Asthma Neurodermitis Anaphylaxie Schulung AGAS AGNES AGATE

„Passt die Schulung von GESTERN noch zu den Familien von HEUTE?“ lautet das Veranstaltungsmotto der 15. Gemeinsamen Jahrestagung von AGAS und AGNES!

Asthma, Neurodermitis, Anaphylaxie: Effektive Schulungskonzepte

Sie hatten erwähnt, dass Schulungen nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für Familienmitglieder sinnvoll sind…

Katharina Hagemeister: Es spielt eigentlich keine Rolle, um welche chronische Erkrankung es sich handelt, stets sollte die ganze Familie und auch das soziale Umfeld mit einbezogen werden.

Die AGAS/AGNES-Tagung bietet deshalb auch einen Überblick über die aktuellen Erfahrungen mit diesen „Umfeld-Schulungen“. So wird Dr. Gundula Ernst in ihrem Vortrag „Geschwisterschulung: Ein sinnvolles Angebot? Workshopinhalte und Ergebnisse“ die Erkenntnisse aus einem Forschungsprojekt des Kompetenznetzes Patientenschulung (KomPaS e. V.) vorstellen.

Und wie sieht die Situation im Hinblick auf die Schulung von Kontaktpersonen der betroffenen Kinder, z.B. in Kitas und Schulen, aus?

Katharina Hagemeister: Allergische Erkrankungen gehören zu den häufigsten im Kindes- und Jugendalter. Schaut man in die Schulklassen, gibt es in jeder Klasse jemanden, der mit diesem Thema konfrontiert ist. Hierzu wird auf unserem Kongress das Projekt „ Allergie und Schule: Was juckt mich das?“ vorgestellt, das wir in Bielefeld bereits seit 10 Jahren durchführen und bei dem ich persönlich involviert bin. Im Zuge des Projektes besuche ich die 3. Grundschulklassen und mache die Kinder mit den Themen Allergien, Asthma, Neurodermitis und gegebenenfalls auch Anaphylaxie vertraut. Hier geht es ausdrücklich darum, die Nicht-Betroffenen zu sensibilisieren, damit sie mehr Verständnis und Toleranz für die Betroffenen entwickeln. Im Kongress wird dieses Projekt im Vortrag von PD Dr. Reinhard Bornemann, Universität Bielefeld, vorgestellt, der das Projekt wissenschaftlich begleitet hat.

Anaphylaxie ist also ebenfalls ein Thema beim AGAS-AGNES-Kongress?

Katharina Hagemeister: Der Bereich Anaphylaxie ist aus Schulungsperspektive relativ neu. Gerade bei Kindern mit Anaphylaxie ist es sehr wichtig, dass auch das soziale Umfeld des betroffenen Kindes, geschult wird, sprich, neben der Familie, auch die ErzieherInnen in der Kita und die Lehrkräfte in der Schule. Hier geht es um die Frage, wie wir Trainer die Familien dabei unterstützen können, die Kinder gut in ihren Alltag, auch außerhalb der Familie, zu integrieren.

In meinem Vortrag „‘Endlich kommen mal ALLE‘ zur Anaphylaxieschulung“ berichte ich über meine Erfahrungen mit Schulungen für Familien anaphylaktischer Kinder, die ich in Bielefeld seit geraumer Zeit im Team anbiete. Bemerkenswert ist hierbei, dass diese Trainings, im Gegensatz zu den Asthma-und Neurodermitis-Schulungen, auf sehr großes Interesse stoßen.

Anaphylaxie-Schulungen sind zwar deutlich kürzer als die anderen Schulungen, sie umfassen nur 2 mal 3 Stunden, aber es fällt auf, dass die Familien sämtliche anderen Termine umplanen, damit sie teilnehmen können. Oft kommen dann nicht nur Eltern und Kinder, sondern die gesamte Familie, einschließlich Geschwistern und Großeltern. Häufig kommen sogar die Betreuer aus Kita und Schule mit zu den Anaphylaxie-Schulungen oder wir bieten es in den Einrichtungen an. In meinem Vortrag werde ich näher darauf eingehen, woran dieses große Interesse an den Anaphylaxie-Schulungen liegt und was sie von den anderen Schulungen unterscheidet.

Advertorial

Welche weiteren Themen sind wichtig und welche Beiträge sollte man bei der 15. Gemeinsamen Jahrestagung von AGAS und AGNES auf keinen Fall verpassen?

Katharina Hagemeister: Der zentrale Fokus unseres AGAS/AGNES-Kongresses liegt natürlich auf qualitativ hochwertigen und innovativen Trainingskonzepten, die dem Wohl der Betroffen und ihrer Familien dienen.

Darüber hinaus wollten wir aber auch das Wohl der Trainer und Schuler thematisieren, denn die Belastung ist hier doch oft sehr hoch und die eigenen Bedürfnisse bleiben häufig auf der Strecke. Hinzu kommt, dass viele Schuler die Trainings zusätzlich zu der täglichen Arbeitsbelastung, in ihrer Freizeit durchführen. Deshalb ist es wichtig, dass man als Trainer bzw. Schuler auch auf die eigenen Ressourcen achtet. Prof. Dr. Tim Hagemann, Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld Bethel, ist zu diesem Thema deutschlandweit bekannt. In seinem Vortrag „Wie bleibt man als Schuler resilient?“ wird er dieses wichtige Thema aufgreifen.

Zu den Besonderheiten der AGAS/AGNES-Tagung gehört auch die Kontinuität. Viele der anwesenden Referenten und Teilnehmer sind schon seit vielen Jahren mit dem Thema Schulung befasst und haben die aktuellen Konzepte mit entwickelt – es ist eine Art „große Familie“. Diese besondere Situation ermöglicht es uns ein Resümee zu ziehen und Antworten auf die Frage zu finden „Passt die Schulung von GESTERN noch zu den Familien von HEUTE?“ –

Frau Hagemeister, Herr Dr. Weißhaar, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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