Nahrungsmittelunverträglichkeiten Nahrungsergänzungsmittel

Ernährungstherapeutin (DA) Daniela Kluthe-Neis aus Ulm

Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Braucht man Nahrungsergänzungsmittel?

Und wie weist man den Nährstoffmangel nach, über eine Blutuntersuchung?

Zunächst wird in der Anamnese, also im Patientengespräch, untersucht, welche Symptome beobachtet werden und wie sich der Körper verändert hat. Dies wird dann versucht mit einer objektiven Messlatte abzugleichen. Über den Facharzt kommen die Laborparameter und/oder Biopsien, die die Diagnose vervollständigen. Der behandelnde Arzt kann bei Bedarf, Nahrungsergänzungsmittel empfehlen.

Und was kann passieren, wenn man Nahrungsergänzungsmittel überdosiert?

Nehmen wir das Beispiel Omega-3-Fettsäuren, d.h. Fischölkapseln. Werden Omega-3-Fettsäuren in ausreichender  Dosierung eingenommen, kann eine Insulinresistenz rasch in einen Typ-2-Diabetes übergehen.

Wird regelmäßig Folsäure eingenommen, kann dadurch ein Mangel am Vitamin B12 maskiert werden, d.h. dieser Mangel kann dann oft nicht mehr nachgewiesen werden und bleibt meist auch unbehandelt.   Dies wird bei erfahrenen Ernährungstherapeuten anamnestisch abgefragt und an den behandelnden Arzt weitergeleitet.

B-Vitamine werden zur Behandlung der Müdigkeit bei Nahrungsmittelallergien und –intoleranzen gerne empfohlen. Bei einer Überdosierung kann es zu Neuropathien, d.h. zu Nerven- und Muskelschmerzen kommen.

Ein „zu viel“ an Magnesium, das besonders bei den Leistungssportlern beliebt ist, kann zu Durchfällen führen. Die Durchfälle an sich sind zwar harmlos, aber dauerhafte Durchfälle führen wiederum zu Nährstoffverlusten, weil der Körper nicht ausreichend resorbiert.

Eine Einnahme von Zink über einen längeren Zeitraum kann dazu führen, dass Kalzium und Eisen im Körper nicht mehr so gut aufgenommen werden.

Auch die sekundären Pflanzenstoffe oder Ballaststoffe, die ja auch zu den Nahrungsergänzungsmitteln gehören, können unerwünschte Wirkungen haben. Bei Durchfällen oder bei Verstopfung werden z.B. oft Mittel angeboten, die Flohsamen und Flohsamenschalen enthalten, ein löslicher Ballaststoff. Allerdings vermindert dieser lösliche Ballaststoff die Aufnahme von Zink, Calcium und Eisen durch den Darm. Bei einer dauerhaften Einnahme von Flohsamen sollte deshalb auch immer wieder überprüft werden, ob der Mineralienhaushalt in Ordnung ist.

Im allerschlimmsten Fall kann eine Überdosierung bestimmter Nahrungsergänzungsmittel sogar zu toxischen Reaktionen führen. Gerade bei Selen ist bekannt, dass eine Überdosierung schnell erreicht ist.  

Wichtig zu wissen ist auch, dass manche Nahrungsergänzungsmittel von Natur aus hohe Schadstoffmengen bzw. Schwermetallen enthalten, ein Beispiel hierfür ist die Erdmandel, die häufig bei Enddarmschwierigkeiten eingenommen wird. Ein weiteres Beispiel ist Cumarin, ein Bestandteil des Zimtes. Cumarin ist zurzeit als blutzuckersenkendes hochkonzentriertes Zimtpräparat für Typ-2 Diabetiker im Gespräch. Cumarin ist jedoch ein Gift, das in hohen Konzentrationen die Leber schädigen kann. Ausschlaggebend ist hierfür u.a. auch die Zimtsorte. Das Bundesamt für Risikobewertung BfR hat hierzu wiederholt Empfehlungen in Bezug auf die zu verzehrende Höchstmenge ausgesprochen.

Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb nur über einen gewissen Zeitraum eingenommen werden. Macht man dann eine Pause, ernährt sich "normal" vernünftig und lässt dem Körper Zeit, sich zu regenerieren, sollte man ohne Nahrungsergänzungsmittel auskommen.

Zurück zu den B-Vitaminen, spielen sie bei Nahrungsmittelallergien und –intoleranzen eine besondere Rolle?

Ich würde schon sagen, dass die B-Vitamine bei den allergischen und nicht-allergischen Unverträglichkeiten eine besondere Rolle spielen. Insbesondere in Bezug auf Folsäure, die Vitamine B 6 und B 12 kommt es zu Mangelerscheinungen.

Man merkt das an Veränderungen der Haut und der Haarsituation und es kann auch zu Veränderungen des Geschmacksinns kommen oder zu einer sogenannten "Landkartenzunge", das sind wandernde gerötete entzündete Stellen auf der Zunge.

Auch nächtliche Wadenkrämpfe können ein Zeichnen für einen Vitamin-B-Mangel sein, der die Magnesiumverwertung beeinträchtigt. Dann muss man den Grund herausfinden, z.B. werden Abführmedikamente oder entwässernde Medikamente eingenommen, schwitzt man viel oder geht oft in die Sauna, ernährt man sich sehr einseitig oder hat man tatsächlich eine Aufnahmestörung, die auf eine Unverträglichkeit zurückzuführen ist.

Hier sollte man für eine gewisse Zeit Vitamin B substituieren und dann pausieren, um zu sehen, ob die Symptome wiederkehren.

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