Neurodermitis Hautbarriere Mikrobiomforschung

Dr. Matthias Reiger zum Thema: Neurodermitis, Hautbarriere - Aktuelle Erkenntnisse der Mikrobiomforschung!

Neurodermitis, Hautbarriere: Aktuelle Erkenntnisse der Mikrobiomforschung

Die Hautbarriere von Patienten mit atopischer Dermatitis ist grundsätzlich gestört. Welche therapeutischen Optionen ergeben sich hierzu aus Ihrer Studie?

Wir nehmen an, dass der Gleichgewichtszustand im Mikrobiom ausschlaggebend für den Erhalt oder die Wiederherstellung der Gesundheit ist. Wir können also an mindestens drei verschiedenen Punkten – nämlich physikalischer Barriere, Immunsystem und Mikroflora – ansetzen, um den Gesundheitszustand positiv zu beeinflussen.

Therapeutisch bedeutet dies, dass alles die Barriere stärkt und die Symptome reduziert, was das komplexe Mikromillieu in der Haut Richtung „Normalzustand“ lenkt. Dies kann bei leichten Fällen der Neurodermitis bereits die Applikation einfacher Cremes bewirken.

Wir testen zusätzlich den Einsatz komplexer Metaboliten und Mikroorganismen, um die mittleren bis schweren Fälle des atopischen Ekzems behandeln zu können.

In der Umweltmedizin interessieren wir uns für den funktionellen Zusammenhang: Wie verändert sich die Interaktion der Hautbarriere-Schichten untereinander und in der Interaktion mit dem Immunsystem und der Umwelt, wenn eine bestimmte Therapieform zum Einsatz kommt.

 

Was ist der nächste Schritt bei Ihrer Forschung?

Unsere Bestrebungen zielen darauf ab, diejenigen Mechanismen zu identifizieren, die bei der Entstehung, Chronifizierung und bei besonders schweren Symptomen der Neurodermitis greifen. Zu diesem Zweck haben wir die ProRaD-Studie* mit initiiert, um möglichst viel zum natürlichen Verlauf dieser allergischen Erkrankung zu erfahren. Hierfür werden Neurodermitis-Patienten zu ihren Lebensgewohnheiten befragt und Bioproben ausgewertet.

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In anderen Studien erforschen wir solche Umweltfaktoren, die für die Neurodermitis relevant sein könnten – etwa UV-Strahlung oder den transepidermalen Wasserverlust. Die Ergebnisse der Studien überprüfen wir parallel im Labor und durch bioinformatische Auswertungen am Computer. Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse direkt in die Therapie einfließen zu lassen, indem wir die natürliche Barrierefunktion unterstützen und somit den Verlauf der Erkrankung eindämmen lernen.

Informationen zum internationalen Patientenregister ProRaD und der Teilnahme können Sie hier nachlesen.

Die Publikation zum Thema Hautbarriere und Mikrobiom können Sie hier nachlesen.

Herr Dr. Reiger, herzlichen Dank für dieses Interview!

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