Allergie Lebensmittel Beruf

Prof. Monika Raulf zum Thema Lebensmittelallergie: Liegt es am Beruf?

Allergie auf Lebensmittel: Liegt es am Beruf?

Bei einer Allergie auf Lebensmittel denkt man zunächst ans häusliche Umfeld. Aber manchmal liegt es auch am Beruf, wenn sich allergische Symptome einstellen, denn auch dort kommt man möglicherweise mit Lebensmitteln in Kontakt. Welche Berufe sind betroffen, wo verstecken sich die Allergene und wie kommt es zu allergischen Reaktionen? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Prof. Monika Raulf, Kompetenzzentrum Allergologie/Immunologie, Institut für Prävention und Arbeitsmedizin, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA).

Frau Prof. Raulf, in welchen Berufen kann es zu einer Allergie auf Lebensmittel kommen?

Zu einer Allergie auf Lebensmittel kann es in der Landwirtschaft kommen, aber auch bei der Lebensmittelherstellung und -weiterverarbeitung. Global betrachtet, geht man davon aus, dass etwa 10 bis 25 Prozent aller beruflichen Atemwegserkrankungen inklusive Rhinitis durch das Einatmen von Materialien verursacht werden, die bei der Lebensmittelherstellung bzw. -weiterverarbeitung an den Arbeitsplätzen entstehen.

Dabei spielen auch veränderte Ernährungsgewohnheiten eine Rolle. So ist z.B. ein Anstieg von Berufsallergien im Zusammenhang mit der globalen Zunahme der Verarbeitung von Fisch und Meeresfrüchten nicht nur in Norwegen zu verzeichnen. Auch in Schwellen- und Entwicklungsländern wie z.B. Chile und Südafrika, in denen intensiv Fischerei, Aquakulturen und/oder Fischverarbeitung betrieben wird, kam es zu einer Zunahme.

Durch welche Lebensmittel kommt es bei Berufen in der Lebensmittelindustrie zu Allergien?

Das Allergenspektrum in der Lebensmittelindustrie ist sehr vielfältig. Da gibt es natürlich die ursprünglichen Produkte, die verarbeitet oder prozessiert werden.

Zu den Lebensmitteln, die allergische Reaktionen hervorrufen können gehören zum Beispiel:

  • Getreide
  • Gemüse
  • Früchte
  • Gewürze
  • Samen
  • Fisch
  • Meeresfrüchte
  • Fleisch, etc.

Darüber hinaus werden zur Verarbeitung und Konservierung der Lebensmittel Stoffe eingesetzt, die ebenfalls sensibilisierend wirken können.

Zu den Zusatzstoffen in Lebensmitteln, die Allergien auslösen können gehören zum Beispiel:

  • Farbstoffe
  • Verdickungsmittel
  • Sulfite
  • Enzyme

Weitere Allergenquellen können sogenannte „Lebensmittelkontaminanten“ sein, das heißt Stoffe, die weder natürlicherweise in den eigentlichen Nahrungsmitteln vorkommen, noch zur Rezeptur gehören.

Zu den potenziell allergenen Lebensmittelkontaminanten gehören zum Beispiel:

Wie kommt es bei Beschäftigten in der Lebensmittelindustrie zur Entstehung von Allergien?

Verschiedene Arbeitsprozesse erzeugen Aerosole oder Staubpartikel, die eingeatmet werden können und Sensibilisierungen und/oder reizende Reaktionen an den Atemwegen verursachen können. Darüber hinaus können durch Prozesse im Rahmen der Lebensmittelverarbeitung wie Lagerung, thermische Denaturierung, Säuerung und Fermentation neue Strukturen entstehen, die sensibilisierend wirken können, so dass sogar die Allergenität der Lebensmittelproteine erhöht werden kann.

 
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