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Neurodermitis Juckreiz Lebensqualität Biologika monoklonale Antikörper

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas A. Luger, Direktor der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Münster zu Neurodermitis, Juckreiz, Lebensqualität und neuen Therapieoptionen!

Neurodermitis, Juckreiz, Lebensqualität: Neue Therapieoptionen?

Für welche Neurodermitis-Patienten kommt eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern in Frage?

Zurzeit konzentriert sich die Forschung und Entwicklung bei den Antikörpern auf Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis.

Der Schweregrad einer Neurodermitis kann z.B. anhand einer Skala namens SCORAD (scoring atopic dermatitis) evaluiert werden. Dabei werden nicht nur die Hauterscheinungen bewertet, sondern auch der Juckreiz und die Lebensqualität. Ein SCORAD-Score von unter 25 steht für ein mildes atopisches Ekzem. Man definiert dies auch als „immer wieder auftretende transiente Ekzeme“. Häufiger auftretende Ekzeme, mit einem Score bis zu 50, bezeichnet man als mittelschwere atopische Dermatitis und ab einem Score von 50 spricht man von persistierenden Ekzemen und einer schweren Neurodermitis.

Nach SCORAD könnten also Patienten von Biologika profitieren, die auf der SCORAD-Skala mit über 25 bewertet wurden. Allerdings wird laut der aktuell gültigen Leitlinie zu atopischer Dermatitis, eine Systemtherapie erst ab einem SCORAD von 50 empfohlen. Meiner Meinung nach ist das zu überdenken, denn aus den bereits besprochenen Gründen sollte man mit einer Neurodermitis-Therapie sehr viel früher beginnen. Die Leitlinie wurde jedoch in einer Zeit erstellt, als nur die mit Nebenwirkungen behafteten Systemtherapien zur Verfügung standen und deshalb hielt man es für besser, Systemtherapien bei Neurodermitis möglichst spät einzusetzen. In der nächsten Version der Leitlinie des European Dermatology Forums (EDF), welche im kommenden Jahr zu erwarten ist, wird es mit Sicherheit auch Empfehlungen zu Biologika geben.

Wie werden Biologika angewendet und für wie lange?

Biologika werden als Injektion in der Regel nicht täglich, sondern in weiteren Abständen unter die Haut gegeben. Wie bei vielen Biologika üblich, kann sich der Patient nach Unterweisung die Spritze Hause selbst verabreichen.

Wie verträglich sind Neurodermitis-Therapien mit Biologika?

In den bislang vorliegenden Studien wurden Biologika im Allgemeinen sehr gut vertragen. Es kann bei den manchen Patienten zu Reaktionen an der Einstichstelle kommen, die jedoch nicht als schwerwiegend betrachtet werden.

Würde die Therapie mit den neuen Antikörpern auch die negativen psychischen Beeinträchtigungen der atopischen Dermatitis beseitigen?

Da die psychischen Probleme durch die Erkrankung bedingt sind, ist zu erwarten, dass auch diese sich im Verlaufe der Behandlung bessern werden.

Für welche Altersgruppen wären die neuen Biologika zur Behandlung von Neurodermitis geeignet?

Hierzu gab und gibt es unterschiedliche Studien. Untersucht wurde die Wirksamkeit bei der Behandlung von Neurodermitis für Patienten ab dem 18. Lebensjahr mit mittelschwerer und schwerer Neurodermitis, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen.

Im Moment laufen Studien auch bei jüngeren Altersgruppen, es liegen jedoch noch keine Daten vor.

Ich halte es für extrem wichtig, dass es auch für Kinder neue Therapieoptionen gibt, da durch eine frühzeitige Behandlung der atopischen Dermatitis bei Kindern der Verlauf der Erkrankung beeinflusst werden könnte und somit schwere Verlaufsformen sowie Komorbidität verhindert werden könnten.

Herr Prof. Luger, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

Weitere Informationen zur Atopischen Dermatits finden Sie auf der externen Webseite www.atopische-dermatitis.info - sie verlassen dann MeinAllergiePortal,

 

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