Nahrungsmittelallergien und unverträglichkeiten KiTASchule Integration

Umfrage zum Thema: Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten in KiTA und Schule - Integration bleibt schwierig!

Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten in KiTA und Schule: Integration bleibt schwierig!

„Eine gute, selbstverständliche Integration in KiTa und Schule ist für Kinder mit Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten noch längst keine Selbstverständlichkeit!“ zu diesem Ergebnis kommt Sabine Jossé, MeinAllergiePortal aufgrund einer aktuellen Umfrage. Mehr als 300 Teilnehmer nahmen an der Umfrage teil. Das Thema: “Kinder mit Nahrungsmittelallergien, Anaphylaxie, Zöliakie, Intoleranzen in KiTa und Schule: Wie klappt die Inklusion?“.

Gut integriert? Nicht immer!

So verneinten 29 Prozent der Befragten, dass ihr Kind in Hort oder Schule gut integriert seien. Bei 14 Prozent war dies überhaupt nicht der Fall, weitere 15 Prozent sagten, dass dies unterschiedlich zu beurteilen sei. Sie berichteten von Unverständnis für die Vorsichtsmaßnahmen, die bei Kindern mit Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten in Bezug auf die Ernährung getroffen werden müssen, bis hin zu Ausgrenzung und Mobbing. Auch dass man vor dem Aufwand zurückschreckt, auf die Unverträglichkeiten des Kindes zu achten, wurde berichtet. Nur bei gut einem Drittel der Befragten wurde dem Kind eine Spezialmahlzeit zubereitet, die es ihm erlaubt, an den gemeinsamen Mahlzeiten teilzunehmen. Selbst wenn die Eltern diese Spezialmahlzeit selbst zubereiten und dem Kind mitgeben, wird diese in der Mehrzahl der Fälle - 58 Prozent - von der Institution nicht zubereitet, z.B. warm gemacht. 

Kampf gegen Windmühlen!

Um das Verständnis und die Akzeptanz bei anderen Kindern und deren Eltern zu gewährleisten, nehmen die Eltern betroffener Kinder viel in Kauf – es ist ein ständiger Kampf. So gaben 44 Prozent der Umfrage-Teilnehmer an, regelmäßig Maßnahmen ergreifen zu müssen, um die Integration des Kindes zu gewährleisten. Mit einem Mal informieren ist es also auf keinen Fall getan. Erschwerend kommt hinzu: Knapp 9 Prozent der an der Umfrage Mitwirkenden bewerteten das Verhalten anderer Kinder als verständnis- und rücksichtslos und knapp 3 Prozent als aggressiv bis zum Hänseln.

Reichlich Organisationsaufwand bei Festen

Für die meisten Kinder, die unter einer Nahrungsmittelallergien oder Zöliakie leiden, ist die Teilnahme an Festivitäten, Ausflügen und Klassenfahrten möglich Doch zeigen die Kommentare, dass nicht ein qualitativ hochwertiges Integrationskonzept dafür sorgt, dass Kinder mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten integriert sind. Viel scheint vom persönlichen Entgegenkommen der jeweiligen Ansprechpartner auf Seiten der Einrichtungen und von der Solidarität der Eltern der Mitschüler abzuhängen. Oft lösen die Eltern das Problem auch hier durch ein hohes Maß an Eigeninitiative. So nehmen sie zum Beispiel an Ausflügen persönlich teil, um eine risikofreie Ernährung ihres Kindes zu gewährleisten. Aus dem gleichen Grund übernehmen andere die komplette Organisation des Essens für die gesamte Gruppe. Auch dem Kind verträgliches Essen mitzugeben ist eher die Regel als die Ausnahme.

 

Licht und Schatten auf allen Ebenen!

Ohne erhebliche Eigeninitiative der Eltern klappt die Integration offensichtlich nicht. “Das klappt nur, wenn es zuvor geplant war“ so der Tenor bei vielen Befragten. Dass die Umfrageteilnehmer deshalb Handlungsbedarf auf allen Ebenen sehen, verwundert nicht. 53 Prozent fordern mehr Aufklärung und Information der Öffentlichkeit, 25 Prozent eine verbesserte Rechtslage mit Anspruch auf Eingehen auf Unverträglichkeiten der Kinder durch die jeweilige Einrichtung und 22 Prozent sind der Meinung, dass eine bessere Ausbildung der Betreuer hilfreich wäre. Bemängelt wird hier unter anderem, dass diese sich häufig weigern, dem Kind im Notfall Medikamente zu geben. Hier wäre eine Unterstützung durch die behandelnden Ärzte sicherlich hilfreich. Diese bleibt aber oft aus. 73 Prozent der Befragten verneinen die Frage,  ob der behandelnde Arzt des Kindes sie bei der Integration in die Einrichtung unterstützt habe. „Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig die Aufklärungsarbeit ist“ so Sabine Jossé, „wir werden deshalb unsere Berichterstattung intensivieren und durch Schulungsvideos ergänzen.“

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