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Advertorial
Neurodermitis Juckreiz Lebensqualität Biologika monoklonale Antikörper

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas A. Luger, Direktor der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Münster zu Neurodermitis, Juckreiz, Lebensqualität und neuen Therapieoptionen!

Neurodermitis, Juckreiz, Lebensqualität: Neue Therapieoptionen?

Sichtbar wird die Neurodermitis an der Haut. Was die Patienten aber oft noch viel mehr belastet, sieht man auf den ersten Blick nicht. Massiver Juckreiz und, in manchen Fällen, ernsthafte psychische Beeinträchtigungen können auftreten, wenn eine atopische Dermatitis besteht. Wie wirkt sich Neurodermitis auf die Lebensqualität der Patienten aus? Welche weiteren Erkrankungen können zusätzlich zur atopischen Dermatitis auftreten? Welche neuen Therapieoptionen gibt es? MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas A. Luger, Direktor der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Münster über Neurodermitis, Juckreiz, Lebensqualität und neue Therapieoptionen.

Herr Prof. Luger, was weiß man über den Einfluss von Neurodermitis auf die Lebensqualität?

Zum Einfluss der Neurodermitis auf die Lebensqualität gibt es zahlreiche neue Untersuchungen, die eindeutig darauf hinweisen, dass die physische, aber auch die psychische Lebensqualität bei Patienten mit atopischer Dermatitis enorm beeinträchtigt wird.

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Wie zeigen sich die negativen psychischen Einflüsse bei Neurodermitis-Patienten?

Zum Beispiel können sich die psychischen Einflüsse der Neurodermitis auf die Lebensqualität der Betroffenen in Form von Angstzuständen und Depressionen zeigen. Das kann so weit gehen, dass manche Patienten sogar Selbstmordgedanken hegen. Neurodermitis-Patienten berichten jedoch auch über Schlafstörungen und Probleme im Privatleben, am Arbeitsplatz, beim Sport sowie sexuelle Probleme.

Wie kommt es bei Patienten mit atopischer Dermatitis zu so psychischen Beeinträchtigungen?

Einerseits ist dies darin begründet, dass diese Hauterkrankung für jedermann sichtbar, also stigmatisierend ist. Auf der anderen Seite leiden Neurodermitis-Patienten unter einem enorm quälenden Juckreiz, der bisher häufig nur unzureichend behandelbar war.

Juckreiz wird von den Betroffenen oft als quälender empfunden als Schmerz. Der Juckreiz ist oft omnipräsent, die Patienten kratzen sich die Haut auf und es kommt zu Verletzungen der Haut, die nässen oder bluten, zu Verschmutzung der Kleidung führen und für die Neurodermitis-Patienten eine weitere enorme Beeinträchtigung bedeuten können.

Sind alle Patienten mit Neurodermitis von Juckreiz betroffen?

Der Juckreiz ist das Leitsymptom bei allen Patienten mit atopischer Dermatitis. Je ausgeprägter das klinische Erscheinungsbild ist, umso extremer ist dann auch der Juckreiz. Grundsätzlich ist jedoch jeder Neurodermitis-Patient vom Juckreiz betroffen.

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Welche Komorbiditäten bzw. Begleiterkrankungen können bei Neurodermitis auftreten?

Es ist ja schon lange bekannt, dass die Neurodermitis häufig zusammen mit Asthma und Heuschnupfen auftritt. Auffällig ist dabei, dass Hauterscheinungen schon im Säuglingsalter vorhanden sind, während die Beteiligung des Respirationstraktes erst später zu beobachten ist. Dies wird auch als „atopischer Marsch“ bezeichnet.

Außerdem entwickeln Patienten mit atopischer Dermatitis auch häufiger andere Erkrankungen wie z.B. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen wie Hypertonie d.h. Bluthochdruck.


Was bedeutet das erhöhte Risiko für begleitende Erkrankungen für Neurodermitis-Patienten?

Die Konsequenz aus diesem erhöhten Komorbiditätsrisiko der Neurodermitis-Patienten ist, dass man mit einer effizienten Behandlung der atopischen Dermatitis so früh wie möglich beginnen sollte. Es gibt Hinweise darauf, dass eine effiziente Behandlung der Haut zu Beginn der Erkrankung die Entstehung von respiratorischen, d. h. die Atemwege betreffenden Erkrankungen, wie Asthma oder allergische Rhinitis, möglicherweise verhindern könnte. Vielleicht wäre es sogar möglich, Komorbiditäten wie das metabolische Syndrom, Stoffwechselerkrankungen und kardiovaskuläre Erkrankungen zu verhindern – dies muss noch untersucht werden.

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Heißt das, je länger die atopische Dermatitis unbehandelt bleibt, desto größer das Risiko für weitere Erkrankungen und desto chronischer werden sie?

Eine unbehandelte oder schlecht behandelte atopische Dermatitis ist mit einem vermehrten Risiko von Komorbiditäten wie Asthma verbunden. Außerdem ist die Behandlung eines chronischen Ekzems deutlich schwieriger und langwieriger.

Eine frühe Therapie wäre bei Neurodermitis also sehr wichtig….

Eine frühe und vor allem effiziente Therapie ist bei Patienten mit atopischer Dermatitis von essentieller Bedeutung, um, wie schon gesagt, die Patienten vor späteren Komplikationen zu bewahren.

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Welche Therapien stehen zur Behandlung von Neurodermitis zur Verfügung?

Neben der Aufklärung über Triggerfaktoren müssen alle Patienten eine Basistherapie mit Salben und Creme durchführen, um die defekte Barrierefunktion der Haut zu bessern. Bei leichten Formen reicht eine zusätzliche lokale Behandlung mit mittelstarken Kortikosteroiden oder Calcineurin-Inhibitoren. Bei mittelschweren Formen werden bei Bedarf stärker wirksame Kortikosteroide oder Calcineurin-Inhibitoren angewandt. Außerdem kann eine UV-Therapie durchgeführt werden. Bei schweren Formen kann eine systemische immunmodulierende Therapie durchgeführt werden. Als besonders wirksames Medikament, was sowohl das Ekzem als auch den Juckreiz betrifft, hat sich dabei Cyclosporin erwiesen. Cyclosporin ist aber wegen seiner insbesondere nierenschädigenden Nebenwirkung nicht für eine Langzeittherapie geeignet.

Patienten mit atopischer Dermatitis benötigen aber ein Langzeit-Management ihrer Erkrankung und demnach auch Medikamente, die für eine, in manchen Fällen lebenslange, Therapie geeignet sind.

Eine solche Option könnten die neuen Biologika bieten.

Wie „funktionieren“ die neuen Antikörper und welche Vorteile bieten sie bei Patienten mit Neurodermitis?

Man weiß heute, dass bestimmte Lymphozyten, die TH2-Lymphozyten, bei der atopischen Dermatitis eine entscheidende Rolle spielen. Diese TH2-Lymphozyten produzieren bestimmte Mediatoren, wie die Interleukine 4, 5, 13 und 31. Bei einer Therapie mit Antikörpern blockiert man bestimmte Rezeptoren und hemmt damit die Wirkung dieser Interleukine, welche bei der Pathogenese der atopischen Dermatitis eine entscheidende Rolle spielen.


Für welche Neurodermitis-Patienten kommt eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern in Frage?

Zurzeit konzentriert sich die Forschung und Entwicklung bei den Antikörpern auf Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis.

Der Schweregrad einer Neurodermitis kann z.B. anhand einer Skala namens SCORAD (scoring atopic dermatitis) evaluiert werden. Dabei werden nicht nur die Hauterscheinungen bewertet, sondern auch der Juckreiz und die Lebensqualität. Ein SCORAD-Score von unter 25 steht für ein mildes atopisches Ekzem. Man definiert dies auch als „immer wieder auftretende transiente Ekzeme“. Häufiger auftretende Ekzeme, mit einem Score bis zu 50, bezeichnet man als mittelschwere atopische Dermatitis und ab einem Score von 50 spricht man von persistierenden Ekzemen und einer schweren Neurodermitis.

Nach SCORAD könnten also Patienten von Biologika profitieren, die auf der SCORAD-Skala mit über 25 bewertet wurden. Allerdings wird laut der aktuell gültigen Leitlinie zu atopischer Dermatitis, eine Systemtherapie erst ab einem SCORAD von 50 empfohlen. Meiner Meinung nach ist das zu überdenken, denn aus den bereits besprochenen Gründen sollte man mit einer Neurodermitis-Therapie sehr viel früher beginnen. Die Leitlinie wurde jedoch in einer Zeit erstellt, als nur die mit Nebenwirkungen behafteten Systemtherapien zur Verfügung standen und deshalb hielt man es für besser, Systemtherapien bei Neurodermitis möglichst spät einzusetzen. In der nächsten Version der Leitlinie des European Dermatology Forums (EDF), welche im kommenden Jahr zu erwarten ist, wird es mit Sicherheit auch Empfehlungen zu Biologika geben.

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Wie werden Biologika angewendet und für wie lange?

Biologika werden als Injektion in der Regel nicht täglich, sondern in weiteren Abständen unter die Haut gegeben. Wie bei vielen Biologika üblich, kann sich der Patient nach Unterweisung die Spritze Hause selbst verabreichen.

Wie verträglich sind Neurodermitis-Therapien mit Biologika?

In den bislang vorliegenden Studien wurden Biologika im Allgemeinen sehr gut vertragen. Es kann bei den manchen Patienten zu Reaktionen an der Einstichstelle kommen, die jedoch nicht als schwerwiegend betrachtet werden.

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Würde die Therapie mit den neuen Antikörpern auch die negativen psychischen Beeinträchtigungen der atopischen Dermatitis beseitigen?

Da die psychischen Probleme durch die Erkrankung bedingt sind, ist zu erwarten, dass auch diese sich im Verlaufe der Behandlung bessern werden.

Für welche Altersgruppen wären die neuen Biologika zur Behandlung von Neurodermitis geeignet?

Hierzu gab und gibt es unterschiedliche Studien. Untersucht wurde die Wirksamkeit bei der Behandlung von Neurodermitis für Patienten ab dem 18. Lebensjahr mit mittelschwerer und schwerer Neurodermitis, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen.

Im Moment laufen Studien auch bei jüngeren Altersgruppen, es liegen jedoch noch keine Daten vor.

Ich halte es für extrem wichtig, dass es auch für Kinder neue Therapieoptionen gibt, da durch eine frühzeitige Behandlung der atopischen Dermatitis bei Kindern der Verlauf der Erkrankung beeinflusst werden könnte und somit schwere Verlaufsformen sowie Komorbidität verhindert werden könnten.

Herr Prof. Luger, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

Weitere Informationen zur Atopischen Dermatits finden Sie auf der externen Webseite www.atopische-dermatitis.info - sie verlassen dann MeinAllergiePortal,

 

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