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Ernährungsberatung Ernährungscoaching Unterschied

Dr. Astrid Gerstemeier zum Thema: Ernährungsberatung vs. Ernährungscoaching - Was ist der Unterschied?

Ernährungsberatung vs. Ernährungscoaching: Was ist der Unterschied?

Die Ernährungsgewohnheiten zu ändern fällt den meisten Menschen schwer. Eine Ernährungsberatung kann dabei sehr hilfreich sein und erleichtert die Umsetzung neuer Gewohnheiten. In manchen Fällen braucht es jedoch mehr als eine Beratung, dann ist ein Ernährungscoaching die bessere Wahl. Was aber ist der Unterschied zwischen Ernährungsberatung und Ernährungscoaching? Wann ist was sinnvoll? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit Dr. Astrid Gerstemeier, Praxis für bewegte Ernährung & Coaching in Wiesbaden.

Autor: Sabine Jossé M. A.

Interviewpartner: Dr. Astrid Gerstemeier

Frau Dr. Gerstemeier, wie unterscheidet sich ein Ernährungscoaching von einer Ernährungsberatung?

Ernährungscoaching geht über das Angebot einer Ernährungsberatung hinaus bzw. fließt, je nach Thematik, ineinander. Wenn wir als Ernährungsberater einen Patienten beraten, unterstützen wir die erforderlichen Veränderungen mit Ratschlägen und Empfehlungen. Der Patient bekommt maßgeschneiderte Handlungsanweisungen oder Informationen für das Zusammenstellen der Mahlzeiten und das Kochen, und wir sagen ihm genau, welche Nahrungsmittel er nutzen oder weglassen soll. Je komplexer und vielschichtiger eine Beratungsthematik ist, desto umfassender sollte die Herangehensweise sein und je mehr wird der Klient zum Experten seines Themas.

Beim Ernährungscoaching geht man davon aus, dass der Klient seine Lösung „in sich trägt“.  Deshalb kann man den Coach als einen Begleiter sehen, der dem Klienten dabei hilft, in einer neuen Ernährungs- oder Lebenssituation seinen eigenen Weg besser zu finden.

Bei der Frage Ernährungsberatung oder Ernährungscoaching kommt es letztendlich auf den Bedarf des Klienten an.

Welche Vorteile hat das Ernährungscoaching im Vergleich zur Ernährungsberatung?

Der Vorteil des Ernährungscoachings für den Klienten ist, dass er seine Situation, seine Gewohnheiten und seine Vorlieben selbst am besten kennt. Mit der Unterstützung des Coaches wird es ihm möglich, seine eigenen Ziele zunächst zu klären und dann den für ihn besten und leichtesten oder pragmatischsten Weg zur Erreichung dieser Ziele zu finden, ohne dass der Coach diesen vorgibt. Die Ziele bzw. die Teilziele werden dabei von Coach und Klient gemeinsam erarbeitet, genauso wie die Prioritäten.

Dabei steht immer im Vordergrund, dass diese Ziele für den Klienten mit seinen eigenen Ressourcen auch erreichbar sind. Deshalb hinterfragt der Coach im Verlauf des Coachings den Prozess immer wieder, um zu überprüfen, ob der Klient sich mit den besprochenen Maßnahmen wohl fühlt, die Ziele realistisch sind und er es sich auch vorstellen kann, sie umzusetzen. Ein kleines selbst gestecktes Ziel für sich zu erreichen und damit alltagstauglich umgesetzt zu haben, ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung.

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Kann man das Ernährungscoaching grundsätzlich bei allen Patienten anwenden?

das leistungsspektrum von coachingDas Leistungsspektrum von Coaching!Ob man sich für die eine oder die andere Methode entscheidet, hängt von der Situation des Klienten und seiner Zielsetzung ab. Deshalb steht am Anfang des Prozesses zunächst ein Gespräch, in dem anhand unterschiedlichster Kriterien geklärt wird, worum es dem Klienten geht und welche Methode ihn dabei am besten unterstützt.

Grundsätzlich geht es bei der Ernährungsberatung eher um die Wissensvermittlung während das Ernährungscoaching darüber hinausgeht. Wenn jemand ganz konkrete Handlungsanweisungen benötigt, zum Beispiel, wie man Zucker vermeidet und Milchprodukte ersetzt, ist die Ernährungsberatung sinnvoll. Auch wenn es darum geht, dem Schul-Caterer die Allergene des Kindes zu erklären, benötigt der Klient eindeutige Informationen. Manche Patienten kennen sich auch in Ernährungsfragen sehr gut aus, so dass kurze Informationen bereits ausreichen, um ihnen weiterzuhelfen.

Geht es jedoch um grundlegende Verhaltensänderungen oder geht es darum, wie man spezielle Ernährungsbedürfnisse, wie z.B. bei Allergien, Unverträglichkeiten, Übergewicht oder Untergewicht konkret im Alltag umsetzt,wäre das Ernährungscoaching eine gute Wahl. Eine gute Wahl wäre Ernährungscoaching auch dann, wenn sich die Umsetzung für den Klienten schwierig gestaltet, oder auch die stoffliche Ursache, trotz guter Diagnostik, nicht klar ist oder ausgeschlossen werden kann, Dies  auch deshalb, weil es in der Regel nachhaltiger ist. Hier spielt dann auch die Lebenssituation eine große Rolle.

Oft stellt sich auch die Frage, warum die Veränderung angestrebt wird und ob die Ziele des Klienten allein durch eine Ernährungsumstellung zu erreichen sind. Manchmal ist es auch eher der Tagesablauf, der verändert werden muss oder das Essverhalten und nicht das Essen. Beim Ernährungscoaching werden diese Fragen gemeinsam beantwortet.  

Warum ist das Ernährungscoaching nachhaltiger?

Der Klient muss das, was wir besprechen, in sein eigenes System einbauen und seine eigene Lösung und seinen eigenen Weg finden. Das kann durchaus deutlich abweichen von der Art und Weise, wie ich als Coach dies umsetzen würde, aber es ist „seine“ Lösung, die er auch eher umsetzen wird. Die Umsetzung wiederum führt zum Erreichen des nächsten Teilziels und das wiederum motiviert zum weitermachen und somit zur dauerhaften Umsetzung.      

Je näher man im Coaching-Gespräch an einer für den Klienten auch wirklich realisierbaren Lösung ist, umso größer ist der Umsetzungserfolg. Dabei ist es besser, zwei kleine Teilziele umzusetzen, als ein großes Ziel nicht zu erreichen. Bereits mit den kleinen Teilzielen entwickelt der Klient eine bessere Lebensqualität und auch das wirkt wieder ermutigend. So steigt die Motivation, auch den nächsten Veränderungsschritt zu gehen.

Sie hatten erwähnt, dass beim Ernährungscoaching die Lebenssituation eine besondere Rolle spielt….

Gerade bei Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, aber auch bei Übergewicht und Untergewicht, kann man mit dem Ernährungscoaching über die stofflichen Dinge hinaus auf die Lebenssituation eingehen, die mit den Beschwerden verbunden ist. Dabei geht es auch um die Frage, wie die Menschen diese Lebenssituation durch ihr eigenes Verhalten angenehmer machen und eine bessere Lebensqualität erreichen können.

Damit geht das Coaching über Ernährungsempfehlungen hinaus. Insbesondere dann, wenn es trotz gut umgesetzter Ernährungsempfehlungen Beschwerden ohne medizinischen Hintergrund gibt, ist das Ernährungscoaching sehr hilfreich. In manchen Fällen stellt sich dann heraus, dass die Beschwerden immer nur in bestimmten Situationen auftreten, z.B. vor Gesprächen mit dem Vorgesetzten, in immer wiederkehrenden Situationen oder nach dem Urlaub. Das Coaching hilft den Menschen dann, sich selbst und ihre Situation besser wahrzunehmen und zu definieren, was sie brauchen, um sich wohl zu fühlen. Das kann den Tagesablauf betreffen, den Rhythmus, in dem bestimmte Tätigkeiten erfolgen oder ganz andere individuelle Dinge.

Ein Coaching kann jedoch auch, unabhängig vom Ernährungsbereich, sinnvoll sein, zum Beispiel bei beruflichen Veränderungen, im Persönlichkeitsbereich oder bei Teamkonflikten.

Wie lange wird ein solches Ernährungscoaching durchgeführt?

Das hängt davon ab, wie lange der Klient benötigt, um die gemeinsam gesteckten Teilziele zu erreichen. Es kann auch vorkommen, dass ein Coaching im Prinzip mit der Zielerreichung abgeschlossen ist, aber nach einiger Zeit ergeben sich neue, andere Lebenssituationen, so dass gerne, eine Art Fortsetzung, Begleitung oder Auffrischung genutzt wird.

Das Ernährungscoaching ist je eine spezielle Vorgehensweise, die nicht jeder beherrscht. Nicht alle Patienten wohnen aber im Raum Wiesbaden…

Ich coache auch telefonisch oder über Skype. Optimal ist es jedoch, wenn zu Beginn der Beratung zumindest ein persönliches Gespräch stattfindet. Gerade wenn es beim Coaching in den psycho-emotionalen Bereich geht, ist es wichtig zu sehen, „wie“ jemand etwas sagt. Körpersignale, bzw. die Körpersprache wie: Verändert sich die Haltung, fühlt sich der Klient wohl, oder kommt es zu einer gewissen Nervosität, Unwohlsein oder plötzlicher Begeisterung oder strahlenden Augen? Das kann sich auch an der Stimme zeigen, ist aber am Telefon vielleicht gar nicht wahrnehmbar. Fühlt sich jemand behaglich oder unwohl? Dies sind wichtige Faktoren, die beim Coaching dazu beitragen, den richtigen Ansatz zu finden oder die nächste Frage zu stellen und zum Gelingen beitragen. Grundsätzlich ist es jedoch auch am Telefon oder über Skype möglich, ein Coaching durchzuführen.

Wichtig ist: Wenn es in Folgeberatungen um ein konkretes Ernährungscoaching zu Nahrungsmittelallergien oder –unverträglichkeiten geht und der Patient ein Ernährungsprotokoll führt, benötige ich den aktuellen Stand vor dem jeweiligen Gesprächstermin, damit beide auf dem gleichen Stand sind. Geht es mehr um ein Coaching zur Lebenssituation, entwickelt sich das Gespräch aus der Situation heraus.

Frau Dr. Gerstemeier, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

 

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.