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Nahrungsmittelallergien bei Kindern: Sensibilisierungswege - wichtige Allergene!

Nahrungsmittelallergien bei Kindern: Sensibilisierungswege - wichtige Allergene

Manche Kinder mit Neurodermitis leiden auch unter Nahrungsmittelallergien …

Echte Nahrungsmittelallergien treten bei Kindern mit Neurodermitis häufiger auf, als bei anderen Kindern, aber im Sinne einer Assoziation. Dies gilt sowohl für IgE-vermittelte als auch für nicht IgE-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Eine wichtige Information für die Eltern ist, dass es sich bei der Neurodermitis prinzipiell um eine Hauterkrankung handelt und nicht um die Folge einer Nahrungsmittelallergie. Es besteht eine Störung der Hautbarriere, die auf eine genetische Disposition zurückzuführen ist. Dadurch kommt es an der Haut zu Trockenheit, zu einer vermehrten Irritabilität und zu Entzündungsprozessen.

Aufgrund der gestörten Hautbarriere entwickeln Kinder mit Neurodermitis häufiger allergische Sensibilisierungen. Allergieauslösende Stoffe können leichter in die Haut eindringen, mit dem Immunsystem Kontakt aufnehmen und zu einer Allergisierung führen, z.B. über die Bildung von IgE-Antikörpern. Zuerst besteht also die Neurodermitis.

Die Behandlung einer assoziierten Nahrungsmittelallergie ist dann natürlich wichtig, sie wird aber die Neurodermitis nicht heilen und diese muss unabhängig davon weiter behandelt werden. Eine Diät ersetzt keine Neurodermitisbehandlung.

Erfolgt die Sensibilisierung auf Nahrungsmittelallergene bei Neurodermitis grundsätzlich über die Haut?

Nicht grundsätzlich, aber die Sensibilisierung über die Haut ist ein häufiger Weg. Gerade bei den Nahrungsmittelallergenen hat man in den letzten zehn Jahren gelernt, dass dieser Weg sehr viel bedeutsamer ist, als bislang angenommen.

Früher dachte man, man kann eigentlich nur über die orale Aufnahme eines Nahrungsmittels eine Allergie erwerben. Deshalb hat man lange Zeit bereits den werdenden Eltern eines potenziell allergiegefährdeten Kindes geraten, dass die Mutter schon in der Schwangerschaft eine allergenarme Diät einhalten soll und ebenso der Säugling und das Kleinkind. Nahrungsmittel, die häufig Allergien auslösen, sollten sowohl von der Mutter als auch vom Kind gemieden werden.

Leider haben diese Empfehlungen dazu geführt, dass diese Kinder, insbesondere Kinder mit Neurodermitis, trotzdem Nahrungsmittelallergien entwickelt haben, sogar häufiger als allergiegefährdete Kinder und auf Nahrungsmittel, die sie nie gegessen hatten. Und dies, obwohl deren Mütter eine streng allergenarme Diät eingehalten hatten.

 

Wie kommt es, dass sich Kinder auf Nahrungsmittelallergene sensibilisieren, die sie nie gegessen haben?

Man hat lange gerätselt, woran das liegt. Spekuliert wurde zum Beispiel, ob die Lebensmittelproteine zum Beispiel intrauterin, das heißt im Mutterleib, oder über die Muttermilch übertreten könnten. In den letzten Jahren hat man gelernt, dass sehr viele Kinder, speziell Kinder mit einer gestörten Hautbarriere, Nahrungsmittelallergien über die Haut erwerben.

Hier hat die Erdnussallergie einen Modellcharakter, speziell die britische LEAP-Studie1). Auslöser der Studie war die folgende Beobachtung: Kinder jüdischer Familien, die in Großbritannien lebten und erst relativ spät erdnusshaltige Lebensmittel zu essen bekamen, erkrankten deutlich häufiger an einer Erdnussallergie, als Kinder aus jüdischen Familien, die in Israel lebten, wo man üblicherweise bereits Säuglingen einen erdnuss- und maishaltigen Snack namens Bamba, eine Art Erdnussflips, anbietet.

Der frühe Kontakt zum Erdnussallergen schützte offensichtlich davor, eine Erdnussallergie zu erwerben und dies war die „Inititialzündung“ für die LEAP-Studie. In der LEAP-Studie hat man gezielt untersucht, ob man das Auftreten einer Erdnussallergie bei Risikokindern, das heißt bei Kindern, in deren Familienanamnese Allergien gehäuft vorkommen, durch eine sehr frühe und regelmäßige Gabe von Erdnuss vermeiden kann, und diese Vermutung hat sich bestätigt. Zum Teil hatten diese Kinder auch bereits eine Neurodermitis, eine Erdnussallergie bestand jedoch nicht, denn sonst wäre der Verzehr von Erdnüssen im Rahmen einer Studie nicht möglich gewesen.

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