Allergie & Unverträglichkeit bei Kindern

Prof. Dr. med. Eckard Hamelmann, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Leiter des Allergie-Centrums der Ruhr-Universität Bochum (ACR)

Allergie & Unverträglichkeit bei Kindern: Unterschiede, Symptome, Therapien

Im schlimmsten Fall kann eine Nahrungsmittelallergie zu einer anaphylaktischen Reaktion kommen. Welche Faktoren erhöhen dieses Risiko?

Es gibt drei Faktoren, die das Risiko einer Anaphylaxie für Nahrungsmittelallergiker erhöhen. Zum einen ist auch hier die Art des Allergens ein Faktor. Hier besteht ein höheres Risiko für einen Anaphylaktischen Schock, wenn es sich um aggressive Allergene wie in Erdnüssen, Baumnüssen und Fisch handelt, also wenn es um persistierende Allergien geht.   

Als zweites ist die Höhe der Sensibilisierung ein Faktor: bei starken Sensibilisierungsgraden, wie etwa bei der RAST-Klasse 5 oder 6, steigt das Risiko einer anaphylaktischen Reaktion. Allerdings ist man, im Umkehrschluss, bei einer leichten Sensibilisierung, wie bei der RAST-Klasse 2 oder 3, nicht völlig geschützt vor einer Anaphylaxie.

Der dritte Faktor sind die sogenannten Augmentationsfaktoren, bei deren Vorliegen das Risiko für eine Anaphylaxie erhöht ist. Dies sind vor allem folgende vier Faktoren:

  1. körperliche Belastung
  2. Infekte
  3. psychischer Stress
  4. gleichzeitiges Asthma.

Werden aktuell weitere neue Therapieformen oder Optimierungen getestet?

Man untersucht aktuell die Möglichkeit, die Orale Immuntherapie (OIT), die ja in den Studien sehr vielversprechend war, zu optimieren, indem man die möglichen unerwünschten Immunreaktionen unterdrückt. Die gleichzeitige Gabe des Wirkstoffs Omalizumab (Anti-IgE-Antikörper) parallel zu der schrittweisen Gabe des Allergens soll die auslösenden IgE-Antikörper soweit eliminieren, dass die anaphylaktischen Reaktionen auf das Nahrungsmittel weitgehend verhindert werden kann. Diese Kombination ist also sehr vielversprechend und befindet sich in aktueller klinischer Erprobung.

Prof. Hamelmann, vielen Dank für das Gespräch!

 

Wichtiger Hinweis

Unsere Beiträge beinhalten lediglich allgemeine Informationen und Hinweise. Sie dienen nicht der Selbstdiagnose, Selbstbehandlung oder Selbstmedikation und ersetzen nicht den Arztbesuch. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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