Durchfall Erbrechen Säugling FPIES

Dr. Stephan Buderus zu Thema: Schwere Durchfälle und Erbrechen beim Säugling - Ist es FPIES?

Schwere Durchfälle und Erbrechen beim Säugling: Ist es FPIES?

Kann man sagen, dass FPIES auf Nahrungsmittel auftritt, die im jeweiligen Land sehr häufig verzehrt werden?

Das ist bei Nahrungsmittelallergien oft der Fall. Womöglich sind es auch bei FPIES die lokalen Speisegewohnheiten, die die auslösenden Allergene bestimmen.

Es gibt aber eine Gemeinsamkeit: In allen Ländern ist es immer die Kuhmilch, durch die es am häufigsten zu FPIES kommt. In der Regel sind ja Säuglinge betroffen, und die werden traditionell mit Milch gefüttert.

Reagieren die Kinder bei FPIES auf ein Allergen oder auf mehrere?

Die Mehrheit der Kinder reagiert auf ein Allergen, selten auf zwei und ganz selten auf drei. Auch hier scheint es jedoch regionale Unterschiede zu geben, denn in den USA gibt es eine große Einrichtung, die von einer erhöhten Rate von Kindern mit FPIES auf zwei und drei Allergene berichten.

Gibt es Risikofaktoren, die die Entstehung von FPIES begünstigen?

Nein, es sind nicht die atopischen Kinder, die mehr als andere FPIES entwickeln. Es kann jeden treffen.

Günstig ist hier jedoch, dass die nicht IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergie FPIES eine günstige Prognose hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich FPIES auswächst, ist relativ hoch. Wir können den Eltern also sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass FPIES bis zum dritten Geburtstag verschwunden ist, über alle Allergene betrachtet bei 60 bis 85 Prozent liegt.

Für Kinder, die allein auf Kuhmilch allergisch reagieren, ist diese Zahl sogar höher. Mehr als 50 Prozent der Kuhmilch-allergischen Kinder haben FPIES sogar bereits bis zum ersten Geburtstag verloren.

 

In welchem Alter tritt FPIES erstmals auf und wie zeigen sich die Symptome?

FPIES kann bereits bei sehr jungen Säuglingen erstmals auftreten. Die Mehrzahl der Kinder ist zwischen drei und neun Monaten alt. Nicht selten kommen die Kinder mit einer akuten Form von FPIES als schwere Notfälle in die Klinik. Sie leiden unter starkem Erbrechen und Durchfällen, die Durchfälle können auch blutig sein. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Schocksymptomatik kommen.

Die Symptome von FPIES können leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden.

Bei einem chronischen Verlauf von FPIES können die Symptome weniger dramatisch ausfallen. Meist handelt es sich um etwas ältere Kinder, die immer wieder, einige Stunden nach der Gabe der Flaschennahrung oder dem Nachtbrei mit Reisflocken, mit Symptomen reagieren. Dazu gehören ebenfalls Erbrechen und Durchfälle. Den Kindern geht es dann sichtbar schlecht und manchmal sind sie dann regelrecht „weggetreten“, erholen sich aber immer wieder. Bei diesen Kindern ist es dann leichter, einen Bezug zwischen Symptomen und Nahrungsaufnahme herzustellen.

Treten bei FPIES die Symptome immer sofort nach dem erstmaligen Allergenkontakt auf?

Nicht unbedingt. Es kann sein, dass die Kinder ein Nahrungsmittel für eine ganze Zeit vertragen und plötzlich zeigen sich Symptome. Auch bei der Umstellung vom Stillen auf die Flaschennahrung kann FPIES erstmals auftreten, denn die die Zusammensetzung des Eiweißes von Muttermilch unterscheidet sich von der der Kuhmilch. Die Ursachen für das plötzliche Auftreten von FPIES kennt man jedoch nicht.

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