Nasenpolypen Ursachen Häufigkeit Risiken

Nasenpolypen – Ursachen, Häufigkeit, Risiken

Nasenpolypen – Ursachen, Häufigkeit, Risiken

Nasenpolypen sind ein altbekanntes und häufiges Phänomen. Vollständig erforscht sind sie deshalb aber noch lange nicht. Nach wie vor sind die genauen Ursachen nicht bekannt. Auch zu Häufigkeit und Risiken gibt es nur wenige und teilweise widersprüchliche Daten.

Was sind Nasenpolypen?

Bei Nasenpolypen handelt es sich um gutartige Veränderungen der Nasenschleimhaut. In der Fachsprache werden Nasenpolypen als Polyposis nasi bezeichnet. Die meist weichen, glatten Gebilde wachsen - ähnlich wie Tropfsteine - aus der Nasenschleimhaut heraus. Viele sind nur durch einen dünnen Stiel mit der Schleimhaut verbunden, manche sitzen auch flächig auf. Besonders häufig wachsen Nasenpolypen in den Nasennebenhöhlen. In der Nasenhaupthöhle entstehen sie vorwiegend im Bereich der mittleren Nasenmuschel und des mittleren Nasengangs. Ihre Größe und Anzahl können sehr unterschiedlich sein: Von vielen Polypen mit wenigen Millimetern Durchmesser bis zu einzelnen Exemplaren, die fast die ganze Nasenhöhle verlegen, ist alles möglich. Je mehr Raum die Polypen einnehmen, desto mehr Beschwerden machen sie. Betroffene klagen häufig über eine verstopfte Nase, einen beeinträchtigten Geruchssinn, häufige Erkältungen oder Kopfschmerzen.

Die Häufigkeit von Nasenpolypen

Wie viele Menschen an Nasenpolypen leiden, ist nicht genau bekannt. Nasenpolypen entstehen auf dem Boden einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis). Diese kommt sehr oft vor, einheitliche Zahlen zur Häufigkeit gibt es jedoch nicht. Laut Fachliteratur haben zwischen 5,5 und 28 Prozent der Bevölkerung Beschwerden einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung. Noch schwieriger ist die Abschätzung der Häufigkeit von Nasenpolypen. Man schätzt, dass etwa ein bis vier Prozent der Menschen davon betroffen sind. Tendenziell scheinen etwas mehr Männer als Frauen Nasenpolypen zu haben. Mit höherem Alter nimmt das Risiko der Entstehung von Nasenpolypen zu. Bei Kindern sind Nasenpolypen selten und fast immer mit einer zugrunde liegenden Erkrankung verbunden.

Nasenpolypen – die genauen Ursachen sind unbekannt

Sicher ist: Nasenpolypen entstehen dann, wenn die Nasenschleimhäute dauerhaft entzündet sind, also bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung. Allerdings hat nicht jeder Mensch mit einer chronischen Nebenhöhlenentzündung auch Nasenpolypen. Die chronische Rhinosinusitis teilt man deshalb ein, in eine Variante mit Nasenpolypen und eine Form ohne diese.

Es ist nicht vollständig geklärt, wie und warum sich Nasenpolypen bilden. Man denkt, dass unterschiedliche Ursachen zur chronischen Entzündung der Schleimhäute und zu Schleimhautwucherungen führen können. Mögliche Einflüsse sind genetische Voraussetzungen und verschiedene Umweltfaktoren. Betrachtet man die entzündete Schleimhaut unter dem Mikroskop, so findet man unterschiedliche Immunzellen. Bei den meisten Nasenpolypen bestimmen die sogenannten „eosinophilen Granulozyten“ das Bild. Sie gehören zu den weißen Blutkörperchen. Abhängig von Zellen und weiteren Merkmalen kann man die Polypen in verschiedene Untertypen (Endotypen) einteilen, die vermutlich durch unterschiedliche Vorgänge entstehen. Aktuell versuchen Wissenschaftler anhand dieser Untertypen, geeignete und individuell angepasste Behandlungsmöglichkeiten zu finden.

Nasenpolypen: Welche Risiken gibt es?

Es gibt einige Krankheiten, die mit einem deutlich erhöhten Risiko für die Entstehung von Nasenpolypen einhergehen. Dazu gehören zum Beispiel die Mukoviszidose, eine angeborene Stoffwechselerkrankung, oder die primäre Ziliendyskinesie, bei der die Nase sich nicht selbstständig reinigen kann.

Auch Asthmatiker sind überdurchschnittlich häufig von Nasenpolypen betroffen: Etwa 25 Prozent der Menschen mit Nasenpolypen leiden an Asthma. Etwas weniger deutlich sind die Zahlen bei der Aspirin-Intoleranz. Doch auch hier zeigt sich, dass Betroffene häufiger Nasenpolypen entwickeln als andere Menschen. Die Kombination der drei Erkrankungen - Nasenpolypen, Asthma und Aspirin-Intoleranz – bezeichnet man auch als Samter-Trias.

Ob Allergien ein erhöhtes Risikofür Nasenpolypen darstellen ist umstritten. Manche Studienergebnisse weisen auf einen Zusammenhang hin, andere nicht. Man vermutet deshalb, dass bestimmte Endotypen der Nasenpolypen mit Allergien zusammenhängen könnten. Um dies zu beweisen sind jedoch weitere Untersuchungen nötig.

Quellen:

1. Klimek L, Koennecke M, Hagemann J, Wollenberg B, Becker S. Immunologie der Polyposis nasi als Grundlage für eine Therapie mit Biologicals. HNO. 2019;67(1):15-26. doi:10.1007/s00106-018-0557-7

2. Leitlinie_SinusitisPolypen2003.pdf. Accessed November 27, 2020. 

3. Fokkens WJ, Lund VJ, Hopkins C, et al. European Position Paper on Rhinosinusitis and Nasal Polyps 2020. Rhinology. 2020;58 (Suppl S29):1-464. doi:10.4193/Rhin20.600