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Veggie Burger Fleischersatzprodukte gesund oder nicht

Dr. med. Matthias Riedl über das Thema: “Veggie Burger - Fleischersatzprodukte: Gesund oder nicht?“

Veggie Burger - Fleischersatzprodukte: Gesund oder nicht?

Was sollte man bei Fleischersatzprodukten im Hinblick auf Allergien oder Intoleranzen beachten?

Wenn Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder mit nicht allergisch bedingten Nahrungsmittelunverträglichkeiten Fleischersatzprodukte essen, nehmen sie im Grunde ein „künstliches Konstrukt“ zu sich. Sie können dann nicht sicher sein, welche Allergene darin enthalten sind. Kaufen sie das Produkt im Supermarkt, können sie die Zutatenlisten sehr intensiv studieren. Im Restaurant ist dies nicht möglich und hier beginnt das Risiko! Für viele Allergiker oder Menschen mit einer Gluten- und/oder Sojaunverträglichkeit sind die Fleischersatzprodukte oft nicht geeignet.

Stark diskutiert wird zurzeit ja die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel. Wäre diese im Hinblick auf die Bewertung von Fleischersatzprodukten hilfreich?

Die Ampelkennzeichnung bezieht sich lediglich auf Inhaltsstoffe wie Salz, Zucker, Fett etc.. Nicht berücksichtigt wird, ob es sich um ernährungsphysiologisch sinnvolle Lebensmittel handelt. Damit wäre die Ampelkennzeichnung für die Beurteilung von Fleischersatzprodukten nicht hilfreich. Sinnvoller wäre eine Kennzeichnung, die gesunde, nicht prozessierte Nahrungsmittel oder wenig prozessierte Lebensmittel positiv kennzeichnet, verbunden mit der Empfehlung, den Speiseplan mehrheitlich aus diesen Produkten zusammenzustellen. Hochprozessierte Lebensmittel sollten nur gelegentlich verzehrt werden.

Wie gesagt, wäre es zur Verminderung des Fleischkonsums durchaus vertretbar, hin und wieder auf Fleischersatzprodukte zurückzugreifen. Zur Dauerernährung eignen sich Fleischersatzprodukte jedoch nicht, weil es sich um ein hoch-prozessiertes Lebensmittel handelt. Es gibt klare Hinweise aus Studien, die gezeigt haben, dass das Krankheits- und Sterberisiko eines Menschen steigt, je mehr hoch-prozessierte Lebensmittel er zu sich nimmt.

 

Auch der ökologische Fußabdruck von Lebensmitteln wird bei der Kaufentscheidung zunehmend mit einbezogen. Wie sieht es hier bei den Fleischersatzprodukten aus, in Bezug auf Herstellung und Transport?

Der ökologische Fußabdruck eines Fleischersatzproduktes ist davon abhängig, wo es hergestellt wird. Liegen die Produktionsstätten im Ausland oder gar in Übersee, so dass lange Transportwege in Kauf genommen werden müssen, ist das ausgesprochen ungünstig für den ökologischen Fußabdruck und energieintensiv.

Energieintensiv ist jedoch bereits die Herstellung hochprozessierter Lebensmittel, ganz unabhängig vom Produktionsstandort. Es besteht zum Beispiel ein himmelweiter Unterschied zwischen der Energiebilanz einer Erbse, sei sie nun frisch, tiefgefroren oder in der Dose, und einem Produkt, das auf Basis von Erbsenproteinen hergestellt wird. Die Erbsenproteine müssen ja zunächst einmal aus dem Grundnahrungsmittel isoliert und dann noch aufwendig verarbeitet werden. Insofern ist der Ansatz von Fleischersatzprodukten momentan noch keineswegs nachhaltig, sondern ökologisch und gesundheitlich bedenklich. Aber: Vielen Konsumenten ist dies nicht bewusst und das Marktpotenzial von Fleischersatzprodukten scheint enorm zu sein. Viele große Hersteller haben das erkannt und steigen in diesen lukrativen Markt ein.

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Wie lautet Ihre Empfehlung zum Umgang mit Fleischersatzprodukten?

Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass Lebensmittel mit dem Aufdruck „vegan“ und „vegetarisch“ automatisch als „gesund“ bewertet werden, das gilt auch für Fleischersatzprodukte. Da dies nicht immer der Fall ist, sollte vor dem Kauf ein prüfender Blick die Zutatenliste und die Nährwerte geworfen werden, auch im Hinblick auf potenzielle Allergene. Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Zutatenliste desto besser. Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Nüsse und Kerne benötigen keine Zutatenliste und sollten die Basis einer pflanzlichen Ernährung darstellen.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie sinnvoll diese Fleisch-Alternativen aus ernährungsphysiologischer Sicht sind. Wenn man sich dann aber schon für Fleischersatzprodukte entscheidet, sollte man wenigstens ein Bio-Produkt wählen, denn diese enthalten weniger Zusatzstoffe.

Grundsätzlich ist festzustellen: Das Umdenken in der Gesellschaft bezüglich des eigenen Fleischkonsums ist zwingend notwendig.

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