Neurodermitis Pollen schaden

Neurodermitis - können Pollen mögliche Auslöser dieser Schübe sein?

Neurodermitis - können Pollen schaden?

Neurodermitis ist eine Erkrankung, bei der die Barrierefunktion der Haut gestört ist und die in Schüben verläuft. Mögliche Auslöser dieser Schübe können auch Pollen sein.

Neurodermitis-Studie in der Pollenkammer

In einer im Winter in einer Pollenkammer durchgeführten Studie1) wurde eine Sommerwiese imitiert. Die Patienten wurden an zwei aufeinanderfolgenden Tagen vier Stunden lang Gräserpollen ausgesetzt. Die Konzentration entsprach der eines pollenreichen Sommertages. Um einen Vergleich herzustellen, saß ein Teil der Patienten in einer Pollenkammer, allerdings war diese pollenfrei.

„Viele Kollegen gingen bisher davon aus, dass Gräserpollen bei Neurodermitis-Patienten mit gleichzeitiger Gräserpollen-Allergie keinen Einfluss auf den Hautzustand haben“, sagt unser Autor Prof. Dr. Thomas Werfel im Interview zum Thema "Neurodermitis: Typischer, chronischer Krankheitsverlauf und Triggerfaktoren!".

Neurodermitis-Schübe durch Pollenflug

“Zu unserer Überraschung haben wir an den luftexponierten Hautarealen mit Gräserpollenexposition sehr deutliche Neurodermitis-Schübe gesehen. Das bedeutet, die Neurodermitis-Schübe traten an den Hautbereichen auf, die unbedeckt waren: im Gesicht, im Nacken, an den Unterarmen und an der unteren Hälfte der Oberarme. Dagegen waren die Reaktionen an den von Kleidung bedeckten Körperteilen schwächer und zeigten sich später. Wir gehen davon aus, dass die Pollenallergene die Haut penetrieren können, was bedeutet, dass sie in die Haut eindringen und bei vorhandener Sensibilisierung eine Reaktion einleiten können. Graspollen-sensibilisierte Neurodermitiker sollten deshalb in der Pollenflugsaison „ihres“ Allergenes entsprechende Wiesen meiden, bzw. möglichst „bedeckt“ ins Freie gehen“.

Airborne Contact Dermatitis

Zwar reagieren nicht alle Neurodermitis-Patienten auf Pollen aus der Luft, aber ein kleiner Teil der Neurodermitis-Patienten leidet gleichzeitig unter einer Pollenallergie und dann kann es zu einer sogenannten „Airborne Contact Dermatitis“ kommen, bei der Pollen Ekzeme an freiliegenden Hautarealen verursachen.
Das geschieht, wenn die Patienten nicht nur gegen die entsprechenden Pollen sensibilisiert sind, sondern auch klinische Allergiesymptome zeigen, wie unser Autor Prof. Bernhard Homey im Interview zum Thema "Neurodermitis-Schübe durch Pollen: Airborne Contact Dermatitis" feststellt.

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Was hilft gegen Airborne Contact Dermatitis?

Um einen Ekzemschub zu verhindern, sollten die Betroffenen ihre Haut mit den folgenden Maßnahmen schützen, wie die DHA empfiehlt: https://www.mein-allergie-portal.com/neurodermitis/2108-pollen-koennen-bei-neurodermitis-ekzeme-ausloesen.html

  1. Basispflege: Ganz besonders wichtig ist das tägliche Eincremen der Haut mit speziellen Medizinprodukten. Gut eignen sich Cremes mit Glycerin und Vaseline, die durch einen leichten Schutzfilm auf der Haut das Eindringen der Pollenallergene verhindert. Dabei gilt: je weniger Inhaltsstoffe, desto besser.
  2. Bekleidung: Man kann sich in gewissem Maße schützen, wenn man möglichst viel Haut mit Kleidung bedeckt. Prof. Dr. med. Bernhard Homey, rät jedoch nicht zu einer „Verschleierung“. Letztendlich gelange die Luft überall hin, so Homey im Interview mit MeinAllergiePortal. „Und die Lebensqualität sollte erhalten bleiben.“

Quellen:

1) Werfel T, Heratizadeh A, Niebuhr M, Kapp A, Roesner LM, Karch A, Erpenbeck VJ, Lösche C, Jung T, Krug N, Badorrek P, Hohlfeld JM. Exacerbation of atopic dermatitis on grass pollen exposure in an environmental challenge chamber. J Allergy Clin Immunol. 2015 Jul;136(1):96-103.e9)

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