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Allergie Schule

Katharina Hagemeister über das Projekt: Allergie und Schule - was juckt mich das?

Allergie und Schule - was juckt mich das?

Kann man sagen, wie das Projekt „Allergie und Schule – was juckt mich das?“ die Klassen beeinflusst?

Unsere Unterrichtseinheitenwurden über drei Jahre wissenschaftlich begleitet. Zur Evaluation haben wir uns an einem Fragebogen zur Lebensqualität orientiert. Außerdem haben wir das Allergie-Wissen der Kinder jeweils vor und nach der Unterrichtseinheit abgefragt und verglichen. Zum Beispiel wussten vor der Schulung 50 Prozent der befragten Kinder, dass sich beim Asthma die Atemwege verengen, danach waren es knapp 90 Prozent. Auch bei der Kontrolle des Wissenstandes der Kinder zu Neurodermitis zeigte sich ein deutlicher Wissenszuwachs. So zeigte sich signifikant, dass die Kinder nach der Unterrichtseinheit verstanden hatten, dass Neurodermitis keine ansteckende Erkrankung ist. Erfreulich war, dass die Kinder sich auch ein Jahr nach der Schulung noch gut an die Lerninhalte erinnern konnten, insbesondere an die Dinge, die wir sehr praxisnah vermittelt hatten.

Kann man sagen, wie sich „Allergie und Schule – was juckt mich das?“ auf das Verhalten der Mitschüler der allergieerkrankten Kinder auswirkt?

Wir haben festgestellt, dass die Schulungen die Toleranz der Mitschüler gegenüber den betroffenen Kindern stärkt. Außerdem nimmt sie ihnen die Scheu vor einem direkten Kontakt mit den Betroffenen.

Positiv ist auch, dass bei den betroffenen Kindern die Hemmschwelle, über ihre Erkrankung zu reden oder die Auswirkungen zu zeigen, deutlich sinkt. So hat mir ein von Neurodermitis betroffenes Kind berichtet, dass es sich durch die Schulung seiner Klasse nun endlich traut, sich vor dem Sportunterricht in der Umkleidekabine umzuziehen, weil die Schulkameraden nun nicht mehr so „starren“. Das erleichtert den Kindern das Leben ungemein.

Grundsätzlich kann man sagen, dass das Verständnis der Mitschüler für erkrankte Kinder über die letzten Jahre zugenommen hat. Das merkt man zum Beispiel sehr deutlich an der Rücksichtnahme bei Klassen in den Kinder mit Nahrungsmittelallergien sind. Sicher ist dies auch eine Folge der zunehmend praktizierten Inklusion, aber auch der steigenden Zahlen allergisch erkrankter Kinder.

Im Zuge der Lerneinheit bekommen die Kinder auch eine kleine Broschüre, die sich an die Eltern richtet. Enthalten sind Informationen zu den Erkrankungen, Erläuterungen zur durchgeführten Schulung und hilfreiche Adressen für betroffene Familien.

Können Sie ein Beispiel für eine praxisnahe Vermittlung allergischer Mechanismen nennen?

Zwei Beispiele. Um Kindern, die kein Asthma haben, ein Gefühl für das Engegefühl bei der Atmung zu vermitteln, lassen wir sie zwei Minuten lang durch einen Strohhalm atmen. Ebenso ist ein Selbstexperiment, wie sich Eincremen anfühlt, das Kinder mit Neurodermitis regelmäßig durchführen müssen.

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Auf Ihrer Webseite „Allergie und Schule – was juckt mich das?“ gibt es auch Material zum Herunterladen…

Auf unserer Seite stellen wir Material zur Information von Lehrern und Eltern zur Verfügung. So können Schulen außerhalb von Bielefeld, die nicht an dem Projekt teilnehmen können, das Material nutzen und in den eigenen Unterricht einbauen. Allerdings ist es im Einzelfall auch möglich, das Projekt in Schulen in der Umgebung von Bielefeld durchzuführen.

Frau Hagemeister, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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