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Volkskrankheit Nahrungsmittelintoleranz

Sonja M. Mannhardt zum Thema: „Vertrag’ ich nicht!“ – Volkskrankheit Nahrungsmittelintoleranz?

„Vertrag’ ich nicht!“ – Volkskrankheit Nahrungsmittelintoleranz?

Ob bei Einladungen, in der Kantine oder im Restaurant – immer öfter hört man den Satz: „Vertrag’ ich nicht!“ Bei manchen wurde eine Fruktosemalabsorption oder eine Laktoseintoleranz diagnostiziert. Bei anderen lautete die Ausschlussdiagnose „Histaminunverträglichkeit“, „Glutenunverträglichkeit“ oder „Reizdarm-Syndrom“. In manchen Fällen findet man aber auch keine Ursache: Die Betroffenen laufen „von Pontius zu Pilatus“ und stehen dann schnell in der „Psycho-Ecke“. Dass die Psyche eine Rolle spielen kann, meint auch Dipl. oec. troph. Sonja M. Mannhardt, Gesundheitsmanagement, Schliengen. MeinAllergiePortal sprach mit ihr über das Thema: „Vertrag’ ich nicht!“ – Volkskrankheit Nahrungsmittelintoleranz?

Frau Mannhardt, man hat den Eindruck, dass es immer mehr Menschen gibt, die bestimmte Nahrungsmittel nicht vertragen. Welche Entwicklung beobachten Sie in Ihrer Praxis?

Man braucht nur mit einer Gruppe von Menschen in ein Restaurant zu gehen und hört: „Ich vertrage dies oder das nicht.“ Der Blick auf das Angebot der Lebensmitteldiscounter zeigt immer größere Regalflächen mit „Free-From-Produkten“. Da verändert sich etwas in der Gesellschaft, was auch in unserer Praxis für Ernährungstherapie wahrnehmbar ist. 23 Prozent der Bevölkerung GLAUBEN mittlerweile etwas nicht zu vertragen, das zeigte 2018 die Befragung einer Krankenversicherung sowie Daten des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE).

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Heißt das, dass viele glauben an einer Nahrungsmittelintoleranz zu leiden, obwohl dies gar nicht der Fall ist?

Ja, und dafür gibt es auch eine ganze Reihe von Belegen.

Ein Beispiel: Nur ca. 15 Prozent der Bevölkerung leiden unter einer diagnostizierten Laktosemalabsorption, aber mehr als 9,4 Mio. konsumieren freiwillig laktosefreie Produkte, obwohl sie gar keine Laktoseunverträglichkeit haben, das berichtete Dr. Claudia Müller vom BZfE.

Ein weiteres Beispiel: Zöliakie haben 0,9 Prozent der Bevölkerung, aber 7 Prozent der Bevölkerung konsumieren freiwillig glutenfreie Produkte und das nicht, weil sie Gluten nicht vertragen, sondern weil sie glauben glutenfreie Produkte seien „gesünder“. Nur ein Bruchteil der „Vertrag‘-ich-nicht“-Klienten, die in unsere Praxis kommen, sind verlässlich diagnostiziert. Viele kommen mit „Selbstdiagnosen“. Aber niemand, der zu uns kommt, folgt dabei nur einem „Ernährungs-TREND“: Sie alle leiden wirklich und bilden sich ihre Symptome nicht bloß ein. Also was ist da los?

Auffällig ist übrigens in unserer Praxis der hohe Frauenanteil. Auch bei unlängst durchgeführten Vorträgen zum Thema waren 80 Prozent Frauen und nur ein Bruchteil Männer anwesend. Frauen sind unseres Ermessens häufiger „Vertrag’-ich-nicht“-Patienten als Männer.

Sie sagten, dass die Bauchbeschwerden der Patienten real und nicht „eingebildet“ sind, Nahrungsmittelintoleranzen sind aber nicht die Ursache….

Da es sich bei „Vertrag’ ich nicht“ immer um sehr komplexe Geschehen mit unspezifischem Symptomkomplex handelt, muss schon genauestens analysiert werden, was eigentlich los ist. Vorschnelles „Lass einfach mal xy weg“ ist keinesfalls eine Lösung, sondern häufig sogar Teil des Problems.

Sind Menschen sensibler? Wir beobachten mit Sorge, dass viele gar nicht mehr wissen, was „normaler Stuhlgang“ oder „normale Blähungen“ sind. Wir stellen verwundert fest, dass eine genaue Beschwerdebefragung vielen Betroffenen Schwierigkeiten bereitet.

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Viele sagen uns, dass so genau noch nicht gefragt wurde:

  • Wo genau ist das Bauchweh?
  • Wann genau tritt es auf?
  • Wie genau sieht der Stuhlgang aus?
  • Wie äußert sich das Völlegefühl?
  • Was bedeutet „Verstopfung“ für Sie?

Und wir müssen feststellen, dass viele unserer Klienten bereits in einer „Weglassschleife“ sind, wenn sie zu uns kommen, damit aber nicht weitergekommen sind und deshalb bei uns Hilfe suchen.

Außerdem stellen wir mit Sorge fest, dass viele Menschen mit der „Vertrag’-ich-nicht“-Problematik bereits ein sehr auffälliges Essverhalten zeigen.

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