Neurodermitis Kinder Jugendliche

Dr. med. Doris Staab erklärt, was bei schwere Neurodermitis bei Kindern und Jugendlichen zu tun ist!

Schwere Neurodermitis bei Kindern und Jugendlichen: Was tun?

Eine Kortisontherapie erfolgt bei Neurodermitis also ausschließlich topisch?

Systemisch, das heißt in Form von Tabletten oder intravenös setzen wir Kortison zur Therapie von Neurodermitis nur sehr ungern ein, da die Nebenwirkungen bei Kindern extrem sind, zum Beispiel auf das Wachstum.       

Im Zusammenhang mit Neurodermitis wird auch am Mikrobiom der Haut geforscht. Ergeben sich daraus Therapieoptionen?

Zur Behandlung des Mikrobioms der Haut, zum Beispiel mit Probiotika, kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Auch bei den Probiotika für den Darm hat sich gezeigt, dass sich bei einer bereits bestehenden Neurodermitis keine Wirkung mehr nachweisen lässt, dies war nur bei präventiven Probiotika-Gaben der Fall.  

Beim Thema Hautpflege bei Neurodermitis ist das ähnlich. Es gibt Studien an Kindern hochbelasteter Eltern, das heißt beide Eltern und auch die Geschwister haben Allergien, die zeigen, dass eine prophylaktische Hautpflege Neurodermitis verhindern kann. Das heißt, man beginnt mit der Basispflege, noch bevor das Kind ein Ekzem entwickelt hat, um genau das zu verhindern. Es handelt sich hier um sehr kleine Studien, die aber hinweisend darauf sind, dass sich ein präventiver Effekt erzielen lassen könnte.

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Was ist ansonsten noch wichtig für Kinder und Jugendliche mit schwerer Neurodermitis?

Ganz wichtig sind Schulungen im Umgang mit Neurodermitis (https://www.neurodermitisschulung.de/). Es gibt Neurodermitis-Schulungskurse für Eltern von Kindern bis zu 7 Jahren. Für die 7 bis 12-jährigen haben wir Kinderschulungen und für die 13 bis 18 jährigen die Jugendkurse.  

Für Jugendliche, die noch ein schweres Ekzem haben, ist es wichtig, den Umgang mit dieser sehr stigmatisierenden Hauterkrankung zu lernen. Gerade in der Pubertät und gerade für die jungen Mädchen ist das ein ganz schwieriges Thema. Die Mädchen leiden manchmal so sehr unter ihrer Erkrankung, dass dies sogar zu Depressionen führen kann. Unsere Gruppenschulungsangebote für Jugendliche sind deshalb sehr hilfreich.

Frau Privatdozentin Staab, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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