Neurodermitis Psyche

Dipl. oec. troph. Sonja M. Mannhardt, Gesundheitsmanagement, Schliengen zu Neurodermitis und Psyche!

Neurodermitis und Psyche: Welche Rolle spielen psychische Faktoren?

Können Sie ein Beispiel für psychische Einflussfaktoren bei Neurodermitis geben?

Da ist z.B. der Mann mit schwerer Neurodermitis. Er kommt mit seiner Freundin, die sich sehr um seine Gesundheit sorgt und ihm gerne „helfen“ möchte. Doch je mehr sie ihm helfen möchte, desto weniger hält er sich an ihre Ratschläge und desto mehr macht er das Gegenteil. Je häufiger seine Freundin ihn z.B. mit: „das ist nicht gut für dich“ darauf hinweist, dass er weniger zuckerhaltige Lebensmittel essen sollte, desto mehr Süßigkeiten isst er. Zudem schränkt er seine Lebensmittelauswahl immer mehr ein und ernährt sich nur noch von wenigen Lebensmitteln, dafür aber von sehr, sehr vielen Süßigkeiten. Die Neurodermitis wird so immer schlimmer. Genauso ist es mit der Hautpflege. Die Freundin weist ihn auf die Wichtigkeit der Basispflege für seine Haut hin, doch je mehr sie ihn gerne eincremen möchte, desto mehr vernachlässigt er seine Hautpflege und desto schlimmer wird seine Haut.

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Wie kommt es zu dieser Reaktion? Ein Patient mit Neurodermitis weiß ja in der Regel, welche Faktoren in seinem individuellen Fall eine Verschlechterung des Hautbildes hervorrufen…

In diesem Fall hat der Patient nie gelernt, seine Wünsche, Bedürfnisse oder Abneigungen zu äußern. Einerseits lässt er Menschen viel zu nahe an sich heran, obwohl er doch eigentlich die Distanz bevorzugt. Er versäumt es, deutlich Grenzen zu setzen. Andererseits rebelliert er insgeheim gegen jegliche Fremdbestimmung, indem er der Freundin zwar nichts entgegensetzt, dann aber das Gegenteil dessen tut, was sie ihm rät. Er wollte seit seiner Kindheit „der Liebe“ sein und so geht er gemeinsam mit der Freundin zu einer Ernährungstherapie, obwohl er das gar nicht möchte. Aber: Obwohl es sich „nur“ um eine Ernährungstherapie handelt, in der analysiert werden soll, welche Lebensmittel wirklich den Hautzustand verschlimmern, liegt der darunter liegende Partnerschaftskonflikt deutlich in der Luft.

Der Patient bestätigte dies, denn er erzählte, dass seine Haut bereits als Kind häufig schlimmer wurde, wenn ihm jemand zu nahe trat und wenn er nicht in der Lage war, seinen Emotionen Raum zu lassen und sich abzugrenzen oder Grenzen zu setzen.

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Woran erkennt ein Patient, dass es psychische Faktoren sind, die seine Neurodermitis-Schübe verursachen?

Ich denke, das kann nur in einem professionellen Beratungsgespräch aufgedeckt werden, nachdem genau geschaut wurde, was jemand, wann, wie, wo und wozu tut oder eben nicht tut.

Essen ist sehr emotional, und anhand von kleinen Geschichten sieht man sehr klar den Zusammenhang zwischen den emotionalen und sozialen Aspekten des Menschseins und damit zwischen Körper und Psyche…

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