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Neurodermitis topische Behandlung Cremes Salben

Prof. Natalija Novak zum Thema: Neurodermitis - was tun, wenn die topische Behandlung mittels Cremes und Salben nicht ausreichend hilft?

Neurodermitis: Was tun, wenn die topische Behandlung mittels Cremes und Salben nicht ausreichend hilft?

Gibt es weitere Faktoren, die eine Rolle spielen?

Wichtige Triggerfaktoren für Ekzem-Schübe sind z.B. vor allem bei Erwachsenen Aeroallergene, wie zum Beispiel das Hausstaubmilbenallergen oder das Gräserpollenallergen, die man teilweise auch anhand des zeitlichen Zusammenhangs zum Auftreten der Läsionen identifizieren kann. Auch bei diesen Faktoren ist eine rein topische Therapie oft nicht ausreichend wirksam, insbesondere in der Hochsaison, wenn die Exposition gegenüber bestimmten Pollen extrem stark ist.

Gibt es Neurodermitis-Patienten, bei denen ein grundsätzliches Risiko besteht, dass die lokale Neurodermitis-Therapie nicht anschlägt?

Zu den Risikopatienten, bei denen Lokaltherapie allein oft nicht ausreicht, gehören Neurodermitis-Patienten mit einem genetischen Hautbarrieredefekt. Dazu gehört zum Beispiel ein Defekt des Filaggrin-Gens. Defekte können jedoch auch an anderen Genen auftreten. Diese Defekte schränken die Funktion der Hautbarriere bei den betroffenen Patienten stark ein und führen zu einer sehr trockenen Haut und einer Verminderung der Talgabsonderung. Das führt dazu, dass Substanzen aus der Umwelt wie zum Bespiel Keime,die Hautbarriere sehr leicht durchdringen und so das entzündliche Geschehen befeuern können. Man versucht deshalb, diese Patienten möglichst frühzeitig zu identifizieren, um Hautbarriere-stärkende Maßnahmen zu ergreifen.  

Wie gesagt, ist auch der Schweregrad der Erkrankung oft der Grund für ein Nichtansprechen der Neurodermitis-Patienten auf die Lokaltherapie, aber auch die Dauer der Erkrankung ist ausschlaggebend. Erwachsene Patienten mit einer sehr ausgeprägten Atopie, das heißt Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen, die schon lange unter Neurodermitis leiden tragen ein hohes Risiko, auf die topische Therapie nicht ausreichend anzusprechen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn viele Triggerfaktoren eine Rolle spielen und die Patienten vielleicht zusätzlich auch noch an Heuschnupfen oder Asthma leiden.

Was kann man tun, wenn die topische Therapie mit Cremes die Neurodermitis nicht verbessert?

Der erste Schritt sollte dann sein, die Diagnose zu überprüfen. Es könnte zum Beispiel sein, dass es sich gar nicht um eine Neurodermitis handelt. Ebenso ist es möglich, dass zusätzlich zur Neurodermitis ein Kontaktekzem oder eine andere ekzematöse Hauterkrankung besteht. Durch eine Biopsie ließe sich hier Klarheit schaffen.

Ist die Diagnose Neurodermitis gesichert, wäre bei erwachsenen Patienten entsprechend der Stufentherapie in der Leitlinie ergänzend z.B. eine UVA oder UVB-Therapie eine Option, die eine Immunmodulation, das heißt einen positiven Einfluss auf das Immunsystem, begünstigen könnte.

Für die mittel- und längerfristige Systemtherapie, ist in Deutschland Cyclosporin A zugelassen. In der EU Leitlinie wird eine 3 bis 6-monatige Therapie empfohlen, die nach einer Therapiepause wieder aufgenommen werden kann. Bei Cyclosporin A handelt es sich um ein Medikament, das Zellen des Immunsystems unterdrückt. In der Vergangenheit wurde in den meisten Fällen mit einer Cyclosporin A-Therapie begonnen, vorausgesetzt dies war in Anbetracht der Risikofaktoren und möglicher Kontraindikationen möglich. Es gibt jedoch Patienten, die aufgrund einer bereits erniedrigten Nierenfunktion kein Cyclosporin A nehmen dürfen, oder aufgrund anderer Erkrankungen keine Medikamente einnehmen können, die das Immunsystem unterdrücken.

Im akuten Schub setzt man in bestimmten Fällen Glukokortikosteroide oral ein. Allerdings versucht man, diese Option möglichst selten und wenn, dann nur kurzzeitig zu nutzen. 

Seit kürzerer Zeit gibt es zudem ein Biologikum,  das zur systemischen Therapie der mittelschweren bis schweren Neurodermitis bei Erwachsenen in Deutschland zugelassen ist und es ermöglicht, gezielt ins „System“ einzugreifen, um fehlregulierte Entzündungsprozesse zu modulieren.

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Wie wirkt das Biologikum, das zur systemischen Therapie von Neurodermitis zugelassen ist?

Bei diesem Biologikum handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, der subkutan, also mittels Spritze unter die Haut, verabreicht wird. Das Biologikum kann direkt in Mechanismen der Erkrankung eingreifen, indem es die Wirkung der Botenstoffe Interleukin-4 (IL-4) und Interleukin-13 (IL-13) auf die Immunzelle über die dazugehörigen Rezeptoren, d.h. Antennen auf den Zellen blockiert. Sowohl IL-4 als auch IL-13 spielen bei den Prozessen, die der Neurodermitis zugrunde liegen, eine große Rolle. Letztendlich kann  dies zu einer sichtbaren Besserung der Ekzeme führen, der Juckreiz kann reduziert werden und die Lebensqualität der Neurodermitis-Patienten kann sich deutlich verbessern.

Darüber hinaus werden mit anderen Biologika weitere Therapieansätze untersucht, die auf die Blockierung des IL-13 abzielen. Auch ein weiteres Zytokin, das Interleukin-31 (IL-31), das bei der Neurodermitis bei der Entstehung des Juckreizes eine wichtige Rolle spielt, steht im Fokus der Forschung. Eine weitere Option ist es, therapeutisch bei der Weiterleitung von Entzündungssignalen innerhalb der Zellen anzusetzen. Hier arbeitet man mit sogenannten „small molecules“, JAK Stat-Inhibitoren, die die Signalpfade blockieren – auch hierzu laufen Studien.

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