Erdbeeren Tomaten Sorte Allergenpotenzial

Erdbeeren, Tomaten: Die Sorte bestimmt das Allergenpotenzial!

Erdbeeren, Tomaten: Die Sorte bestimmt das Allergenpotenzial

In Ihren Studien konnten Sie keinen Unterschied zwischen Bio-Produkten und konventionell angebauten Produkten finden. Konnten Sie sehen ob andere Faktoren, wie zum Beispiel die Lage der Anbaufläche, das Wetter oder der Pestizideinsatz eine Rolle spielen?

Der Einfluss von konventionellem bzw. ökologischem Anbau scheint einen geringeren Einfluss auf den Allergengehalt in Erdbeeren und Tomaten zu haben als wir zunächst vermutet hatten. Vielmehr wirken sich die Unterschiede von Jahr zu Jahr, z.B. Schwankungen in der Temperatur, der Feuchtigkeit, der Regenmenge oder im Befall der Pflanze durch Bakterien, Viren oder Pilze, stärker auf den Fra a 1- bzw. Sola l 4-Gehalt aus.

 

Inwiefern sind Ihre Studienergebnisse übertragbar auf andere Obst- und Gemüsesorten? Kann man davon ausgehen, dass auch bei anderem kreuzallergenen Obst, Gemüse oder auch Getreide, die Sorte für den Allergengehalt entscheidend ist?

Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit dem Apfelallergen Mal d 1. Dieses Allergen ruft bei ca. 2 Millionen Deutschen eine Apfelallergie hervor. Auch für Äpfel wurde in mehreren Studien festgestellt, dass der Mal d 1-Allergegehalt sortenabhängig ist.

Weiterhin wurden in Studien3) für die Allergene aus Kirschen und Pfirsich ebenfalls Unterschiede zwischen Sorten festgestellt .

Wäre es möglich, die Allergene aus den Pflanzen herauszuzüchten und wie lange würde dies dauern?

Im Menschen können diese Proteine allergische Reaktionen auslösen, ihre genaue biologische Funktion in der Pflanze selbst ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht vollständig aufgeklärt. Belegt ist, dass die Pflanze mit ihrem Abwehrsystem in verschiedenen Stresssituationen, wie zum Beispiel Pathogenbefall, Anwendung von Chemikalien, Verwundung, Hitze, Kälte, Trockenheit, Feuchtigkeit, mit der Produktion dieser Allergene reagiert. Solange die genaue Funktion dieser Allergene ungeklärt bleibt, ist diese Frage nur schwer zu beantworten.

Frau Kurze, herzlichen Dank für dieses Interview!

 

Quellen:

1) Kurze, Elisabeth, Lo Scalzo, Roberto, Campanelli, Gabriele; Schwab, Wilfried: Effect of tomato variety, cultivation, climate and processing on Sola l 4, an allergen from Solanum lycopersicum, PLOS ONE 2018. DOI: 10.1371/journal.pone.0197971, http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0197971

2) Kurze, Elisabeth; Kock, Vanessa; Lo Scalzo, Roberto; Olbricht, Klaus and Schwab, Wilfried: Effect of the strawberry genotype, cultivation and processing on the Fra a 1 allergen content, Nutrients 2018 10, 857. DOI: 10.3390/nu10070857, http://www.mdpi.com/2072-6643/10/7/857

3) Primavesi et al. (2007) Influence of Cultivar and Processing on Cherry (Prunus avium) Allergenicity. Journal of Agricultural and Food Chemistry 54(26):9930-5; Brenna et al. (2004) Presence of Allergenic Proteins in Different Peach (Prunus persica) Cultivars and Dependence of Their Content on Fruit Ripening. Journal of Agricultural and Food Chemistry 52(26) 7997, https://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/jf0622376

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