Neurodermitis Bakterienlysate

Prof. Dr. Susanne Lau, Oberärztin an der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie u. Immunologie, Charité Universitätsmedizin, Berlin

Neurodermitis verhindern mit Bakterienlysaten - Ergebnisse einer Studie

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die behandelten Kinder auch im Zeitraum nach Abschluss der Studie und ohne Behandlung mit Bakterienlysaten keine Neurodermitis entwickeln?

Der Effekt hielt auch noch nach dem Absetzen an, allerdings schwächte er sich im dritten Lebensjahr ab. Eventuell könnte es ratsam sein, länger als sechs Monate zu behandeln. Auch könnte es ein, dass höhere Dosen effektiver sind. Dazu liegen aber keine klinischen Erfahrungen vor.

Kann es unter der Behandlung mit Baktereinlysaten auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen? Wenn ja, zu welchen?

Es gab in der Behandlungs- und Plazebogruppe gleich viele unerwünschte Ereignisse, das sind Ereignisse, die in der Behandlungsphase beobachtet werden, aber nicht unbedingt ursächlich mit der Intervention zusammenhängen. Z.B. Bauchschmerzen gab es in beiden Gruppen, so wie eben auch Infekte etc. Es gab keine gravierenden Nebenwirkungen des Präparats, die Behandlung ist ausgesprochen sicher.

In der Studie hat sich gezeigt, dass die Inzidenz, d.h. das Neuauftreten, des Atopischen Ekzens in den ersten sechs Lebensmonaten am häufigsten war. Wenn man vor diesem Zeitraum ansetzten wollte, müsste man dann die Mutter in der Schwangerschaft mit Bakerienlysaten behandeln?

Es gibt Studien, die schon vor der Geburt mit Lactobacillen behandelt haben. Vor allem gibt es aber Daten, die zeigen, dass der mütterliche Kontakt zu Bakterien ganz erheblich auch die Entwicklung des kindlichen Immunsystems beeinflusst, insofern wäre es konsequent, Interventionen dieser Art vielleicht schon während der Schwangerschaft zu beginnen. Erfahrungen mit unserem Bakterienlysat gibt es dazu noch nicht.

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Frau Prof. Lau, herzlichen Dank für dieses Interview!

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