

Corona-Masken schützen, aber das ständige Tragen der Masken kann auch zu Hautreizungen führen. Insbesondere dann, wenn die Haut bereits angegriffen ist, kann es zu unangenehmen Symptomen kommen. Was tun? Mit Dr. Jürgen Zorn, Dermatologe in Bruchsal, sprach MeinAllergiePortal über das Thema „Corona-Masken: Was tun bei Neurodermitis, Rosacea, Akne?“

Herr Dr. Zorn, zu welchen Haut-Symptomen kann es durch das Tragen von Corona Masken kommen?

In unserer Praxis beobachten wir aufgrund der Corona-Masken vermehrt „Hautreizungen“ und „Pickelbildung“.

Bei welchen Patienten kann es durch Corona-Masken zu Hautreizungen und Pickelbildung kommen?

Bei Patienten, die bereits unter einer Hauterkrankung leiden, kann es durch die Corona-Masken zu Beschwerden kommen.

Bei Patienten, die Akne haben, kann sich die Akne verschlimmern und es bilden sich vermehrt Pusteln.

Auch bei einer Rosacea kann es zu einer Verschlimmerung der Symptome kommen, und auch da finden wir vermehrt Pusteln.

Insbesondere Patienten mit Akne oder Rosacea, die vermehrt schwitzen oder bei denen eine Seborrhö besteht, das heißt eine Überproduktion von Hautfetten durch die Talgdrüsen, tragen ein erhöhtes Risiko.

Bei empfindlicher Haut, insbesondere bei Patienten mit Neurodermitis, kann es auch zu einer Reizung, das heißt zu einer irritativen Dermatitis bis zum Ekzem), hinter den Ohren bzw. am Haaransatz kommen.

 

Kann es durch Corona-Masken auch bei Menschen, die keine Hauterkrankungen haben, zu Hautproblemen kommen?

Das kann passieren, wenn die Corona-Maske nicht gut sitzt. Dann kann es auch bei hautgesunden Menschen durch zu eng sitzende Masken zu Hautreizungen hinter den Ohren kommen.

Was ist der Grund für diese Hautprobleme durch Corona-Masken?

Wie bei vielen entzündlichen Erkrankungen der Haut gibt es immer drei Faktoren, die zu unangenehmen Hautsymptomen führen können:

  • 1. physikalische
  • 2. chemische
  • 3. allergologische

 

Relevante Faktoren bei den Corona-Masken sind sicher die physikalischen Reize. Sowohl eine erhöhte Temperatur als auch eine vermehrte Feuchtigkeit unter der Maske führen dazu, dass sich ein feucht-warmes Klima bildet. Allein das schon reizt die Haut.

Hinzu kommt, dass sich in diesem feuchten Klima auch Bakterien stärker vermehren. Das gilt zum Beispiel für Aknebakterien, und das führt dann zu einer vermehrten Entzündung und Pustelbildung.


Kann es denn durch die Corona-Masken auch zu Allergien kommen?

Allergologische Reaktionen habe ich in meiner Praxis bislang noch nicht gesehen. Es ist jedoch möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis es durch die Corona-Masken zu allergischen Reaktionen kommt. Vor allem Designer-Masken, bei denen unkontrollierte und ungetestete Farbstoffe zum Einsatz kommen, könnten hier eine Rolle spielen.

Gibt es weitere Faktoren, die bei Hautproblemen durch Corona-Masken eine Rolle spielen?

Wichtig ist eine gewisse Maskenhygiene. Dazu gehört in erster Linie, dass man die Maske nur so lange wie nötig tragen sollte. Zum Beispiel können Ärzte im Zuge eines Eingriffs eine FFP2-Maske, also eine sehr sichere Maske, tragen und in der regulären Sprechstunde eine normale OP-Maske.

Auch saubere Hände sind im Umgang mit den Corona Masken wichtig.

 

Welche Hygienemaßnahmen empfehlen Sie im Zusammenhang mit Corona-Masken?

Zum Beispiel sollte man sich die Hände desinfizieren, bevor man die Corona-Maske an- oder auszieht. Auch in die Tasche sollte man seine Maske nicht stecken, denn es besteht die Gefahr einer Verschmutzung und in der Folge kann es zu Sekundärinfektionen kommen.

Handelt es sich um eine waschbare Maske, sollte man sie auch regelmäßig reinigen. Man kann die Masken zum Beispiel sehr gut mit einem dafür geeigneten Desinfektionsmittel abkochen.

Die billigen Masken sollte man einfach nach der Nutzung entsorgen.

Wichtig ist auch, dass die Maske dicht und bequem ist.

 

Was ist beim Sitz der Corona-Masken bzw. bei der Passform wichtig?

Wie gesagt spielt auch der Sitz der Maske eine große Rolle. Die Corona-Masken müssen zwar gut sitzen, sollten aber nicht zu eng sein. Gerade die in Asien hergestellten Masken sind manchmal recht eng und schneiden ein, insbesondere hinter den Ohren.

Bei vielen der in Europa hergestellten Corona-Masken gibt es unterschiedliche Größen, und mittlerweile gibt es eine breite Auswahl an Masken, zum Beispiel auch mit Ausatemventil. Dies wäre insbesondere für Menschen, die leicht schwitzen, eine Option.


Was kann man tun, wenn man Corona-Masken gekauft hat, die nicht passen?

Mit Pfeifenputzern, die man miteinander verbindet, kann man die individuelle Passform jeder Corona-Maske anpassen. Das ist eine einfache und kostengünstige Methode, den Tragekomfort zu erhöhen.

Sie hatten die Designer-Corona-Masken erwähnt, sind diese denn empfehlenswert?

Empfehlenswert ist es, dass möglichst viele Menschen überhaupt eine Maske tragen. Ob das eine Designer-Corona-Maske, eine ganz einfache Maske oder eine ganz billige Maske ist, ist nicht so wichtig. Alles ist besser, als keine Maske zu tragen.

Sie sagten, man solle die Corona-Masken nur so lange wie nötig tragen. Haben Sie Empfehlungen zur Tragedauer?

Das kommt auf den Bedarf an. Nehmen wir zum Beispiel mal die ärztliche Tätigkeit: Ich selbst trage zum Beispiel bei Operationen eine FFP2-Maske, oder bei Tätigkeiten mit näherem Patientenkontakt. Sobald ich aber den Eindruck habe, dass sich unter der Maske Feuchtigkeit bildet, wechsle ich die Maske.

Wie können Menschen mit empfindlicher Haut oder mit Neurodermitis, Akne oder Rosacea verhindern, dass sie durch die Corona-Masken Hautprobleme bzw. Pusteln bekommen?

Wichtig für diese Patienten ist, dass sie ihre jeweilige Therapie für Neurodermitis, Akne oder Rosacea beibehalten oder intensivieren, damit die Haut möglichst gut versorgt und intakt bleibt.

Auf Cremes mit Antibiotika sollte man dabei jedoch möglichst verzichten. Besser sind mikrobiell aktive Substanzen, bei denen es nicht zur Bildung von Resistenzen kommt. Bei Akne eignet sich hierfür Benzoylperoxid. Bei Rosacea, aber ebenfalls auch bei Akne, kann man auf Azelainsäure zurückgreifen.

Grundsätzlich sollte man die Maske häufiger wechseln.

Allzu viel Angst vor schädlichen Nebenwirkungen der Corona-Masken sollte man aber nicht haben -auch keine Hysterie. Seit über 100 Jahren operieren Chirurgen mit Masken, ohne große Probleme. Wir werden das Maskentragen unter Corona also sicher auch alle bewältigen.

Herr Dr. Zorn, herzlichen Dank für dieses Gespräch!