Nahrungsmittelunverträglichkeiten Nahrungsergänzungsmittel

Ernährungstherapeutin (DA) Daniela Kluthe-Neis aus Ulm

Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Braucht man Nahrungsergänzungsmittel?

Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten?

Bei blutdrucksenkenden Medikamenten oder Antibiotika weiß man z.B., dass sie nicht mit Grapefruitsaft zusammen eingenommen werden sollten, da das intestinale Enzymsystem CYP 3A4 dadurch beeinträchtigt wird und Medikamentenwirkung verstärken oder vermindern kann.

Bei anderen Medikamenten kann es im Zusammenhang mit Kalium zu einem beschleunigten Herzrhythmus kommen, wieder andere verursachen die bereits erwähnten Neuropathien.

Auch bei Magnesium ist Zurückhaltung empfohlen bei gleichzeitiger Einnahme von bestimmten Antibiotika und Antiarrhythmika. Dies sind nur Beispiele.

Wenn Patienten zu mir kommen und mir sagen, dass sie Nahrungsergänzungsmittel nehmen, frage ich immer nach, ob sie auch Medikamente und ob sie diese auch regelmäßig einnehmen.

Die Apotheken verfügen über sehr gute Datenbanken, so dass über eventuelle Wechselwirkungen gut recherchiert werden kann.    

Haben Nahrungsergänzungsmittel die gleiche Wirkung oder Funktion wie das natürliche Nahrungsmittel?

Um nochmals auf die Omega-3-Fettsäure zurückzukommen: In diesem Fall ist das reveresterte Nahrungsergänzungsmittel, d.h. das synthetische Produkt, wesentlich angenehmer einzunehmen als das natürlich hergestellte. Dieses hinterlässt keinen fischigen Geschmack im Mund, auch wird seltener aufgestoßen.

Ein Nahrungsmittel enthält bis auf Zucker nicht nur einen isolierten Stoff enthält, sondern eine Vielzahl von gesundheitsfördernden Stoffen, die sich für den menschlichen Körper bewährt haben und dies in einer verträglichen Dosierung. Auch die Bioverfügbarkeit natürlicher Nahrungsmittel ist eine andere, ein Nahrungsergänzungsmittel kann nicht die gleiche Wirkung haben. Deshalb kann ich nur betonen, dass es sinnvoll ist, nach einer gewissen Zeit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wieder auf natürliche Nahrungsmittel umzusteigen. Die individuelle Ernährungstherapeutische  Begleitung erhält der Klient, angepasst an seine Stoffwechselproblematik  und Lebenssituation.

Es ist deshalb auch für Eltern wichtig zu wissen, dass ihre Kinder mit frischen, selbst zubereiteten Nahrungsmitteln besser versorgt sind, als mit Fertiggerichten und Nahrungsergänzungsmitteln.

Frau Kluthe-Neis, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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