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Neurodermitis atopische Dermatitis Schubtherapie Langzeittherapie Biologika

Prof. Knut Schäkel: Neurodermitis: Schubtherapie? Langzeittherapie? Was ist besser?

Neurodermitis: Schubtherapie? Langzeittherapie? Was ist besser?

Wie sieht bei den schweren Verlaufsformen der Neurodermitis die systemische Therapie aus?

Wenn man merkt, dass der Patient trotz korrekter Anwendung der Medikamente und einer optimal durchgeführten Lokaltherapie seine Neurodermitis-Symptome nicht verliert, muss man zu einer intensiveren Behandlung mit einer systemischen Therapie schreiten.

Hierfür stehen die oralen Kortisonpräparate (OCS) zur Verfügung, meist Prednisolon, die dann für wenige Tage als Stoßtherapie verordnet werden. Aufgrund des ungüstigen Nebenwirkungsprofils empfehlen die neuesten Leitlinien OCS aber nur noch in Ausnahmesituationen. Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit Ciclosporin A (CsA), einem Immunsuppressivum, für einige Monate.

Beide Behandlungen haben aber Vor- und Nachteile.

Welche Vor- und Nachteile hat die Behandlung mit oralen Kortisonpräparaten für Neurodermitis-Patienten bzw. wie sind diese Therapien zu bewerten, auch im Hinblick auf Nebenwirkungen?

Zum Hintergrund: Orale Kortisonpräparate sind bei einigen Erkrankungen in niedriger Dosierung auf Dauer wirksam. Dazu gehören zum Beispiel die rheumatoide Arthritis, aber auch andere chronisch entzündliche Erkrankungen. Bei der Neurodermitis ist dies jedoch nicht der Fall, denn da wirken Kortisonpräparate in Tablettenform nur akut in einer höheren Dosierung, sind dann aber sehr wirksam. Die Therapie wird deshalb nur kurzzeitig angewendet, mit dem Ziel, sie rasch „auszuschleichen“, das heißt, die Therapie schrittweise zu beenden. Allerdings provoziert man mit dem raschen Wiederabsetzen des Kortisons den nächsten Schub. Zudem muss man begleitend eine intensive Lokalbehandlung mit topischen Kortisonpräparaten durch- und weiterführen, um die Therapie zu ergänzen und das Therapieergebnis aufrechtzuerhalten.

Zu den Nebenwirkungen: Würde man diese Therapie mehrfach im Jahr durchführen, bestünde die Gefahr, eines Cushing-Syndroms, eines Diabetes mellitus, einer dauerhaften Osteoporose, eines Katarakts oder eines Glaukomrisikos. Akut könnte es zu Blutzuckerentgleisungen oder gastrointestinalen Problemen, zum Beispiel zu einer Gastritis, kommen. Das würde bedeuten, dass man die Magenschleimhaut mit Hilfe von Protonenpumpenhemmern schützen muss.

Da die Patienten, wie gesagt, schon bei der topischen Kortisontherapie, das heißt bei (lokal angewendeten Kortisonsalben, der Neurodermitis sehr skeptisch sind, gilt dies für die systemische Kortisontherapie erst recht. Viele Patienten lehnen diese eigentlich ab und stimmen nur deshalb zu, weil sie sehr schwer betroffen sind. Oft sind dies junge Menschen, die sogar mehrmals im Jahr stationär aufgenommen werden müssen und teilweise aufgrund der Neurodermitis ihrem Beruf nicht nachgehen können. Das schränkt den Alltag enorm ein.

Und wie bewerten Sie die Behandlung mit Immunsuppresiva wie Ciclosporin bei Neurodermitis? Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Ciclosporin kommt dann zum Einsatz, wenn ein Patient mit Neurodermitis mehrere Male auf die Steroidbehandlung, entweder intensiv lokal oder sogar in Kombination mit Kortison in Tablettenform, nur unzureichend anspricht. Ciclosporin wird typischerweise mittelfristig, über einige Monate, gegeben und lindert die Krankheitsaktivität nachweislich sehr gut.

Ciclosporin ist ein Medikament, das sehr gut wirkt und oftmals gut vertragen wird, aber nicht immer. Probleme, die im Zusammenhang mit Ciclosporin, vor allem bei längerfristigem Einsatz, auftreten, wären zum Beispiel ein erhöhtes Hautkrebsrisiko, zum Beispiel wenn der Ciclosporin-Behandlung eine Lichtbehandlung vorausging. Hinzu kommt eine Blutdruckproblematik, so dass Ciclosporin bei Patienten mit arterieller Hypertonie nicht verabreicht werden darf. Auch die Blutfette können unter Ciclosporin ansteigen, so dass es auch bei Patienten mit einem metabolischen Syndrom nur sehr zurückhaltend anzuwenden ist. In vielen Fällen benötigen gerade schwer betroffene Patienten aber eine langfristig ausgerichtete Therapie, denn es handelt sich ja schließlich um eine chronische Erkrankung. Dafür kommt Ciclosporin oft nicht in Frage.

Es gibt mittlerweile jedoch auch neue Therapieoptionen zur Behandlung von Neurodermitis.

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