Der Hype um's Essen: Fehlt die Ernährungskompetenz?

Wann können Lebensmittel so verarbeitet sein, dass die Qualität leidet?

Ein Beispiel dafür sind die Obst-Quetschies, die bei den Familien häufig sehr beliebt sind. Die Quetschies werden als ideale Obstmahlzeit eingeordnet, haben aber im Vergleich zu „natürlichem“ Obst deutliche Nachteile.

Welche Nachteile haben Quetschies im Vergleich zu natürlichem Obst?

Quetschies bestehen aus Fruchtpüree, häufig auf Basis von Bananen und die Kinder nuckeln dann an den Beuteln. Sie müssen nicht mehr kauen, sondern nur noch schlucken und nehmen so in kurzer Zeit sehr hohe Mengen an Fruchtzucker und Traubenzucker auf. So essen sie deutlich mehr, als wenn sie einen Obstbrei mit dem Löffel essen würden, verzehren eine höhere Menge an Kalorien und kaum Ballaststoffe. Zudem werden die Kinder systematisch an stark gesüßte Lebensmittel gewöhnt.

Generell sehen wir es als Problem, dass die Kinder zu einem großen Anteil mit Fertigprodukten ernährt werden.

 

Was ist problematisch daran, dass Kinder Fertigprodukte essen?

Zunächst einmal ist es ein Problem, dass den Eltern die Kontrolle darüber fehlt, was und wieviel ihre Kinder zu sich nehmen, was sich ja schon daran zeigt, dass sie die Lebensmittel den Lebensmittelgruppen der Ernährungspyramide und dem Handmodel der Menge nicht korrekt zuordnen können.

Hinzu kommt, dass Fertigprodukte oft höhere Mengen an Zucker, Salz, Fett und Zusatzstoffen enthalten und versteckte Allergene enthalten können.

Wenn das Kind tatsächlich eine Nahrungsmittelallergie hat kommt bei Fertigprodukten das Problem hinzu, dass viele Eltern Schwierigkeiten haben, diese Allergene zu erkennen, selbst wenn diese auf der Zutatenliste aufgeführt sind.

Außerdem schaffen es viele Eltern oft nicht, die empfohlenen drei Portionen Gemüse in den täglichen Speiseplan einzubauen. Dafür bekommen die Kinder an Stelle der empfohlenen vier Getreideportionen sehr häufig deutlich mehr getreidehaltige Mahlzeiten angeboten. Entsprechend schwierig wird es, eine ausgewogene Ernährung des Kindes sicherzustellen.

Darüber hinaus bergen neue Trends wie Milchersatzprodukte und die sehr beliebten Superfoods ebenfalls Allergierisiken.

Durch welche Milchersatzprodukte kann es zu Allergien kommen?

Manche Eltern fürchten, dass Milchprodukte schädlich für ihr Kind seien. Sie nutzen deshalb Ersatzprodukte wie Sojadrinks, Dinkeldrinks, Reisdrinks, Haferdrinks und Mandeldrinks etc.. Gerade durch Soja- und Nussdrinks kann es jedoch zu Sensibilisierungen kommen, die möglicherweise zunächst nicht auffallen, weil die Produkte nach der Breiphase oft nicht mehr verwendet werden. Wenn die Kinder dann aber den ersten Tofu oder das erste Nussgebäck essen, kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Davon abgesehen sind die Milchersatzdrinks auch deshalb nicht empfehlenswert, weil sie häufig zu wenig oder gar kein Calcium enthalten und nicht genügend der essentiellen Aminosäuren (Eiweiße), Folsäure und Vitamine in ausreichendem Maße adäquat zur Kuhmilch zugesetzt sind. Zudem ethalten sie viel Zucker und sind häufig sehr stark verarbeitet.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden. Bitte beachte auch unsere Datenschutzbestimmungen gemäß DSGVO.